Claude Turmes ersetzt Camille Gira als Staatssekretär
(mth/DS) - Nach dem plötzlichen Tod von Staatssekretär Camille Gira am 16. Mai wird der aktuelle grüne Europaabgeordnete Claude Turmes (57) dessen Posten in der Regierung übernehmen. Er wird als neuer Staatssekretär im Nachhaltigkeitsministerium die Dossiers von Camille Gira bearbeiten. Da Turmes wie Gira aus dem Wahlbezirk Norden kommt, bleibt die regionale Repräsentativität gewahrt. Turmes, der die Grünen seit fast 20 Jahren im EU-Parlament vertritt, gilt als Spezialist für Energiefragen.
Claude Turmes wird auch als Spitzenkandidat die grüne Liste im Norden anführen Déi Gréng gaben die Personalentscheidung am Dienstagmorgen im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.
Die Nominierung von Claude Turmes muss noch vom außerordentlichen Parteitag der Grünen am 5. Juni bestätigt werden. Turmes braucht dabei drei Fünftel der Stimmen. Der grüne Co-Präsident Christian Kmiotek rechnet damit, dass Claude Turmes noch vor dem Nationalfeiertag am 23. als Staatssekretär vereidigt werden könnte.
Tilly Metz geht nach Straßburg
Tilly Metz (46) wird für Claude Turmes ins Europaparlament nachrücken. Metz lebt in Luxemburg-Stadt und ist frühere Bürgermeisterin von Weiler-la-Tour. Seit Juli 2012 koordiniert sie die „Cellule Indépendante Fusions Communales“ im Innenministerium. Seit 1994 unterrichtet sie als Psychopädagogin humanwissenschaftliche Fächer in der Erzieherausbildung im Lycée Technique pour Professions Educatives et Sociales (LTPES). Ihren Posten als beigeordnete Direktorin des LTPES will Tilly Metz aufgeben, wenn sie das Mandat in Straßburg antritt, was voraussichtlich in der Sitzungswoche im Juli der Fall sein wird.
Ihr Mandat im Gemeinderat der Hauptstadt wird Christa Brömmel übernehmen. Brömmel ist Chargée de direction für den Bereich der Maison Relais bei der Croix-Rouge.
Kontinuität
Im Rahmen der Pressekonferenz würdigten Co-Präsident Christian Kmiotek, der Nord-Abgeordnete Gérard Anzia, Tilly Metz und der scheidende EU-Abgeordnete Claude Turmes noch einmal die Verdienste ihres verstorbenen Kollegen Camille Gira. Gira habe "Außerordentliches" geleistet und sei daher nur schwer zu ersetzen. Dennoch müsse man die Kontinuität seiner Arbeit gewährleisten. Gérard Anzia, der die Entscheidung seiner Partei begrüßte, betonte, dass "die Grünen im Norden eine Stimme" brauchen.
Claude Turmes sieht sich in der Verantwortung, die Arbeit von Camille Gira weiterzuführen. Sollte er gewählt werden, werde er sein Mandat im Parlament auch annehmen, so Turmes weiter. Ab dem 1. Juni wird er wieder in seinem Heimatort Diekirch wohnen.
Am Samstag soll eine offizielle Gedenkfeier für Camille Gira stattfinden. Um an ihn zu erinnern, wird im Regierungsviertel eine Linde gepflanzt.