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Claude Turmes kämpft gegen Tränen
Claude Turmes umarmt Ilda Calakovic, die er in den 1990er Jahren bei sich zu Hause aufgenommen hat.

Claude Turmes kämpft gegen Tränen

Jonathan Ponchon
Claude Turmes umarmt Ilda Calakovic, die er in den 1990er Jahren bei sich zu Hause aufgenommen hat.
Politik 11.10.2018

Claude Turmes kämpft gegen Tränen

Jonathan PONCHON
Jonathan PONCHON
Ilda Calakovic (27) war Ende der 1990er Jahren Kriegsflüchtling. Gemeinsam mit ihrer Familie wurde sie bei Claude Turmes aufgenommen. Nun ist die Ernährungsberaterin Luxemburgerin.

Ein Blick ins Publikum reicht und die Stimme wird brüchig. Mit einer Träne im Knopfloch sammelt sich Claude Turmes und sagt entschlossen: „Wir brauchen ein Luxemburg der Herzen!“ Die Person, die er dabei ansieht, ist Ilda Calakovic aus Bosnien.

Es war ihre Familie, die er Ende der 1990er Jahre in seinem Haus aufnahm. Doch als als der Krieg im ehemaligen Jugoslawien zu Ende war, sollte sie zurück in die Heimat. Doch da ihr Vater in Bosnien Polizist war, war eine sichere Rückkehr nicht gewährleistet. Claude Turmes kämpfte erfolgreich gegen die Abschiebung: Nun ist Ilda Luxemburgerin.

Ich hatte eine kleinere, heftigere Auseinandersetzung mit meinen polnischen und ungarischen Amtskollegen.

Es sind solche Werte, die Justizminister Felix Braz meint, als er auf der abschließenden Wahlveranstaltung der Grünen am Donnerstag vor das Publikum tritt. Er spricht von einer Sitzung der EU-Justizminister, am gleichen Tag. „Ich hatte dort eine kleinere, heftigere Auseinandersetzung mit meinen polnischen und ungarischen Amtskollegen“, berichtet Braz. Letztere verhinderten eine gemeinsame Erklärung, in der sich die europäischen Minister zur Wahrung der europäischen Grundrechtscharta bekennen wollten.


Nachhaltigkeitsminister François Bausch möchte weitere fünf Jahre in der Regierung bleiben und seine Mobilitätsstrategie umsetzen.
"Wir sind das Ersatzrad von niemandem"
Die Gréng beenden ihre erste Amtszeit in der Regierung. Sie hoffen bei den Wahlen auf zwei zusätzliche Sitze, damit bei der nächsten Regierungsbildung kein Weg an ihnen vorbeiführt.

Energie tanken für den Schlussspurt

Rund 250 Gäste kamen in den Rotondes in Bonneweg zusammen, um noch „einmal gemeinsam für den Schlusssprint Energie zu tanken“, wie Braz es ausdrückte. Die Kandidaten von Déi Gréng aus allen Bezirken klatschten sich ab und sprachen sich Mut zu für die letzten drei Tage bis zum Wahlsonntag. „Jetzt heißt es, insbesondere die unentschlossenen Wähler anzusprechen und sie für unsere Inhalte zu überzeugen“, erklärt Braz.

Die Klima-Queen aus Paris!

Nacheinander ergriffen die „Klima-Queen aus Paris“, wie Claude Turmes Umweltministerin Carole Dieschbourg mit einem Augenzwinkern nannte, Nachhaltigkeitsminister François Bausch und Felix Braz das Wort. Sie sprachen von einer Kehrtwende in der Umweltpolitik, vom Naturschutz, der gestärkt wurde, von einer nachhaltigen Mobilitätspolitik, von gesellschaftspolitischen Errungenschaften, den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Botschaft an den Wähler war einstimmig: „Wenn einem diese Dinge wichtig sind, dann wählt Déi Gréng!“ 


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