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Claude Meisch zur Mehrsprachigkeit: "Mehr Französisch, nicht weniger Luxemburgisch"
Politik 24.11.2016

Claude Meisch zur Mehrsprachigkeit: "Mehr Französisch, nicht weniger Luxemburgisch"

Claude Meisch setzt auf Mehrsprachigkeit im Bildungswesen.

Claude Meisch zur Mehrsprachigkeit: "Mehr Französisch, nicht weniger Luxemburgisch"

Claude Meisch setzt auf Mehrsprachigkeit im Bildungswesen.
Foto: Chris Karaba
Politik 24.11.2016

Claude Meisch zur Mehrsprachigkeit: "Mehr Französisch, nicht weniger Luxemburgisch"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Claude Adam (Déi Gréng) befasst sich am Donnerstag in einer Interpellaton mit der Mehrsprachigkeit in Luxemburgs Schulen. Bildungsminister Claude Meisch hat sich im Vorfeld in einem offenen Brief zu Wort gemeldet.

(ml) - Die Mehrsprachigkeit im luxemburgischen Bildungswesen ist am Donnerstag im Parlament das Thema einer Interpellation von Claude Adam (Déi Gréng). Im Vorfeld der Debatte ruft Unterrichtsminister Claude Meisch in einem offenen Brief dazu auf, "sachlich und korrekt" über das Thema zu diskutieren. Eine gelungene Integration sei nicht gewährleistet, indem man einzig und allein auf die luxemburgische Sprache setze.

Die Regierung wolle die Kinder früher als bislang mit der französischen Sprache vertraut machen. Dies bedeute jedoch nicht, dass das Französische hierzulande einen höheren Stellenwert bekäme, lautet die Kernbotschaft von Claude Meisch. Ziel sei es, den Ansprüchen, die es seit geraumer Zeit bei den Schulprogrammen und den Einstellungsverfahren beim Staat gebe, gerechter zu werden.

Unbegründete Angst

"Mehr Französisch" bedeute nicht "weniger Luxemburgisch", stellt Meisch klar. Es gehe lediglich darum, die Kinder besser auf die hiesigen Gegebenheiten in Bezug auf die Sprache vorzubereiten. Die Vorstellung, dass die Kinder nur begrenzte Fähigkeiten für mehrere Sprachen hätten, werde von der Wissenschaft widerlegt. Auch die Angst, dass die Mehrsprachigkeit vor allem ausländische Kinder belaste, hält der Minister für unbegründet. 

Neben der Interpellation zur Mehrsprachigkeit in Luxemburgs Bildungssystem befassen sich die Abgeordneten am Dienstag nochmals mit der Schule. Auf der Tagesordnung steht der Gesetzentwurf 7011, mit dem das Gesetz über das "Lycée Edward Steichen" abgeändert wird. Das Gebäude wird zur Rentrée 2018 in Clerf eröffnet. Ursprünglich sollte dort lediglich in der untersten Stufe des Technique unterrichtet werden. Das Angebot wird nun erweitert. Vorgesehen ist eine Struktur für Schüler mit spezifischen Bedürfnissen.

Den Auftakt der Sitzung macht ein Gesetzesprojekt mit dem eine Frauenquote von 40 Prozent bei den Listen für die Parlaments- und Europawahlen eingeführt wird. Parteien, die sich nicht an die Spielregeln halten, müssen mit Einbußen bei der Parteienfinanzierung rechnen.


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