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Chronische Leiden: Zwei spezialisierte Zentren für Schmerzpatienten
Politik 28.04.2015

Chronische Leiden: Zwei spezialisierte Zentren für Schmerzpatienten

Zu den häufigsten chronischen Leiden gehören andauernde Rückenschmerzen, heftige Migränen sowie Schmerzen in Folge von Krebserkrankungen.

Chronische Leiden: Zwei spezialisierte Zentren für Schmerzpatienten

Zu den häufigsten chronischen Leiden gehören andauernde Rückenschmerzen, heftige Migränen sowie Schmerzen in Folge von Krebserkrankungen.
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Politik 28.04.2015

Chronische Leiden: Zwei spezialisierte Zentren für Schmerzpatienten

Rund 10.000 Personen leiden offiziellen Schätzungen zufolge in Luxemburg an chronischen Schmerzen. Im Rahmen des neuen Spitalplans will Gesundheitsministerin Lydia Mutsch das Behandlungsangebot in zwei spezialisierten Zentren ausbauen.

(BB) - „Manchmal warten die Patienten mit chronischen Schmerzen bis zu fünf oder sechs Monate, bevor sie einen Termin in einer spezialisierten Pflegeabteilung bekommen. Viele schauen sich dann nach einer Behandlung im Ausland um. Das muss sich ändern“, schildert die grüne Abgeordnete Josée Lorsché.

In der Gesundheitskommission hatten Déi Gréng am Dienstag um eine Stellungnahme von Ressortministerin Lydia Mutsch gebeten. Angedacht ist, im Rahmen des neuen Spitalplans das Behandlungsangebot für chronische Leiden auszubauen.

Bis zu 10 000 betroffene Patienten

Chronische Schmerzen beeinträchtigen laut Lydia Mutsch in Luxemburg die Lebensqualität von bis zu 10.000 Menschen. Am weitesten verbreitet sind andauernde Rückenschmerzen, heftige Migränen, entzündliche Gelenkerkrankungen, sowie chronische Leiden im Zusammenhang mit Tumoren und neurodegenerativen Erkrankungen. Für die Betroffenen führen die Leiden zu erheblichen Beeinträchtigungen, weil sie oftmals ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können und auf starke Medikamente zurückgreifen müssen, um die Schmerzen zu lindern.

„Neben den individuellen Folgen haben die chronischen Schmerzen auch einen volkswirtschaftlichen Impakt“, gibt der CSV-Abgeordnete Jean-Marie Halsdorf zu bedenken. Mit einer entsprechenden Versorgung könnten wiederholte Krankschreibungen und schwerfällige Therapien vermieden werden.

Umfassende Versorgung

Im Rahmen der Neuausrichtung des Spitalwesens sollen nun zwei spezialisierte Zentren eine umfassende Versorgung anbieten. Bestehende Schmerzeinheiten im CHL sowie ein gemeinsames Projekt des Rehazenters und der ZithaKlinik könnten ausgebaut resp. umgesetzt werden.

Eine Anlaufstelle für Schmerzkranke hatte die Zitha bereits 2005 eingerichtet. Diese musste aber vor zwei Jahren wegen fehlender öffentlicher Mittel den Betrieb einstellen. 

Das neue Angebot wird multidisziplinäre Teams aus Ärzten und weiteren Gesundheitsspezialisten vereinen, so Lydia Mutsch. Die beiden Zentren sollen auch Konventionen mit den anderen Spitälern des Landes unterzeichnen, um die Betreuung auszuweiten.

Bessere Rückerstattung von der CNS

Die Schmerzbehandlungen sollen darüber hinaus von der Krankenkasse besser rückerstattet werden. Die Nomenklatur bei der Sozialversicherung werde dementsprechend überarbeitet, hieß es im Anschluss an die parlamentarische Kommission. Weitere Details über die Tarife blieben aber aus. Die Politik habe jedenfalls den Handlungsbedarf für Schmerzpatienten anerkannt, so die politische Botschaft.


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