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Covid-19-Tests: Aufklärung vertagt
Politik 2 Min. 12.05.2020

Covid-19-Tests: Aufklärung vertagt

Zu den Tests stellen sich noch viele Fragen, die nun Forschungsminister Claude Meisch beantworten soll.

Covid-19-Tests: Aufklärung vertagt

Zu den Tests stellen sich noch viele Fragen, die nun Forschungsminister Claude Meisch beantworten soll.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 Min. 12.05.2020

Covid-19-Tests: Aufklärung vertagt

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Gesundheitsministerin Paulette Lenert konnte nicht alle Fragen in der Gesundheitskommission des Parlaments beantworten und verwies auf den Forschungsminister. Die Opposition kritisiert, dass der Mund zu voll genommen wurde.

Zwei Fragenblöcke kamen von der CSV, einer von den Piraten -  Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) sollte am Dienstag im Gesundheits-Parlamentsausschuss Rede und Antwort zu den Sars-CoV-2-Tests stehen.  Genau gesagt zur Bevölkerungsstudie und zu den Schnelltests, die die Regierung von Fast Track Diagnostics gekauft hat sowie zur Frage der Piraten, auf welchem Forschungsmodell der Uni.lu die Lockerungsmaßnahmen der Regierung fußen. 


Lokales,Laboratoires Réunis-Corona-Test Drive-In.Junglinster. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
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Ab dem 19. Mai wird die ganze Bevölkerung auf Covid-19 durchgetestet. Das kündigten Gesundheitsministerin Paulett Lenert und Forschungsminister Claude Meisch am Dienstag an.

Zufrieden zeigte sich die Opposition nicht mit den Erklärungen, die Lenert und die Vertreter der Gesundheitsdirektion sowie der Krisenzelle lieferten. So stellte Claude Wiseler (CSV) auf Nachfrage fest, dass die groß angekündigte Durchtestung der gesamten Bevölkerung nicht realistisch ist: "Im Moment ist es von den Ressourcen her gar nicht möglich, die angekündigten 20.000 Personen pro Tag zu testen. Die Fristen sind nicht einhaltbar. Da sollte man mit seiner Kommunikation vorsichtiger sein."

Fader Beigeschmack

Auf Kritik stößt auch, dass die Regierung für 4,7 Millionen Euro Schnelltests bei Fast Track Diagnostics kaufte, die erst 14 Tage später offiziell zertifiziert wurden und die dann alleine von den Laboratoires Réunis ausgewertet werden sollen. Von genau dem Labor, das an der Zertifizierungsprozedur beteiligt war und das vor zwei Jahren die Firma Fast Track Diagnostics an Siemens verkaufte. "Das mag juristisch unangreifbar sein, hat aber einen faden Beigeschmack", kommentiert Wiseler. 


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Antworten darauf sollen nun in einer gemeinsamen Sitzung der Gesundheits- und der Forschungskommission kommen, denn die Tests wurden nicht von der Santé gekauft, sondern vom Hochkommissar für die Nationale Sicherheit HCPN im Auftrag des Luxembourg Institute for Health (LIH), für das Bildungs- und Forschungsminister Claude Meisch (DP) zuständig ist. 

Staat genehmigte Ausnahme von der Ausschreibungsprozedur

"Wir haben Verständnis, dass unter Druck gehandelt werden muss, möchten aber geklärt haben, warum diese Tests gekauft wurden und nicht andere und warum nicht alle Labore hinzugezogen werden, so wie das bislang immer üblich war", betont Wiseler. "Es stellt sich auch die Frage der Qualität dieser Tests, die von einer Firma kommen, deren Produkte vor ein paar Monaten vom Markt zurückgezogen werden mussten."

Dass die Schnelltests von Fast Track Diagnostics ohne öffentliche Ausschreibung gekauft werden konnten, wurde von der zuständigen staatlichen Ausschreibungskommission gestattet. "Sie hat aufgrund der Dringlichkeit eine Ausnahme gemacht", erklärt der Präsident der Gesundheitskommission, Mars Di Bartolomeo (LSAP). Die Tests seien derweil durchaus auf ihre Qualität hin getestet worden und entsprächen internationalen Standards.

Für den ehemaligen Gesundheitsminister sei es verständlich, dass man in einer außergewöhnlichen Situation wie dieser weniger wählerisch sei als in gewöhnlichen Zeiten. "Es musste ganz schnell zugegriffen werden, sonst wären andere vor uns gewesen." Im Gegensatz zu anderen Ländern verfüge Luxemburg nun massenhaft über Tests.

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