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Corona-Virus: "Jeder Bürger trägt Verantwortung"
Politik 3 3 Min. 11.03.2020

Corona-Virus: "Jeder Bürger trägt Verantwortung"

Die Regierung appelliert an die Bürger, die Empfehlungen zu beherzigen und ihren Teil zur Eindämmung der Krise beizutragen.

Corona-Virus: "Jeder Bürger trägt Verantwortung"

Die Regierung appelliert an die Bürger, die Empfehlungen zu beherzigen und ihren Teil zur Eindämmung der Krise beizutragen.
Foto: Gerry Huberty
Politik 3 3 Min. 11.03.2020

Corona-Virus: "Jeder Bürger trägt Verantwortung"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Das Corona-Virus breitet sich in Luxemburg langsam aber sicher weiter aus. Am Mittwoch hat die Regierung neue Vorsichtsmaßnahmen beschlossen.

Die Corona-Virus-Epidemie greift weiter um sich. In Luxemburg wurden bis Mittwoch sieben Personen positiv auf das Virus getestet, 93 Personen befinden sich in Quarantäne. Laut derzeitigem Stand werden täglich rund 60 Personen getestet. Das sind dreimal mehr als zu Beginn der Tests. 


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„Wir nehmen die Lage sehr ernst und wir appellieren an die Menschen, das auch zu tun“, meinte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine speziell einberufene Kabinettssitzung, bei der auch neue Maßnahmen bekannt gegeben wurden.

Jeder einzelne trage Verantwortung, sagte Bettel und rief die Vorsichtsmaßnahmen (intensives Händewaschen, auf Händeschütteln und engen Kontakt verzichten) noch einmal in Erinnerung. 

Zum Schutz von besonders gefährdeten Personen – ältere Menschen sowie Menschen mit Atemwegserkrankungen oder einer Immunschwäche – sollte man auf Besuche verzichten, betonte der Premier. 


A picture taken on March 9, 2020 shows the sign of the World Health Organization (WHO) at the WHO headquarters in Geneva. - The World Health Organization said on March 9, 2020 that more than 70 percent of those infected with the new coronavirus in China have recovered, adding that the country was "bringing its epidemic under control". (Photo by Fabrice COFFRINI / AFP)
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In den kommenden Tagen will die Regierung weitere Empfehlungen zum Schutz besonders gefährdeter Personen herausgeben, wie Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) erklärte. 

Phase 2 steht bevor 

Luxemburg befindet sich nach wie vor in Phase 1 (Eindämmung), bereitet sich aber auf Phase 2 vor. „Sollten neue Maßnahmen ergriffen werden, wird die Bevölkerung umgehend informiert“, so der Premier. Um die Menschen nicht unnötig zu verwirren, werden die Maßnahmen erst kommuniziert, wenn sie auch in Kraft treten. Die Regierung stehe in engem Kontakt mit den Nachbarländern, um sich mit ihnen über die jeweilige Entwicklung auszutauschen, sagte Lenert.

Am Mittwoch rief Premierminister Xavier Bettel in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsministerin Paulette Lenert und dem Hochkommissar für den Landesschutz Luc Feller den Krisenstab "Pandemie" ein. Dabei wurde unter anderem eine Steigerung der Quarantänekapazitäten für Infizierte besprochen. Wie aus der Regierungsmitteilung hervorgeht, seien bei der nationalen Corona-Hotline in den letzten Tagen täglich rund 650 Anrufe eingegangen.

Wirtschaft leidet 

Die Epidemie setzt der Luxemburger Wirtschaft zu. Das betrifft ganz besonders das Hotel- und Gaststättengewerbe, wie Mittelstandsminister Lex Delles (DP) erklärte. Die Regierung hat beschlossen, kleinen und mittleren Betrieben in Not mit Vorschusszahlungen unter die Arme zu greifen (siehe Kasten unten). Mindestens 50 Prozent der staatlichen Hilfen muss der Betrieb später zurückerstatten. 

Die Anträge auf Kurzarbeit nehmen zu. Laut Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) haben in den vergangenen sieben Tagen 50 Betriebe einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt, darunter auch Industriebetriebe. Insgesamt sind 1.500 Mitarbeiter betroffen. Alle Unternehmen, die durch das Virus Einbußen haben, können Kurzarbeit beantragen. Die Virus-Epidemie gilt als "Cas de force majeure" (höhere Gewalt). Für Anfragen auf Kurzarbeit wegen dem Corona-Virus gibt es ein spezielles Formular, das auf www.guichet.lu (Cas de force majeure coronavirus) heruntergeladen werden kann. 


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