Wählen Sie Ihre Nachrichten​

CSV lässt eigene Parteifinanzen durchleuchten
Politik 2 Min. 31.03.2021

CSV lässt eigene Parteifinanzen durchleuchten

Die Affäre Frank Engel sorgt in der CSV für schwere Turbulenzen.

CSV lässt eigene Parteifinanzen durchleuchten

Die Affäre Frank Engel sorgt in der CSV für schwere Turbulenzen.
Foto: LW-Archiv
Politik 2 Min. 31.03.2021

CSV lässt eigene Parteifinanzen durchleuchten

Die Christsozialen wollen noch vor dem Parteikongress reinen Tisch machen – und geben in der Frëndeskrees-Affäre ein Gutachten in Auftrag.

(jt) - Die CSV hat in der Frëndeskrees-Affäre ein externes Audit beauftragt. Die Prüfer sollen die Parteifinanzen genauer unter die Lupe nehmen. Die Entscheidung für die Durchführung einer Revision sei gefallen, um für „zusätzlich Transparenz“ zu sorgen, teilte das Nationalkomitee der Partei am Mittwoch mit. Erste Ergebnisse des Audits sollen noch vor dem Parteikongress am 24. April vorliegen. 

Die Affäre um die CSV Frëndeskrees ASBL war Mitte März aufgeflogen. Abgeordnete der Christsozialen meldeten der Staatsanwaltschaft mögliche Malversationen ihres eigenen Parteichefs Frank Engel. Engel, der auch Präsident des Fördervereins war, hatte im Vorjahr einen dubiosen Arbeitsvertrag mit dem Frëndeskrees geschlossen. Zwischen Mai und Dezember bezog der Parteichef ein Gehalt von 6.000 Euro brutto von der Vereinigung. Als Gegenleistung sollte er prüfen, ob es möglich wäre, den Freundeskreis in eine Stiftung umzuwandeln. Außerdem stand ein möglicher Verkauf der Parteizentrale und der Erwerb einer neuen Immobilie im Raum. Von Engels „Geheimmission“ wussten aber anscheinend nur wenige Eingeweihte innerhalb der Partei – Mitte März flog die Sache auf.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Der Verdacht lautet auf „faux et usage de faux“. Am 19. März führten Ermittler eine Hausdurchsuchung am Sitz des CSV Frëndeskrees durch. Engel, der die Vorwürfe bestreitet, stellte sein Amt als Parteipräsident daraufhin ruhend.  

Engel-Nachfolge noch nicht entschieden

Der Freundeskreis agiert als Besitzer der Immobilien, da Parteien laut luxemburgischem Gesetz keine Immobilien besitzen dürfen. Engel räumte ein, dass ihm das Geld sehr gelegen kam, da er „2019 alles für den Parteivorsitz aufgegeben hatte“ und die Funktion als Parteichef ehrenamtlich ausübte. Der frühere EU-Abgeordnete kündigte an, das Gehalt an den Freundeskreis zurückzuzahlen, da er seinen Teil des Vertrags nicht erfüllt habe.

Wie es nun weitergeht mit der CSV und wer Frank Engel ersetzen soll, ist noch unklar. Als potenzieller Nachfolger könnte Claude Wiseler in die Bresche springen. Momentan führen die beiden Vizepräsidentinnen Elisabeth Margue und Stéphanie Weydert die Partei kommissarisch weiter. Engel erklärte, er wolle beim Parteikongress am 24. April definitiv nicht mehr kandidieren. „Ich bin mit diesem Verein fertig.“ 

Lesen Sie auch:

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die CSV vor der Zerreißprobe
Die CSV verheddert sich in internen Grabenkämpfen und trägt den Disput in aller Öffentlichkeit aus. Die Affäre ist noch nicht ausgestanden.
IPO , Cercle  Municipal , Derzeit Chamber , Plenarsaal , Pressekonferenz CSV , Martine Hansen u. Frank Engel , Bewältigung der Coronakrise , Covid-19, Sars-CoV-2 Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort