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CSV: Freie Wahl für die Eltern
Politik 2 Min. 10.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Abschaffen der Familienzulagen

CSV: Freie Wahl für die Eltern

CSV-Parteipräsident hat kein Verständis für die Abschaffung der Familienzulagen, sollten sie denn so kommen wie RTL dies vermeldete.
Abschaffen der Familienzulagen

CSV: Freie Wahl für die Eltern

CSV-Parteipräsident hat kein Verständis für die Abschaffung der Familienzulagen, sollten sie denn so kommen wie RTL dies vermeldete.
Gerry Huberty
Politik 2 Min. 10.10.2014 Aus unserem online-Archiv
Abschaffen der Familienzulagen

CSV: Freie Wahl für die Eltern

Bei der geplanten Abschaffung zweier Familienzulagen handelt es sich laut CSV um pure Ideologie. Die größte Oppositionspartei kann nicht nachvollziehen, wieso die Regierung Eltern bestraft, die ihre Kinder zu Hause erziehen wollen. 

(jag) - Sollte die Meldung stimmen und die Regierung wirklich die Mutterschaftszulage und das Erziehungsgeld ersatzlos streichen, wäre dies ein schwer nachzuvollziehender Schritt, sagte CSV-Parteipräsident Marc Spautz gegenüber dem "Luxemburger Wort". Zwar habe die DP nie verheimlicht, dass sie diese Zulagen missbilligt und es lieber sehen würde, wenn Frauen in Arbeit sind. "LSAP und Grüne haben sich immer wieder dafür ausgesprochen, dass die Bürger das Familienmodell wählen und leben können, das sie vorziehen", so Spautz.

8000 Familien betroffen

Spautz erinnert auch an die Gründe, warum das Erziehungsgeld eingeführt wurde. Nach dem Mutterschaftsurlaub sollten die Frauen die Möglichkeit erhalten, bis zu 24 Monate nach der Geburt zu Hause beim Kind zu sein - ohne kompletten finanziellen Ausfall. Rund 8000 bis 8500 Familien nutzen aktuell dieses Angebot. Die Geldsummen, die überwiesen wurden, entsprachen recht genau der Summe, die Eltern während sechs Monaten Elternurlaub bekommen. Daher könne die Regierung diese Leistung nicht abschaffen, ohne den Elternurlaub zu reformieren. Auf keinen Fall sollten nur die Frauen bestraft werden, die lieber zu Hause beim Kind bleiben, so Spautz. Die freie Wahl hätte dann niemand mehr.

Zweimal bestraft

Das Mutterschaftsgeld wurde als Ausgleich für jene Frauen bezahlt, die keiner Arbeit nachgehen. Diejenigen, die arbeiten hatten hingegen wegen ihrer Schwangerschaft Anrecht auf 8 Wochen bezahlten Urlaub. Mit dieser Maßnahme wollte man eine ungleiche Behandlung verhindern.

Keine "Kachdëppen"-Rhetorik

Klar ist für die CSV, dass die Regierung das Geld auch an vielen anderen Stellen hätte einsparen können, ohne zweimal die gleiche Personengruppe zu bestrafen. Immerhin würden jährlich 4000 Frauen freiwillig die Wahl treffen, Erziehungsurlaub zu nehmen. Mit "Kachdëppen" Rhetorik hätte dies nichts zu tun. "Wir haben jetzt schon Probleme sämtliche Kinder in Tagesstätten unterzubringen, wenn jetzt noch zusätzlich tausende Plätze gebraucht werden weil die Kinder nicht mehr zu Hause betreut werden, dann weiß ich nicht wie wir das anstellen sollen", gibt Spautz zu bedenken. Dort sei man jetzt bereits an der Kapazitätsgrenze, von den zusätzlichen Kosten ganz zu schweigen.

Anti-Familienpolitik

Auch die ADR und die Piratenpartei haben das Vorhaben der Regierung kritisiert, die Piraten sprechen von sozialer Kälte. Die ADR ihrerseits meint die aktuelle Regierungskoalition setze die Zukunft unseres Landes auf's Spiel. Es gehe einzig und allein um das Durchsetzen der eigenen Ideologie. Der Familienministerin wird eine Anti-Familienpolitik vorgeworfen.

Die Regierung hüllt sich indes in Schweigen und verweist auf Anfrage auf die Erklärung des Premierministers nächste Woche. Die Sparmaßnahmen seien aber ein Gesamtpaket und dürften nicht isoliert betrachtet werden.


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