Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Course-sortie wieder gesetzlich verankert
Politik 31.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Course-sortie wieder gesetzlich verankert

Der Streit um die Course-sortie scheint nun beigelegt. Die Aktivität wird wieder gesetzlich verankert.

Course-sortie wieder gesetzlich verankert

Der Streit um die Course-sortie scheint nun beigelegt. Die Aktivität wird wieder gesetzlich verankert.
Foto: Getty Images
Politik 31.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Course-sortie wieder gesetzlich verankert

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Copas, der Dachverband der Pflegedienstleister, vertritt die Ansicht, dass die Qualität der Pflegedienstleistungen sich seit der Reform drastisch verschlechtert habe. Um Druck auf Minister Romain Schneider zu machen, hat die Copas eine Umfrage bei ihren Mitgliedern durchführen lassen. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause angepasst werden.

Ein Aspekt hatte nach Inkrafttreten der Pflegeversicherungsreform vor fünf Monaten ganz besonders für Aufregung gesorgt: die Course-sortie, also die Möglichkeit, mit Hilfe einer Begleitung Einkäufe zu erledigen. Sie steht nicht mehr explizit als Aktivität im Gesetz und wurde deshalb von vielen Pflegedienstleistern nicht mehr angeboten. Es folgte ein Streit zwischen der Copas und dem Minister über die Deutungshoheit des Gesetzes. Laut Schneider wurde die Course-sortie im neuen Gesetz nicht abgeschafft. Sie könne im Rahmen einer Gruppenbetreuung und auf Wunsch auch individuell eingefordert werden. Die Copas hingegen lehnte es ab, die Leistung zu erbringen, weil dafür die gesetzliche Basis fehle.

Nun ist der Streit offenbar beigelegt. Im Rahmen der Jahresversammlung des Dachverbands der Pflegedienstleister am Donnerstag in Bad Mondorf erklärte Romain Schneider, man habe sich in der Angelegenheit Course-sortie wohl falsch verstanden. Die Aktivität sei im Reformgesetz nicht präzise genug definiert worden, "dann holen wir das eben jetzt nach". Im Klartext bedeutet das, dass die Course-sortie wieder als eigenständige Aktivität im Gesetz verankert wird, so wie die Copas dies fordert.


Das Kräftemessen zwischen Copas-Präsident Marc Fischbach und Minister Romain Schneider ging zugunsten der Copas aus.
Eingeknickt
Im Streit um die Auswirkungen der Reform der Pflegeversicherung auf die Leistungsempfänger ist Romain Schneider vor der Copas eingeknickt.

Auch in anderen Punkten wird gesetzlich nachgebessert. Konkret geht es um die Activités d'appui à l'indépendance (AAI), die individuell oder in der Gruppe wahrgenommen werden können. Das Ziel dieser Aktivität ist der Wiedererwerb bzw. der Erhalt der psychischen, motorischen und mentalen Fähigkeiten. In der Gruppe stehen dem Pflegebedürftigen 20 Stunden pro Woche zu, individuell fünf Stunden (vorher zwei Stunden). Hier fordert die Copas eine flexiblere Handhabung der wöchentlichen Stundenzahl und dass die Stunden nach oben angepasst werden können, "weil fünf Stunden für viele Menschen aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands nicht ausreichen", so der Copas-Vorsitzende.

Auch hier gab es die Zusage des Ministers, dafür zu sorgen, dass der Übergang in das neue Pflegesystem nicht zu Einbußen bei der spezialisierten Unterstützung, also den AAI, führe.

Schneider versprach, die Gesetzesanpassungen bis Mitte Juni dem Ministerrat vorzulegen. Er sei zuversichtlich, dass die Änderungen noch vor der Sommerpause vom Parlament verabschiedet werden können.  





Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Drei Jahre Beschäftigungsgarantie
Reform der Pflegeversicherung und kein Ende: Am Donnerstag meldete sich auch der OGBL zu Wort. Die Gewerkschaft verwies auf drei Punkte, die ihr wichtig sind und bei denen der Minister ihnen wohl entgegenkommt.
Der OGBL will keinen Personalabbau dulden
Der Kampf um die Deutungshoheit
Romain Schneider liegt beim neuen Pflegeversicherungsgesetz mit der Copas im Clinch. Der Sozialminister sieht die Pflegedienstleister in der Pflicht, eine Einkaufsbegleitung anzubieten. Die Copas nicht.
Senior man with caregiver going shopping at market place
Pflegeversicherung: Das Herumeiern des Romain Schneider
Die Reform der Pflegeversicherung sorgt seit Inkrafttreten des Gesetzes für Aufregung. Konkret geht es um die course-sortie, eine Dienstleistung, die im Zuge der Reform abgeschafft wurde. Der zuständige Minister Romain Schneider will das aber nicht zugeben.
Sozialversicherungsminister Romain Schneider ist in Sachen Pflegeversicherungsreform bemüht die Gemüter zu besänftigen.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.