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Chamberkommission befasst sich mit Wohnungskrise
Politik 2 Min. 17.10.2019

Chamberkommission befasst sich mit Wohnungskrise

Die Abgeordneten sind sich weitestgehend darüber einig, dass das Angebot auf dem Wohnungsmarkt dem Wachstum des Landes Rechnung tragen muss.

Chamberkommission befasst sich mit Wohnungskrise

Die Abgeordneten sind sich weitestgehend darüber einig, dass das Angebot auf dem Wohnungsmarkt dem Wachstum des Landes Rechnung tragen muss.
Photo: Lex Kleren
Politik 2 Min. 17.10.2019

Chamberkommission befasst sich mit Wohnungskrise

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Die immer besorgniserregenderen Entwicklungen auf dem luxemburgischen Wohnungsmarkt waren heute Thema im zuständigen Parlamentsausschuss. Konkrete Gegenmaßnahmen wurden dabei nicht präsentiert.

Die Zahlen, die das Statistikamt Statec Anfang des Monats veröffentlichte, ließen aufhorchen. Um nicht weniger als 11,4 Prozent stiegen die Immobilienpreise hierzulande zwischen dem zweiten Quartal 2018 und dem zweiten Quartal 2019. 

So liegt der Durchschnittspreis für eine neue Wohnung aktuell bei 7.158 Euro pro Quadratmeter. Für den Kauf eines Einfamilienhauses sind hierzulande im Schnitt gar 742.335 Euro fällig, wobei die Kosten stark von der Lage abhängig sind. So kostet ein Haus im Kanton Luxemburg rund doppelt so viel wie eine vergleichbare Immobilie im Norden des Landes. 


Die Immobilienpreise sind zwischen 2018 und 2019 stärker gestiegen als in den Jahren zuvor.
Statec: Immobilienpreise steigen unaufhaltsam
Zwischen dem 2. Quartal 2018 und dem 2. Quartal 2019 sind die Verkaufspreise von Immobilien um 11,4 Prozent gestiegen. Diese Zahlen hat der Statec am Montag veröffentlicht.

In der zuständigen Chamberkommission wurden die Zahlen des Statec heute den Abgeordneten vorgestellt. Die sind sich darüber einig, dass Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. Wie diese jedoch konkret ausgestaltet werden können, bleibt weiterhin unklar. 

Investitionen erhöhen 

Der neue grüne Wohnungsbauminister Henri Kox betont, die öffentliche Hand sei nun gefordert, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Dazu müsse der rechtliche Rahmen jedoch weiter angepasst werden. So könne beispielsweise der neue Baulandvertrag Abhilfe schaffen. Insgesamt müsse das Angebot deutlich erhöht werden, dabei soll auch die Zusammenarbeit mit den Kommunen ausgeweitet werden.  

Für Max Hahn (DP) sind die Zahlen zwar besorgniserregend, jedoch nicht neu. Er sieht die Politik nun in der Pflicht, gegenzusteuern. Dabei betonte er die Notwendigkeit eines Zusammenspiels mehrerer Maßnahmen. Das primäre Ziel sei es, das Angebot auf dem Wohnungsmarkt deutlich auszubauen. Zudem müsse von staatlicher Seite mehr Geld in den Erwerb neuer Bauflächen investiert werden. Auch der geplante neue Baulandvertrag sowie die Reform der Grundsteuer seien wichtige Schritte zur Bewältigung des Problems, so Hahn weiter.

Aus Sicht des LSAP-Generalsekretärs Yves Cruchten seien die Zahlen des Statec zwar von Nutzen für die Politik, um das Wohnungsproblem anzugehen, dennoch fehlten beispielsweise genaue Zahlen bezüglich des Leerstandes hierzulande. Cruchten brachte in diesem Zusammenhang auch die Einführung einer entsprechenden Steuer ins Spiel. Dieses Modell existiert aktuell nur auf kommunaler Ebene. Der LSAP-Politiker brachte nun die Idee ins Spiel, diese Steuer auch auf nationaler Ebene einzuführen. 

Wachstum als Fundament der Wohnungskrise

Für Roy Reding ist klar, dass der Anstieg der Wohnungspreise vor allem auf das beispiellose demografische und wirtschaftliche Wachstum Luxemburgs zurückzuführen ist. Auch spiele der Einfluss groß angelegter Wohnungsbauprojekte wie jenem auf der Cloche d'or eine wichtige Rolle. Solche Großprojekte seien ein wichtiges politisches Instrument, um die Entwicklung der Wohnungspreise zu steuern.


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Auch der CSV-Abgeordnete Marc Lies sieht im Wachstum des Landes die zentrale Ursache für die steigenden Wohnungspreise. Dadurch dass man es in den vergangenen Jahren versäumt habe, die Zahl der neugebauten Wohnungen an das Bevölkerungswachstum anzupassen, sei die Wohnungsnot nun die logische Konsequenz. Er sieht die Regierung nun in der Pflicht, massive Investitionen im Bereich des Wohnungsbaus vorzunehmen. 

Für Marc Goergen (Piratenpartei) sind die Zahlen des Statec wenig überraschend. Als Gegenmaßnahme schlägt er beispielsweise vor, stärker in die Höhe zu bauen, um so flächenschonend neuen Wohnraum schaffen zu können. Auch müsse verhindert werden, dass ausländische Investoren lediglich in  Wohnanlagen investieren, um daraus Profit zu generieren. 


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