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Chamber: Noch kein (Leitungs)wasser marsch
Politik 2 Min. 12.11.2019

Chamber: Noch kein (Leitungs)wasser marsch

Die fünf Petitionäre Yann Liasse, Alex Gansen, David Kieffer, Michelle und Aline Schaltz  (v.l.n.r.)

Chamber: Noch kein (Leitungs)wasser marsch

Die fünf Petitionäre Yann Liasse, Alex Gansen, David Kieffer, Michelle und Aline Schaltz (v.l.n.r.)
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 12.11.2019

Chamber: Noch kein (Leitungs)wasser marsch

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die Regierung setzt in Bezug auf den Konsum von Leitungswasser eher auf Förderung durch Sensibilisierung als auf eine gesetzliche Verpflichtung zum Ausschank in der Gastronomie. In zwei Jahren wird Bilanz gezogen.

Am Dienstag  haben fünf Petitionäre rund um Initiator David Kieffer im Parlament ihre Forderung für das Recht auf Leitungswasser für Gäste in Cafés und Restaurants präsentiert. 

David Kieffer machte zu Beginn deutlich, dass es ihm und seinen Mitstreitern mit ihrer Forderung in erster Linie um das Klima und die Umwelt gehe. Es sei erwiesen, dass Leitungswasser zwischen 100 und 1000 Mal umweltschonender als Mineralwasser aus Glas- oder Plastikflaschen, egal ob Einweg oder nicht. Dazu komme, dass das Leitungswasser, das meist kontrollierte Lebensmittel in Luxemburg, rund 5 000 Kontrollen pro Jahr, und der Konsum absolut unbedenklich sei. Obwohl sich Luxemburg Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben habe, seien bereits am 16. Februar alle erneuerbaren Ressourcen aufgebraucht und das Großherzogtum lebe ab diesem Moment auf Kosten des Planeten. 

Die Frage nach dem Preis

Alle anwesenden Abgeordneten zeigten sich grundsätzlich damit einverstanden, dass die Qualität des heimischen Leitungswassers hoch und die Initiative deswegen begrüßenswert sei. Allerdings stellten einige die Frage, wie hoch der Preis für ein Glas Leitungswasser denn nach Ansicht der Petitionäre sein solle. Schließlich mache der Verkauf von Mineralwasser einen nicht zu unterschätzenden Teil des Umsatzes von Cafés und Restaurants aus. 


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Kieffer zeigte sich grundsätzlich dafür offen, dass Leitungswasser auch einen Preis haben soll. Er bedauerte in diesem Zusammenhang, dass der Dachverband der Hoteliers, Restaurateure und Cafetiers (Horesca) nicht auf die Frage nach einem Idealpreis geantwortet habe. Diese Frage stehe aber auch nicht im Mittelpunkt der Überlegungen. 

Über 50 Prozent Bleirohre

Auch wenn er die Petition befürworte, gab Jean-Marie Halsdorf (CSV) in Bezug auf die Hygiene zu bedenken, dass mehr als 50 Prozent aller Wasserleitungen in Luxemburg Bleirohre seien und somit die Gefahr von Bleiablagerungen im Wasser bestehe. Charles Margue (Déi Gréng) hob noch einmal hervor, dass, wie zuvor bereits von Kieffer angemerkt, der hiesige Mineralwasserfabrikant Rosport Leitungswasser nicht als Konkurrenz betrachte. Diese komme eher aus dem Ausland.

Die anwesenden Minister zeigten sich zwar ebenfalls von der Initiative angetan, plädierten jedoch beide eher dafür, einen anderen Weg als den gesetzlichen zu gehen. Laut Kommissionspräsidentin Nancy Arendt (CSV) werden, wahrscheinlich ab dem kommenden Sommer, sowohl eine Sensibilisierungskampagne bei den Gastronomen als auch eine Werbekampagne für das Leitungswasser gestartet. Nach etwa zwei Jahren wird dann Bilanz gezogen. Sollte diese negativ ausfallen, werde der Gesetzgeber seine Verantwortung wahrnehmen.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war die Rede von "Stahlrohren", es waren aber natürlich Bleirohre gemeint. Wir haben den Fehler korrigiert. Entschuldigung!


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