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CSV: Minister hat eingelenkt
Politik 2 Min. 03.04.2015 Aus unserem online-Archiv
School-Leaks

CSV: Minister hat eingelenkt

Minister Claude Meisch will, dass Ruhe in die Schulen einkehrt.
School-Leaks

CSV: Minister hat eingelenkt

Minister Claude Meisch will, dass Ruhe in die Schulen einkehrt.
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 03.04.2015 Aus unserem online-Archiv
School-Leaks

CSV: Minister hat eingelenkt

Bis zu den Sommerferien will Minister Claude Meisch Vorschläge machen, um infolge der School-Leaks-Affäre die Prozedur zu reformieren. Auch die CSV war nach der Sitzung zufrieden.

(ml/BB) - Auf Antrag von déi Lénk disktutierten die Abgeordneten der Bildungskommission am Freitag über die Prozedur der Orientierungstests an den Grundschulen, die nach den Osterferien aufgrund der School-Leaks-Affäre neu geschrieben werden.

Die Gespräche seien sehr sachlich gewesen, sagte nach der Sitzung Lex Delles (DP), der Präsident des zuständigen Ausschusses.

Bildungsminister Claude Meisch will dafür sorgen, dass sich die ganze Aufregung der vergangenen Tagen legt. Die Zusatztests würden in den Orientierungsprozess einfließen. Falsch sei es jedoch davon auszugehen, dass diese zusätzlichen Prüfungen ausschlaggebend sein würden.

Sie seien lediglich einen Bestandteil der Prozedur. Bei der Orientierung sollen nach Angaben des Ministers auch andere Komponenten wie etwa die Einschätzung des Lehrers und die schulischen Leistungen des Schülers berücksichtigt werden.

Hinter verschlossenen Türen

Meisch zufolge ist im Bildungsministerium ein Denkprozess angestoßen worden. Konkret geht es darum, wie das Orientierungsverfahren überarbeitet werden soll. Noch vor den Sommerferien will der Minister einen Vorschlag unterbreiten.  

Erneut diskutierten die Mitglieder der parlamentarischen Kommission über den Ablauf der School-Leaks-Affäre.

Dabei wurde analysiert, wie es zu den Vorkommnissen kommen konnte und welche  Maßnahmen anschließend in die Wege geleitet wurden. Diese Gespräche fanden allerdings hinter verschlossenen Türen statt, da zurzeit ein Disziplinarverfahren läuft. 

"Meisch hat eingesehen, dass die  CSV keine Komplizin war"

Die CSV-Abgeordnete Martine Hansen, die im Zusammenhang mit School-Leaks selbst unter Beschuss geraten war, sagte nach der Sitzung: "Ich bin froh, dass Minister Meisch eingesehen hat, dass die CSV in der School-Leaks-Affäre keine Komplizin war und den Leak nicht inszeniert hat." Als ehemalige Direktorin der Ackerbauschule habe sie sich dazu verpflichtet gefühlt, den Ablauf der Tests kritisch zu hinterfragen.

Auf allen Seiten herrsche Einigkeit, dass man die Prozedur überdenken müsse, so Hansen. Die Ex-CSV-Ministerin könnte sich vorstellen, dass die Leistungstests künftig versiegelt an die Schulen verschickt werden, um Missbrauch auszuschließen. Sinnvoll sei es, wenn die Orientierungskommissionen die Tests erst dann zugestellt bekommen, nachdem die Examen geschrieben worden seien.

Weniger erfreut war Justin Turpel (Déi Lénk). Er bedauert, dass die Schüler nach den Osterferien neue Tests schreiben müssen. Seiner Ansicht nach sollte man bei der Orientierung der Schüler den Lehrern Vertrauen schenken. Die Bewertung könne nicht an einem Tag geschehen, so Turpel, der für die Abschaffung der Tests eintritt.



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