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CSV-Kandidaten stehen fest
Politik 28 5 Min. 24.03.2018 Aus unserem online-Archiv

CSV-Kandidaten stehen fest

Spitzenkandidat Claude Wiseler hielt beim Parteikonvent eine engagierte Rede.

CSV-Kandidaten stehen fest

Spitzenkandidat Claude Wiseler hielt beim Parteikonvent eine engagierte Rede.
Foto: Guy Jallay
Politik 28 5 Min. 24.03.2018 Aus unserem online-Archiv

CSV-Kandidaten stehen fest

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Beim Konvent in Ettelbrück haben die CSV-Delegierten grünes Licht für die Kandidaten für die Wahlen im Herbst gegeben.

 

Mit Spannung war darauf gewartet worden. Nun ist es offiziell: Die Delegierten des CSV-Parteitages haben die Kandidaten für die Parlamentswahlen im Herbst gutgeheißen:

Süden

Marc Spautz (54), Schifflingen; Sylvie Andrich-Duval (59), Düdelingen;Nancy Kemp-Arendt (48), Monnerich; Anouk Boever-Thill (40), Monnerich; Christine Doerner (65), Bettemburg; Felix Eischen (52), Kehlen; Pierrot Feiereisen (50), Schifflingen; Jean-Marie Halsdorf (61), Petingen; Michèle Hansen-Houllard (34), Frisingen; Serge Hoffmann (51),  Habscht; Michèle Kayser-Wengler (57), Düdelingen; Nico Keiffer (56), Weiler-la-Tour; Françoise Kemp (26), Düdelingen; Arnaud Maroldt (30), Esch/Alzette; Pierre Mellina (61), Petingen;  Georges Mischo (43), Esch/Alzette; Nathalie Morgenthaler (38), Sassenheim; Marianne Pesch-Dondelinger (59), Roeser; Gilles Roth (51), Mamer; Tom Ulveling (58), Differdingen; Christian Weis (32), Esch/Alzette; Michel Wolter (55), Käerjeng; Laurent Zeimet (43), Bettemburg.

Diese Liste wurde mit einer Zustimmung von 94,9 Prozent angenommen.

Zentrum

Claude Wiseler (58), Luxemburg; Diane Adehm (47), Hesperingen; Maurice Bauer (46), Luxemburg; Alex Donnersbach (26), Walferdingen; Paul Galles (44), Luxemburg; Claudine Konsbruck (51), Luxemburg; Marc Lies (49), Hesperingen; Elisabeth Margue (27), Luxemburg; Simone Stitz-Massard (54), Sandweiler; Martine Mergen (61), Luxemburg; Laurent Mosar (60), Luxemburg; Nico Pundel (52), Strassen; Vincent Reding (25), Weiler-la-Tour; Viviane Reding (66), Luxemburg; François Sauber (53), Walferdingen; Nadine Schares (35), Bartringen; Natalie Silva (37), Fels; Claude Steinmetz (50), Mersch; Fréd Ternes (30), Niederanven; Serge Wilmes (35), Luxemburg; Marion Zovilé (57), Contern.

Diese Liste wurde mit einer Zustimmung von 95,3 Prozent angenommen.

Osten

Françoise Hetto-Gaasch (57), Junglinster; Christian Dublin (48), Mondorf; Léon Gloden (45), Grevenmacher; Max Hengel (40), Wormeldingen; Octavie Modert (51), Stadtbredimus; Yves Wengler (54), Echternach; Stéphanie Weydert (33), Rosport-Mompach.

Diese Liste wurde mit einer Zustimmung von 97,2 Prozent angenommen.

Norden

Martine Hansen (52), Esch/Sauer; Jeff Boonen (32), Beckerich; Sonja Conzemius (31), Ettelbrück; Emile Eicher (62), Clerf; Aly Kaes (62), Tandel; Annie Nickels-Theis (45), Bourscheid; Jean-Paul Schaaf (52), Ettelbrück; Marco Schank (63), Esch/Sauer; Charel Weiler (31), Diekirch.

Diese Liste wurde mit einer Zustimmung von 92,3 Prozent angenommen.

45 Kandidaten waren in den Bezirken bestimmt worden, 15 Listenplätze hat der CSV-Weisenrat vergeben. Unter den Kandidaten sind 24 Frauen und elf Nachwuchspolitiker aus den Reihen der CSJ.  In den vier Bezirken führt jeweils ein Kandidat die Liste an. Im Zentrum ist die Spitzenkandidat Claude Wiseler, im Süden Parteipräsident Marc Spautz, im Norden die Abgeordnete Martine Hansen und im Osten die frühere Ministerin Françoise Hetto.

Geschlossenheit und Zusammenhalt

In einem Wahljahr ist das Interesse an einem Parteitag natürlich ganz besonders groß.  Die Däichhal in Ettelbrück war denn auch bis auf den letzten Platz besetzt. Gut 1.000 Delegierte nahmen am Samstag an dem CSV-Konvent teil, der in diesem Jahr zusammen mit den Bezirkskongressen abgehalten wurde. 

