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Corona-Virus: Allgemeinmediziner an vorderster Front
Politik 16.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Allgemeinmediziner an vorderster Front

Die "Maisons Médicales" sollen zur Erstaufnahme der Covid-19-Patienten genutzt werden.

Corona-Virus: Allgemeinmediziner an vorderster Front

Die "Maisons Médicales" sollen zur Erstaufnahme der Covid-19-Patienten genutzt werden.
Foto: Guy Jallay
Politik 16.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Corona-Virus: Allgemeinmediziner an vorderster Front

In den kommende Tagen wird sich zeigen, ob die "Maisons médicales" als Erstaufnahmestellen für Covid-19-Patienten geeignet sind.

Der luxemburgische Allgemeinmediziner Dr. David Heck sagte am Montagmorgen auf RTL Radio, die am Sonntag von der Regierung angekündigte Nutzung der "Maisons médicales" als Erstaufnahmestellen für Covid-19-Fälle ergebe zwar Sinn, werde aber "recht kompliziert" werden. Besonders das zu erwartende Arbeitspensum werde für die Ärzte eine Herausforderung bedeuten.


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Heck wies darauf hin, dass die Aufnahme dort sowie die Tests jenen Patienten vorbehalten sei, die klare Symptome von Covid-19 aufweisen würden.

Es mache auch keinen Sinn, Menschen "vorsorglich" zu testen, wie oft gefordert werde: "Wer keine Symptome hat, bei dem schlägt der Test gar nicht an, obschon er infiziert ist. Das schafft dann eine trügerische Sicherheit, die gefährlich sein kann".

Es sei auch nicht möglich, Krankenscheine "präventiv" auszustellen, etwa bei Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, aber noch nicht infiziert seien. "Das Gesetz erlaubt uns dies im Moment gar nicht. Die CNS müsste dazu eine Sonderregelung treffen". Was allerdings ab sofort möglich sei, seien "virtuelle Arztbesuche" via Netz oder Telefon. Laut Heck müsse sich erst zeigen, ob dieser ungewohnte Ansatz funktioniere.

Personen, die nur grippeähnliche, aber nicht schwerwiegende Symptome hätten, sollten einfach zu Hause bleiben: "Ein Test ist dann auch nicht wirklich relevant", so Heck, der Schutz vor Ansteckung sei wichtiger.

Offizielle Einführung der "Tele-Consultation"

Das Sozialversicherungsministerium hat am Montagmorgen die offizielle Schaffung einer neuen medizinischen Nomenklatur angekündigt, des "Acte C45 de téléconsultation dans le cadre de l’épidémie coronavirus COVID-19".

Diese sieht vor, dass Patienten sich zur Diagnose, für die Ausstellung von Rezepten und die Vergabe von Krankenscheinen auch aus der Distanz an einen Arzt wenden können, also via Telefon oder Internet. Die gesetzlichen Bestimmungen werden damit an jene einer physischen Visite beim Arzt angeglichen.

Es wird allerdings unterstrichen, dass diese Maßnahme vor allem dann sinnvoll ist, wenn Arzt und Patient sich bereits kennen.

Bei schweren Symptomen wird weiterhin empfohlen, die allgemeinen Empfehlungen der Gesundheits-Behörden zu befolgen. Bei Notfällen und schweren Symptomen gilt weiterhin die Hotline 8002 8080.


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