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Corona: Diese Beschränkungen werden verschärft
Politik 1 3 Min. 23.11.2020

Corona: Diese Beschränkungen werden verschärft

Paulette Lenert und Xavier Bettel bei ihrer Ankunft vor dem Staatsministerium.

Corona: Diese Beschränkungen werden verschärft

Paulette Lenert und Xavier Bettel bei ihrer Ankunft vor dem Staatsministerium.
Foto: Anouk Antony
Politik 1 3 Min. 23.11.2020

Corona: Diese Beschränkungen werden verschärft

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Premier Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert kündigen strengere Corona-Regeln ab Donnerstag an. Horesca-Betriebe müssen schließen.

Wie erwartet haben Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Montag strengere Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus angekündigt. Dies vor allem angesichts der Infektionszahlen, die sich in den vergangenen Tagen zwar stabilisiert hätten, allerdings auf einem zu hohen Niveau. Die Beschränkungen sollen am Donnerstag in Kraft treten und gelten erst einmal bis zum 15. Dezember. Diese hatte die Regierung bereits vor gut einer Woche präsentiert, wobei das zwangsweise Schließen von Cafés und Restaurants heraussticht. 

„Wir ziehen jetzt die Handbremse, damit wir später nicht in einen Lockdown müssen, der dann länger als drei Wochen dauert“, so Bettel. Die Lage sei zwar derzeit stabil, aber man wolle sich zusätzliche Luft geben. „Wir können es uns als Luxemburg nicht erlauben, dass mittelfristig keine Intensivbetten mehr zur Verfügung stehen.“ 

Laut Lenert befinden sich aktuell 181 mit Covid-19 infizierte Personen in Krankenhäusern in Behandlung, 45 zusätzlich auf der Intensivstation. Es falle zudem auf, dass mehr Patienten beatmet werden müssen, als dies noch vor einigen Wochen der Fall war. 

Restaurants keine Hotspots 

Die Gesundheitsministerin erinnerte daran, dass die Strategie der Regierung darauf fuße, die Infizierten ausfindig zu machen und zu isolieren sowie ihre Kontakte zurückzuverfolgen. Da derzeit rund fünf Prozent der Bevölkerung corona-positiv sei, bestehe jedoch die Gefahr, dass sich Cluster bildeten und das Tracing nicht mehr klappe, schon jetzt könne in der Hälfte der Fälle nicht mehr nachverfolgt werden, wo sich die Personen angesteckt haben. Sie unterstrich jedoch auch, dass die Altersstruktur der Infizierten stabil sei. Etwa 15 Prozent seien älter als 65 Jahre. 


Die erneute Zwangsschließung trifft die Gastronomen hart.
Gastronomie sieht sich als "Kollateralschaden"
Die neuen Maßnahmen der Regierung treffen vor allem den Horesca-Sektor hart. Selbst die großzügigen staatlichen Hilfen könnten für einige Betriebe nicht ausreichen.

Trotzdem richtete sie einen eindringlichen Appell an die Menschen: „Habt keinen Besuch, wenn nicht nötig!“ Dass Luxemburg bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen ist, führt Lenert unter anderem auf die von 23 bis 6 Uhr geltende Ausgangssperre und die durchgängig beibehaltene Maskenpflicht zurück. 

Bettel war es besonders wichtig zu unterstreichen, dass es sich bei Cafés und Restaurants nicht um Infektionshotspots handele. Die Betreiber hätten sich gut an die geltenden Vorschriften gehalten, aber es sei normal, dass es zu Interaktionen komme, wenn bis zu vier Personen an einem Tisch sitzen, um zusammen zu essen und zu trinken. „Wir können nicht von den Restaurants verlangen, den Abstand von zwei Metern einzuhalten, dann brauchen sie Tische von acht oder zehn Metern Länge.“  

Sporthallen und Schwimmbäder schließen

Neben den Betrieben aus dem Horesca-Bereich sind auch Kultureinrichtungen und Fitnessstudios betroffen. In Letzteren bestehe eine erhöhte Ansteckungsgefahr, da man teilweise keine Maske trage und heftiger atme. Auch Sporthallen und Schwimmbäder machen zu. Es bleibt aber weiterhin möglich, dass bis zu vier Personen gemeinsam im Freien sportlichen Aktivitäten nachgehen. Außerdem dürfen Elitesportler weiterhin trainieren. 

Auch der Schulsport soll möglich bleiben. In den höheren Klassen im Lyzeum wird zudem ein System mit alternierendem Präsenzunterricht eingeführt. Die Kantinen bleiben zwar geöffnet, aber der Mindestabstand von zwei Metern muss eingehalten werden. Schulausflüge werden ausgesetzt. 

Nur noch bis zu zwei Besucher im privaten Bereich

Die Entscheidung, dass die Zahl der Personen, die man bei sich zuhause empfangen darf ab Donnerstag von derzeit vier auf zwei reduziert wird, verteidigte Bettel. „Sobald man sich aus der familiären Blase hinaus begibt, besteht ein Risiko“. Man habe die Zahl aber auch nicht auf Null setzen wollen, weil viele Personen alleine lebten und ein Minimum an sozialem Kontakt benötigten.


Politik, Paulette Lenert und Xavier Bettel, PK Covid  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Die neuen Auflagen in der Übersicht
Am Mittwoch wird abgestimmt, die neuen Verschärfungen im Kampf gegen das Corona-Virus sollen dann ab Donnerstag gelten.

Bevor die neuen Regeln in Kraft treten können, muss das Parlament noch zustimmen. Dies wird aller Voraussicht nach am Mittwoch passieren. Ob nach dem 15. Dezember wieder Lockerungen vorgenommen werden, hänge von mehreren Faktoren ab, darunter der Reproduktionswert und die Zahl der freien Krankenhausbetten. Wie mögliche Lockerungen dann aussehen könnten, darüber wollten Bettel und Lenert nicht spekulieren.


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