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Was gibt's Neues in der Grundschule?
Politik 2 Min. 15.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Chefredakter fir een Dag

Was gibt's Neues in der Grundschule?

2016/17 tritt die überarbeitete Fassung der Bilans intermédiaires flächendeckend in Kraft.
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2016/17 tritt die überarbeitete Fassung der Bilans intermédiaires flächendeckend in Kraft.
Foto: Serge Waldbillig
Politik 2 Min. 15.09.2016 Aus unserem online-Archiv
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Was gibt's Neues in der Grundschule?

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
2016/17 erwarten Lehrer und Schüler im Fondamental einige Änderungen. Wir haben die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst.

(mig) - Im Februar 2016 ist es Claude Meisch gelungen, mit der Lehrergewerkschaft SNE ein Maßnahmenpaket auszuhandeln, mit dem Ziel, die Schulentwicklung in den Grundschulen voranzutreiben und die Schulqualität zu verbessern. Die ausgehandelten Maßnahmen fließen in ein Gesetzesprojekt, das derzeit ausgearbeitet wird.

  • Ein zentrales Element ist die progressive Einstellung, ab 2016/17 bis 2019/20, von 150 spezialisierten Fachkräften mit einem Masterdiplom zur Unterstützung und Förderung von lernschwachen und verhaltensauffälligen Kindern. Die Einstellung der 150 Lehrer entspricht den 3 500 Unterrichtsstunden, die im Rahmen des Lehrerkontingents bis 2019 hätten abgebaut werden sollen.
  • Nach einer zweijährigen Testphase werden die neuen „Bilans intermédiaires“ ab diesem Herbst in den Zyklen 2.1, 3.1. und 4.1 flächendeckend eingesetzt. Zentrale Neuerung ist die Wiedereinführung eines Notensystems (A: excellent, bis D: insuffisant). Im Zyklus 1 bleibt alles beim Alten.
  • Für Schüler des Zyklus 4.1. (5. Schuljahr) tritt die neue Orientierungsprozedur in Kraft. Sie wurde Anfang Juli vom Parlament verabschiedet. Für Schüler des Zyklus 4.2 gilt in diesem Jahr noch die alte Prozedur. Kern der neuen Prozedur ist die engere Einbindung der Eltern in die schulische Orientierung der Kinder. Der „Conseil d'orientation“, der bisher die Entscheidung getroffen hat, wurde abgeschafft. Erfahrungsgemäß sind Lehrer und Eltern sich in über 80 Prozent der Fälle ohnehin über die schulische Laufbahn der Schüler einig. Lehrer und Eltern treffen die Entscheidung künftig gemeinsam. Kommt es dennoch zu Meinungsverschiedenheiten, landet der Fall vor einem nationalen Orientierungsausschuss. Das „Examen de recours“ wurde abgeschafft.
  • Grundschullehrer müssen ab diesem Schuljahr jährlich 16 Stunden Weiterbildung absolvieren. Bislang waren es acht Stunden.
  • Neu ist ab diesem Jahr das mit der Beamtendienstrechtsreform eingeführte dreijährige berufsbegleitende Praktikum für Berufsanfänger. Im ersten Ausbildungsjahr erhalten die Lehrer 80 Prozent des Anfangsgehaltes, im zweiten und dritten Jahr sind es jeweils 90 Prozent.
  • Neu ist auch die Bachelor-Ausbildung „en cours d'emploi“ an der Uni Luxemburg für Lehrbeauftragte und Religionspädagogen, die das Lehrerdiplom nachholen wollen. Die Ausbildung dauert zwei Jahre.
  • Ab diesem Schuljahr haben alle Klassen des Zyklus 4 Zugriff auf die Online-Lernplattform „MathemaTIC“. Dabei handelt es sich um ein digitales Pilotprojekt mit einem vollständig computerbasierten Mathematikunterricht.

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