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"Coffeeshop-Petition" knackt die 4.500
Legales Cannabis in Luxemburg? Ja bitte, fordert die Petition 1031.

"Coffeeshop-Petition" knackt die 4.500

Foto: AFP
Legales Cannabis in Luxemburg? Ja bitte, fordert die Petition 1031.
Politik 14.06.2018

"Coffeeshop-Petition" knackt die 4.500

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
In kürzester Zeit hat die Petition 1031, die sich für einen legalen Verkauf von Cannabis in Coffeeshops in Luxemburg einsetzt, das Quorum von 4.500 Unterschriften erreicht. Damit kann sie im Parlament debattiert werden.

Ein Coffeeshop-Modell nach niederländischem Vorbild und damit eine Legalisierung des Verkaufs von Cannabis unter kontrollierten Bedingungen, das ist das Ziel der Petition 1031, die im Mai bei der Chamber eingebracht wurde. 

Dem Petenten gehe es "um eine Duldungspolitik für den Verkauf sowie Konsum des Cannabis" mit dem Ziel "die Drogenkriminalität in Luxemburg einzudämmen."  Polizeikräfte würden so entlastet, im Gegenzug Arbeitsplätze geschaffen. Und durch strenge Auflagen soll sichergestellt sein, dass der Verkauf sich an bestimmte Regeln hält. So wäre der Handel mit Cannabis im Umkreis von 500 Metern von Schulen verboten, hier dürften folgerichtig keine Coffeeshops eröffnet werden. Mehr als fünf Gramm pro Person dürfte laut Petitionstext niemand erwerben. 


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Die Forderung stößt im Land offensichtlich auf offene Ohren: Ende Mai wurde die Petition hinterlegt, am Mittwoch, 13. Juni wurde sie zur Unterschrift freigegeben - und bereits am Donnerstagmorgen steht sie bei 4900 Unterschriften. Damit ist das erforderliche Quorum für eine Chamberdebatte in kürzester Zeit erfüllt.

Das Interesse kommt nicht von ungefähr: Im Frühjahr hatten bei einer Umfrage von TNS-Ilres 56% der befragten Luxemburger angegeben, für eine Legalisierung von Cannabis auch zu nicht-medizinischen Zwecken zu sein. 


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