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Claude Wiseler: "Plan zu komplex"
Politik 2 Min. 08.06.2019

Claude Wiseler: "Plan zu komplex"

Der frühere CSV-Fraktionschef Claude Wiseler (links) zusammen mit dem ehemaligen Parteipräsidenten Marc Spautz. Beide gaben ihre Ämter als Folge des Resultats bei den Parlamentswahlen ab. Ihnen folgten Martine Hansen und Frank Engel nach.

Claude Wiseler: "Plan zu komplex"

Der frühere CSV-Fraktionschef Claude Wiseler (links) zusammen mit dem ehemaligen Parteipräsidenten Marc Spautz. Beide gaben ihre Ämter als Folge des Resultats bei den Parlamentswahlen ab. Ihnen folgten Martine Hansen und Frank Engel nach.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 Min. 08.06.2019

Claude Wiseler: "Plan zu komplex"

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Der CSV-Spitzenkandidat bei der vergangenen Parlamentswahl sieht zu komplizierte Strategie als Grund für das Scheitern seiner Partei. Der neuen CSV-Spitze stärkt er den Rücken.

Der ehemalige CSV-Fraktionschef und Spitzenkandidat bei der Parlamentswahl im vergangenen Oktober, Claude Wiseler, hat sich acht Monate nach dem Urnengang erstmals zum Scheitern seiner Partei geäußert. In einem Interview beim Radiosender RTL meinte Wiseler, die Wahlkampfstrategie der CSV sei zu komplex gewesen. Anstatt auf ein globales Zukunftskonzept für die nächsten fünfzehn Jahre, den sogenannten "Plan für Luxemburg",  zu setzen, hätte man besser daran getan, einzelne Punkte stärker in den Vordergrund zu rücken. Außerdem habe sich seine Partei aufgrund der guten Wahlprognosen unfreiwillig auf der sicheren Seite gewähnt und deswegen nicht um jede einzelne Stimme bis zum Schluss gekämpft.

Er selbst sei nach der Wahl vom Resultat schwer enttäuscht gewesen, übernehme allerdings auch die Verantwortung dafür. Ihm täte es vor allem leid, all jene Menschen enttäuscht zu haben, die ihre Hoffnungen in ihn gesetzt hätten. Die Kritik er sei "zu nett" empfinde er als nervig. Er werde seine Art jedenfalls nicht ändern. Mit Blick auf die herben Verluste seiner Partei bei der EU-Wahl im Mai meinte Wiseler, es greife zu kurz, diese nur mit den eher unbekannten Kandidaten zu erklären.

Wiseler stützt Frank Engel

Die Partei müsse sich programmatisch neu aufstellen und Themen wie den Klimaschutz stärker besetzen. Auch die Kommunikation nach Außen müsse sich verbessern, vor allem mit Blick auf die junge Generation. Dies vor dem Hintergrund, dass die CSV bei den Erstwählern laut einer Studie der Universität Luxemburg nur auf dem dritten Rang gelandet sei.


Chamberwahlen 2018, Claude Wiseler,CSV..Foto:Gerry Huberty
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Dem neuen CSV-Präsidenten Frank Engel stärkte Wiseler den Rücken. Dieser sei zwar ein Typ, mit dem man sich streiten könne, allerdings brauche es gerade das in der Politik. Zudem stehe dieser zu getroffenen Vereinbarungen. Es sei jedenfalls falsch ihm die Verantwortung für die verlorene EU-Wahl zu geben. "In vier Monaten kann man eine Partei nicht komplett umkrempeln".

Bereit 2023 erneut zu kandidieren

An die Adresse der Regierung richtete der CSV-Politiker indes Kritik. Diese betreibe keine nachhaltige und in die Zukunft gerichtete Politik. Das einzige was die Dreierkoaltition besser könne als die CSV sei es "Geld auszugeben". Seine Partei dürfe nicht der Versuchung erliegen, den Menschen nun ebenfalls immer mehr zu versprechen, sondern müsse längerfristig denken.

Auf seine persönliche Zukunft angesprochen, dementierte Wiseler Gerüchte, er könne seiner Frau nach Straßburg und Brüssel folgen. Er werde sein Mandat als Chamberabgeordneter bis zum Schluss erfüllen und sei auch bereit, 2023 erneut zu kandidieren, falls seine Partei dies wünsche. "Ich habe zwar graue Haare, aber ich bin noch nicht im Rentenalter", so Wiseler.


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