CSV-Parteichef Marc Spautz

"Wir sind kein Selbstzweck"

In der CSV gibt es keinen Drang nach Rechts, sagt Marc Spautz.
In der CSV gibt es keinen Drang nach Rechts, sagt Marc Spautz.
Foto:Gerry Huberty

Am Wochenende ging CSV-Fraktionschef Claude Wiseler auf Distanz zur ADR. Die Idee, dass seine Partei bei den kommenden Wahlen eine Koalition mit der ADR für möglich halte, kanzelte er in einem Interview mit dem Sender 100,7 als "reine Spekulation" ab.

Auch CSV-Parteichef Marc Spautz hält im "Luxemburger Wort"-Interview eine Zusammenarbeit mit der ADR für eher unwahrscheinlich.

Interview: Max Lemmer

Der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser hatte in einem 100,7-Interview behauptet, ein ranghoher CSV-Vertreter sei bereits 2013 im Vorfeld der  Wahlen an seine Partei herangetreten, um über eine mögliche Koalition zu diskutieren. Was steckt dahinter?

Marc Spautz: In den Parteigremien, in denen ich saß, war eine Koalition mit der ADR nie ein Thema. Ich habe jedoch keine Ahnung darüber, was einzelne Parteimitglieder erzählt haben. Doch ich kann Ihnen versichern, dass es zu keinem Zeitpunkt - weder damals noch heute - einen Parteibeschluss gab, mit der ADR in irgendwelcher Form über eine Regierungskoalition zu diskutieren.

Schließen Sie eine Koalition mit der ADR heute völlig aus?

Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass es genug Schnittmengen gibt, damit die CSV sich auf eine Koalition mit der ADR einlassen würde.

Das ist kein klares Dementi?

Es ist nicht die Aufgabe des Parteipräsidenten, von oben herab Entscheidungen zu treffen. Die CSV ist noch immer eine Volkspartei. Die Gremien der CSV werden darüber befinden.

Nutzt ihre Partei die Spekulationen über eine mögliche CSV-ADR Koalition nicht, um Druck auf andere Parteien in Bezug auf die kommenden Nationalwahlen auszuüben?

Die CSV darf sich nicht auf die Umfragewerte verlassen. Deshalb müssen wir alles in Bewegung setzen, um das bestmögliche Wahlresultat zu erzielen. Diesmal ist die Lage allerdings anders als 2013. Die Wähler wissen, worauf sie sich einlassen. Es ist kein Geheimnis, dass Blau-Rot-Grün um jeden Preis die Dreierkoalition fortsetzen möchte.

Kann sich die CSV überhaupt noch eine künftige Regierungsbeteiligung mit einer der jetzigen Mehrheitsparteien vorstellen?

An Spekulationen über mögliche Koalitionen möchte ich mich nicht beteiligen. Aus Erfahrung weiß ich jedoch, dass wenn abends die Wahlbüros geschlossen haben, Menschen, die am Tag zuvor noch die größten Gegner waren, es fertig gebracht haben, eine stabile Mehrheit im Interesse des Landes zu bilden. Wir sind kein Selbstzweck. Ziel muss es sein, die Koalition zu schmieden, die dem Wählerauftrag gerecht wird. 

Bei den Debatten zur Lage der Nation griff CSV-Fraktionschef Claude Wiseler Themen auf, die zuvor der ADR vorbehalten waren. Bewegt sich die CSV nach rechts?

Ich kann innerhalb der Partei keinen Rechtsruck feststellen. Diskussionen über die innere Sicherheit anzustoßen, oder sich Sorgen zu machen über die Ängste der Menschen, bedeutet für mich nicht unbedingt einen Rechtsruck. Die CSV verteidigt lediglich die Themen, die die Menschen bei Versammlungen an sie herantragen.

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