Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Covid-Infektionen in den Schulen: Stand der Dinge
Politik 2 Min. 05.10.2020

Covid-Infektionen in den Schulen: Stand der Dinge

Vor drei Wochen war Schulbeginn. Die Covid-Krise hält Schüler, Lehrer und Eltern in Atem.

Covid-Infektionen in den Schulen: Stand der Dinge

Vor drei Wochen war Schulbeginn. Die Covid-Krise hält Schüler, Lehrer und Eltern in Atem.
Foto: DPA
Politik 2 Min. 05.10.2020

Covid-Infektionen in den Schulen: Stand der Dinge

Vor drei Wochen war Schulbeginn. Wie hat sich die Infektionslage seither entwickelt? Ein Update vom Bildungsministerium.

In Corona-Zeiten müssen Lehrer, Schüler und Eltern sich täglich, wenn nicht stündlich darauf gefasst machen, dass ein oder mehrere Infektionsfälle den Unterricht und den privaten Alltag über den Haufen werfen. Solange es sich um eine einzelne Infektion handelt, sind die Dinge einfach zu handhaben. Die Klasse wird isoliert, aber nicht unter Quarantäne gestellt und die Schüler sind aufgefordert, ihre sozialen Kontakte so gering wie möglich zu halten.


Die Lehrergewerkschaft SNE hat kein Verständnis für die aktuellen Quarantänemaßnahmen in den Schulen.
Corona in den Schulen: SNE fordert klare und einheitliche Anweisungen
Lehrer werden bei der Umsetzung der Covid-Strategie in den Schulen allein gelassen und erhalten widersprüchliche Anweisungen. Damit muss Schluss sein, sagt die Lehrergewerkschaft SNE/CGFP.

Doch selbst, wenn alle Schüler nach sechs Tagen negativ getestet werden, kann es sein, dass kurze Zeit später schon der nächste Fall in der Klasse auftritt. Keine einfache Situation für niemanden.

Doch wie sieht die Lage nach drei Wochen Schule aus? Auf Nachfrage teilte das Bildungsministerium die aktuellen Zahlen (von Freitag, dem 2. Oktober) mit

133 Schüler befinden sich in Szenario 1. Das heißt, dass in 133 Klassen jeweils eine Infektion bekannt ist, die außerhalb des schulischen Umfelds stattgefunden hat. Die 133 Klassen werden in der Schule isoliert.

31 Schüler befinden sich in Szenario 2. In dem Fall wird die ganze Klasse unter Quarantäne gestellt und fernunterrichtet.

3 Schüler befinden sich in Szenario 3. Das bedeutet, dass die betroffenen Klassen unter Quarantäne gestellt werden, und - je nach Sachlage - zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden wie zum Beispiel eine allgemeine Maskenpflicht.

Zur Erinnerung: In Szenario 1 wird die Klasse in der Schule isoliert, die Schüler dürfen nicht mit anderen Schülern in Kontakt kommen, also beispielsweise auch nicht im Schulrestaurant essen. In Szenario 2 wird die Klasse unter Quarantäne gestellt, der Lehrer nicht unbedingt. Die Schüler werden fernunterrichtet. In Szenario 3 werden die betroffenen Klassen unter Quarantäne gestellt und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.

Santé hinkt hinterher

Ein Problem sind die Reaktionsverzögerungen seitens der Gesundheitsbehörde. In vielen Fällen sind den Schulen die Infektionen bekannt, bevor die Gesundheitsbehörde die entsprechenden Maßnahmen anordnet. In einem konkreten Fall hätte die Klasse wegen zwei Infektionen in Quarantäne gehen müssen. Da aber die Gesundheitsbehörde erst einen Tag später reagiert und die Quarantäneanordnung ausgesprochen hat, sind die Schüler weiter zur Schule gegangen, obwohl das eigentlich nicht sein darf. 

Das Bildungsministerium räumte das Problem ein, allerdings käme das nur in wenigen Fällen vor - zum Beispiel, wenn die Laborergebnisse erst abends bei den Familien eingehen. Die Koordinierungsstelle des Bildungsministeriums stehe in ständigem Austausch mit der Gesundheitsbehörde, um dafür zu sorgen, dass die Quarantäneentscheidung in Szenario 2 möglichst zeitnah zur Feststellung der zweiten Infektion erfolgt, hieß es am Montag aus dem Bildungsministerium.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Claude Meisch: "Habe die Kritik verstanden"
Viele Menschen werfen Bildungsminister Claude Meisch (DP) Intransparenz im Umgang mit dem Infektionsgeschehen in den Schulen vor. Der Minister verspricht mehr Transparenz und kündigt Anpassungen an.
Das Bildungsministerium denkt darüber nach, die Schüler der oberen Sekundarstufe teils im Präsenz- und teils im Fernunterricht zu unterrichten. Hintergrund ist die zunehmende Zahl an Neuinfektionen bei 16- bis 19-Jährigen in der gesamten Bevölkerung.