Spitzenkandidat Claude Wiseler zusammen mit der EU-Abgeordneten Viviane Reding.
Spitzenkandidat Claude Wiseler zusammen mit der EU-Abgeordneten Viviane Reding.
Foto: Guy Jallay

Der  Präsident des Konvents, Luc Frieden, gab gleich zu Beginn das Motto des Tages vor: Die hohe Zahl der Delegierten, die sich für den Parteitag eingefunden hatten, sei ein deutliches Zeichen für die Geschlossenheit der CSV. Geschlossenheit, Zusammenhalt, Mannschaft und Teamgeist  waren denn auch die Wörter, die sich geradezu mantra-artig durch die Ansprachen sämtlicher Redner zogen. "Zesummen fir de Wiessel", ist daher das Motto, unter dem die Christsozialen in die Wahlen ziehen.

Ein Plan für Luxemburg

Auch Spitzenkandidat Claude Wiseler beschwor den Zusammenhalt der Partei: "Wir haben eine Mannschaft, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen", so Wiseler bei der Vorstellung der Kandidaten. Gegenüber den anderen Parteien zeigte er sich eher versöhnlich. Wiseler will den Wahlkampf seiner Partei nicht als "Revanche für 2013" verstanden wissen. Die CSV sei in der Opposition und Opposition sei eine "noble politische Aufgabe". Und in den Augen des Spitzenkandidaten hat die CSV diese Aufgabe in den vergangenen fünf Jahren gut gemeistert. 

Wiseler setzte in seiner Rede aber auch einige Akzente. Wie bereits in den vergangenen Wochen betonte er erneut, dass die CSV nicht alles rückgängig machen werde, was die aktuelle Regierung getan hat. Allerdings wollen die Christsozialen, sollten sie denn im Oktober die Macht zurückerobern können, einiges anders machen. "Wir haben einen Pan für Luxemburg", erklärte der Spitzenkandidat. Und die Partei habe auch "die Kraft, den Mut und die Ausdauer", diesen Plan umzusetzen.

Nachbessern will Wiseler etwa bei der Finanzpolitik und den Gemeindefinanzen. Handlungsbedarf machte er bei seiner mehr als einstündigen Rede aber auch bei der Pflegeversicherung aus. Man dürfe nicht auf dem Rücken derjenigen sparen, die dringend Hilfe benötigen: "Die Pflegeversicherung ist der erste Text, den wir anpassen werden, wenn es uns gelingt, die Wahlen zu gewinnen", so der Spitzenkandidat und erntete prompt Beifall für seine Aussage. 

"Es ist unser vorrangiges Ziel, wieder für Ruhe im Bildungswesen zu sorgen"

Nachgebessert werden soll auch bei der Polizeireform. "Die aktuelle Reform bringt keine zusätzliche Sicherheit. Die Polizei muss wieder näher am Bürger sein." Auch die Gesundheitspolitik der Regierung geriet in die Kritik. Ein Spitalplan allein könne die Defizite im Gesundheitswesen nicht beseitigen, erklärte Wiseler. Die CSV werde einen nationalen Gesundheitsplan erarbeiten, der auf die wirklichen Probleme eingeht, etwa auf die langen Wartezeiten in den Notaufnahmen oder für einen Termin in der Kernspintomographie.

Für mehr Kohärenz im Bildungswesen

Dem ehemaligen Lehrer liegt natürlich vor allem das Bildungswesen am Herzen. Das "Gewurschtels" müsse endgültig ein Ende haben, forderte Wiseler. Bildungsminister Claude Meisch habe in dieser Legislaturperiode insgesamt 35 Gesetzentwürfe eingereicht, bislang seien 27 verabschiedet worden. Reformen seien schön und gut, allerdings müsse man auch Sorge tragen, dass die Texte in der Realität auch greifen. Wiseler sprach daher von "unüberlegten Reformen". "Es ist unser vorrangiges Ziel, wieder für Ruhe im Bildungswesen zu sorgen", so der CSV-Mann mit Nachdruck.

Claude Wiseler will sich dafür einsetzen, dass die Lehrer sich auf den Unterricht konzentrieren können, anstatt sich mit Formularen herumzuschlagen.
Claude Wiseler will sich dafür einsetzen, dass die Lehrer sich auf den Unterricht konzentrieren können, anstatt sich mit Formularen herumzuschlagen.
Foto: Guy Jallay

Natürlich schnitt Wiseler auch die Wachstumsdebatte an. Man müsse das Wachstum "leiten und begleiten". Deshalb müsse man "heute die richtigen Entscheidungen treffen", damit morgen nicht alles aus dem Ruder läuft. Die CSV setzt dabei einen starken Akzent auf die Kreislaufwirtschaft. Geht es nach den Christsozialen, müssen vor allem die mittelständigen Unternehmen gefördert werden, denn sie seien das Rückgrad der luxemburgischen Wirtschaft. 

60 Gemeinden bis 2029

Auf kommunalem Plan haben Claude Wiseler und die CSV ganz konkrete Vorstellungen. Sie wollen die Territorialreform vorantreiben, und zwar möglichst schnell. Wenn die Rückeroberung der Macht gelingt, dann will die Partei gleich 2019 die Gespräche mit den Gemeinden  aufnehmen. Das Ziel: Bei den Kommunalwahlen 2029 soll es nur noch 60 Gemeinden geben.

 




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