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CSV-Spitzenkandidat spricht Klartext: Claude Wiseler: Keine Koalition mit dieser ADR
Politik 2 Min. 12.06.2017 Aus unserem online-Archiv

CSV-Spitzenkandidat spricht Klartext: Claude Wiseler: Keine Koalition mit dieser ADR

Der CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler will die nächsten Wahlen möglichst deutlich gewinnen.

CSV-Spitzenkandidat spricht Klartext: Claude Wiseler: Keine Koalition mit dieser ADR

Der CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler will die nächsten Wahlen möglichst deutlich gewinnen.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 12.06.2017 Aus unserem online-Archiv

CSV-Spitzenkandidat spricht Klartext: Claude Wiseler: Keine Koalition mit dieser ADR

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der CSV-Spitzenkandidat sieht zurzeit keine politische Schnittmenge mit der ADR. Die Regierungsarbeit bewertet Wiseler kritisch.

(jag/ham) - Eine Koalition mit der ADR "wie sie sich heute darstellt" kommt für die CSV nicht in Frage. Dies erklärte CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler im RTL-Interview. In der Europapolitik, in gesellschaftspolitischen Fragen, in Immigrations- und verfassungsrechtlichen Fragen gebe es fundamentale Unterschiede zwischen beiden Parteien. Es seien Punkte, in denen die CSV auch nicht bereit sei, Kompromisse einzugehen da sie zum Wesen der Partei gehörten. Würde die ADR sich bis zu den Wahlen 2018 in all diesen Punkten annähern, dann wäre es nicht mehr die ADR, so Wiseler.

Was die Umfrageergebnisse von RTL und Luxemburger Wort betreffen, so sieht Claude Wiseler die Programmatik seiner Partei bestätigt. "Man kann wohl kein Problem damit haben, als Partei zu stark zu werden", so Wiseler. "Es zeigt, dass wir richtig liegen und es sonst kein Argument gegen uns gibt. Wir wollen die nächsten Wahlen so hoch wie möglich gewinnen und dann können wir unsere Verantwortung übernehmen." Mögliche Koalitionspartner solle aber der Wähler bestimmen, so noch Wiseler.

Der CSV-Politiker nahm zur Kenntnis, dass der Bekanntheitsgrad der Politiker laut Umfrage zu wünschen übrig ließe. Wiseler bekam nur 62 prozent Zustimmung und rutschte von Rang zwei auf Rang fünf. Bei den 18- bis 24-Jährigen haben beispielsweise nur 66 Prozent vom konservativen Spitzenpolitiker gehört. "Wir müssen unsere Pläne nach außen besser erklären und verkaufen, dies trifft besonders auf die Jugendlichen zu", so Wiseler.

Der aktuellen Regierung stellte Wiseler ein schlechtes Zeugnis aus. "Sie hat die Situation nicht im Griff und verpasst es, trotz günstigem wirtschaftlichem Umfeld, die großen Zukunftsherausforderungen anzugehen." Wiseler zählt dazu die Infrastrukturen, die Rentenfrage und das Sozialsystem.

Schoos:  „Ich bin enttäuscht“

Mit Verwunderung reagiert ADR-Präsident Jean Schoos auf die Koalitionsaussage des CSV-Spitzenkandidaten: „Man sollte rund 16 Monate vor den Parlamentswahlen noch nicht über Koalitionen nachdenken“, meint Schoos gegenüber wort.lu.  Er verstehe, dass die Öffentlichkeit über verschiedene Konstellationen spekuliere. „Allerdings bin ich enttäuscht, dass Claude Wiseler sich auf dieses Spiel einlässt“, so der Vorsitzende der alternativen Reformpartei.

Seine Partei werde bis dahin auch weiterhin ordentliche Oppositionsarbeit leisten. Im Herbst 2018 komme dann der Wähler zu Wort. Erst dann könne man weitersehen, unterstreicht Schoos, der sich weiterhin gegen jegliches Schubladendenken im Zusammenhang mit seiner Partei wehrt. „Früher waren wir die Rentenpartei, heute werden wir in eine Ecke gedrängt, in die wir nicht gehören. Damit machen es sich unsere Gegner und Kritiker zu einfach. Es liegt aber an uns, den Leuten zu zeigen, dass wir für eine gradlinige Politik einstehen“.

 



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