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Corona-Krise: Mehr als 1.300 Infizierte in Luxemburg
Politik 1 4 Min. 25.03.2020

Corona-Krise: Mehr als 1.300 Infizierte in Luxemburg

Der Kampf gegen das Corona-Virus stand im Mittelpunkt des Regierungsrats am Mittwoch.

Corona-Krise: Mehr als 1.300 Infizierte in Luxemburg

Der Kampf gegen das Corona-Virus stand im Mittelpunkt des Regierungsrats am Mittwoch.
Foto: SIP/Julien Warnand
Politik 1 4 Min. 25.03.2020

Corona-Krise: Mehr als 1.300 Infizierte in Luxemburg

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Finanzielle Staatshilfen und der Stand der gesundheitlichen Versorgung - darüber informierten im Anschluss an den Regierungsrat Staatsminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert am Mittwoch.

1.333 Infizierte, 143 davon, die in Krankenhäusern versorgt werden müssen und 21 Patienten auf einer Intensivstation - die sechs Patienten aus dem französischen Mülhausen mit eingerechnet - vermeldete  Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch im Anschluss an den Regierungsrat. "Es kostet, was es kostet", das wiederholte Premierminister Xavier Bettel (DP): 8,8 Milliarden Euro wird die Regierung mobilisieren.

"Der Regierungsrat war ganz konzentriert auf den Kampf gegen das Corona-Virus und neue Maßnahmen, um die Wirtschaft zu stützen", sagte Bettel und unterstrich, dass Luxemburg eine ganz performante Wirtschaft und gesunde Staatsfinanzen habe.

Man werde, wenn nötig, die Wirtschaft über die nächsten Jahre stützen. "Fast neun Milliarden Euro an Hilfen - das ist nötig, angebracht und gerechtfertigt.

Kurzarbeit ausgeweitet

Die Kurzarbeit wird auf alle ökonomischen Bereiche ausgeweitet. Der Staat übernimmt dabei 80 Prozent des Gehaltes. Im Handel sind 15.000 Betriebe mit 100.000 Arbeitnehmern von der Krise derzeit direkt betroffen. Bettel stellte in Aussicht, dass unbürokratisch und schnell geholfen wird, dass aber a posteriori  auch geprüft wird, ob die Ansprüche gerechtfertigt waren.


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500 Millionen Euro pro Monat, eine Milliarde auf zwei Monate gesehen sind dafür vorgesehen. Es kamen bislang 20 000 Anträge auf Urlaub aus familiären Gründen herein - mit 200 Millionen Euro pro Monat schlägt das zu Buche. Die Direkthilfen für die Klein- und Mittelunternehmen, die auf 500 000 Euro gedeckelt sind, betragen 300 Millionen Euro. 

Hilfe für ganz kleine Betriebe 

Nun soll auch ganz kleinen Betrieben mit weniger als neun Arbeitnehmern mit einer Direkthilfe von 5 000 Euro geholfen werden. Das sind weitere 50 Mio. Euro, die schnell zur Verfügung gestellt werden. Kurzfristig wird so ein Betrag von 1,75 Milliarden Euro für die Wirtschaft bereitgestellt.


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Um die Liquidität der Betriebe zu erhalten, werden 4,5 Milliarden Euro nicht direkt vom Staat verlangt werden: Es handelt sich um Steuerzahlungen und Mehrwertsteuer, die gestundet werden. Indirekte Hilfen sozusagen. 50 Millionen Euro werden den Betrieben direkt an Mehrwertsteuer zurückerstattet und für 2,5 Milliarden Euro wird der Staat Garantien für Kredite geben

Ein Gesamtkuvert von fast neun Milliarden Euro, was 14 Prozent des BIP ausmacht: "Der Staat hilft maximal und geht weit über das hinaus, was andere Länder machen", betonte Bettel. Details geben gegen Abend der Finanz- mit dem Wirtschafts- und dem Mittelstandsminister bekannt. 

128 Millionen Euro für Hochkommissar für Nationalschutz

Dazu kommen weitere Ausgaben für Personal, Material und Infrastrukturen - allein der Hochkommissar für Nationalschutz erhielt ein Krisenbudget von 128 Millionen Euro, das noch aufgestockt werden kann. "Die Gesundheit unserer Bevölkerung hat absolute Priorität. Wir sind uns bewusst, dass die Maßnahmen große finanzielle Auswirkungen haben, aber es geht um Menschenleben und wir können es verkraften. 

Lenert: Vier Scanner zur Corona-Diagnostik gekauft 

"Es sind keine weiteren Sterbefälle aufgetreten und darüber bin ich sehr froh", sagte Lenert, die sich aber vor allem zu den gesundheitlichen Maßnahmen äußerte. "Wir kommen bei der Organisation gut voran. Heute Nachmittag um 14 Uhr wurde das Centre de soins avancés in Ettelbrück eröffnet." 


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Mehr als 10.000 Tests wurden mittlerweile durchgeführt. Lenert betonte, dass es keinen Sinn mache, Personen ohne Symptome zu testen, denn diese Tests seien negativ. "Man kann nicht präventiv testen." Man müsse derzeit auch noch haushalten mit den Tests, bis Nachschub da sei. Aber jeder mit Symptomen und aus einer Risikogruppe werde geprüft. 

Lenert teilte auch mit, dass weitere vier Scanner-Geräte gekauft wurden, die zur Corona-Diagnostik herangezogen werden können und die Tests ersetzen können. "Wir haben auch so viele positive Fälle, weil wir diese Diagnosen mit hinzuzählen. Das macht nicht jedes Land." Die ganz großen Material-Bestellungen seien derweil noch nicht angekommen und auch erst ein kleiner Teil aus China. 

Luxemburg bei Discovery-Studie dabei

Lenert bestätigte auch, dass Luxemburg bei der französischen Discovery-Studie als eines von sieben Ländern mitmache. Dabei werden vier Medikamente an Patienten getestet, auch dazu gibt es am Donnerstag Details. 

Im Krisenstab des Ministeriums seien sechs Arbeitsgruppen aktiv, unterstützt von 85 Experten aus anderen Ministerien und von außen. "Das erlaubt uns, professionell weiterzukommen." 

Lenert verwies auf eine Pressekonferenz, die sie am Donnerstag abhalten will, um gemeinsam mit den Experten, die derzeit noch mit dem Aufbau der Centres de soins avancés beschäftigt sind, auf die medizinischen Details einzugehen. Dann wird auch erklärt, wie die Telekonsultationen funktionieren. 

Aufruf mit überwältigendem Widerhall

Der Aufruf über govjobs.lu war derweil ein voller Erfolg. Mehr als 10.000 Freiwillige hätten sich eingeschrieben: 8 100 Pfleger und Mediziner und 2.400 für die anderen Bereiche. "Das medizinische und Pflegepersonal ist jetzt auf einem Listing erfasst, damit es bei Bedarf aktiviert werden kann. Die Einschreibung heißt nicht, dass man direkt eingezogen wird", erklärte Lenert.

Sie verwies auch darauf, dass die Rubriken für die Freiwilligen permanent erweitert würden, sodass man ruhig periodisch schauen soll und sein Engagement auch switchen könne. "Wir werden verschiedene Szenarien durchspielen und schauen, auf wen wir in welcher Phase zurückgreifen können."  

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