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Conseil de Presse präsentiert Netiquette: Mit Respekt gegen den Hass
Für viele Nutzer der Kommentarfunktionen ist das Internet ein rechtsfreier Raum. Das stimmt jedoch nicht.

Conseil de Presse präsentiert Netiquette: Mit Respekt gegen den Hass

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Für viele Nutzer der Kommentarfunktionen ist das Internet ein rechtsfreier Raum. Das stimmt jedoch nicht.
Politik 2 Min. 25.09.2017

Conseil de Presse präsentiert Netiquette: Mit Respekt gegen den Hass

Eric HAMUS
Eric HAMUS
Hass soll im Leben keine Rolle spielen, weder offline, noch online. Damit dieser zumindest im Netz nicht weiter Fuß fasst, haben sich die Luxemburger Medien nun zusammen mit Bee Secure eine Netiquette ausgearbeitet.

(ham) - Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Eine Aussage, die wohl den meisten Nutzern einleuchtet. Und doch treiben sich in den Weiten des Netzes immer noch Protagonisten herum, die sich nicht um Manieren scheren oder andere Leser mit traurigen Hassbotschaften belästigen.

An eben diese Leute richtet sich die neue Netiquette, die der Luxemburger Presserat zusammen mit den Vereinigungen um Bee Secure ausgearbeitet hat. Der Netz-Knigge wendet sich in erster Linie an Nutzer der Kommentarfunktionen auf den Internetseiten der Luxemburger Medien und deren Plattformen in den sozialen Netzwerken.

Die Medien wollen nämlich eine konstruktive Diskussionskultur fördern, in der sich die Kommentierenden zwar kritisch zu Themen äußern, ohne sich aber im Ton zu vergreifen und Hass zu verbreiten.

Respekt statt Polemik

„Deshalb erfolgt in der Netiquette zuerst der Aufruf, sich sachlich zu äußern, nicht in Polemik zu verfallen und andere Menschen nicht zu beleidigen“, erklärt der Präsident des Presserates, Paul Peckels. Der gegenseitige Respekt sollte stets im Vordergrund stehen.

In der Folge werden Verhaltensweisen aufgezählt, die nicht toleriert werden, wie z.B. illegale Inhalte, rassistische Äußerungen oder diskriminierende Kommentare. Sollten die Regeln des respektvollen Miteinanders aber nicht befolgt werden, behalten sich die Medien verschiedene Rechte vor, die ebenfalls in der Netiquette festgehalten werden.

In einer ersten Phase werden die Nutzer auf ihr Fehlverhalten hingewiesen und ihre Kommentare gelöscht. Wiederholungstäter müssen aber damit rechnen, dass sie auf Dauer blockiert werden können. Außerdem werden die Medien bei strafbarem Benehmen sofort die Behörden einschalten.

Gegen Rassismus und Hass

Denn: „Rassismus und Hass sollen keinen Platz im Leben haben. Weder offline, noch online!“, bekräftigt Barbara-Gorges-Wagner vom Kinderjugendtelefon, das auch die Bee-Secure-Hotline mit verwaltet. An diese können sich die Internetnutzer nämlich wenden, sollten sie im Netz auf anstößige Inhalte treffen.

Dass es deren noch mehr als genug gibt, beweisen nicht nur die jüngsten Zahlen der Help- und Hotline. Zumal da die Dunkelziffer laut SNJ-Direktor Georges Metz weitaus höher ist. So wurden 2015 309 Beschwerden entgegengenommen. 2016 waren es allerdings nur noch 114, während bis zum 1. September dieses Jahres „nur“ noch 91 Anrufe entgegengenommen wurden. „Wir überprüfen die Klagen und geben diese gegebenenfalls an die Polizei weiter“, erklärt Barbara-Gorges-Wagner. Dies sei aber immerhin noch mehr als die Hälfte der Fälle.

„Der Presserat macht sich mit seinen Partnern dafür stark, dass die Medien diese Netiquette auch umsetzen“, bestätigt Paul Peckels. Dass nun sämtliche Medienhäuser die gleichen Regeln aufsetzen, sei natürlich von Vorteil nicht nur für Leser. „Die Medien selbst erhalten ein klares Regelwerk, auf das sie sich berufen können, wenn Nutzer sich darüber beschweren, dass ihr Kommentar noch nicht freigeschaltet wurde.“

Übrigens: Unter Netiquette versteht man eine Sammlung von Verhaltensvorschlägen oder -regeln, die das Miteinander im Netz für alle angenehmer machen sollen. Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern „Net“ (Netz, Internet) und „etiquette“ (Etikette, Verhaltenskodex).


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