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Chamber: Diskussion über Integration
Politik 2 Min. 28.01.2021

Chamber: Diskussion über Integration

Laut Regierungsangaben leben in Luxemburg derzeit 170 verschiedene Nationalitäten. Wie diese bestmöglich zusammenleben sollen, wurde gestern in der Chamber diskutiert.

Chamber: Diskussion über Integration

Laut Regierungsangaben leben in Luxemburg derzeit 170 verschiedene Nationalitäten. Wie diese bestmöglich zusammenleben sollen, wurde gestern in der Chamber diskutiert.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 28.01.2021

Chamber: Diskussion über Integration

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Im Parlament wurde am Donnerstag über den gesellschaftlichen Zusammenhalt debattiert. Bei allem Konsens nimmt die ADR eine Sonderrolle ein.

Auf Anfrage von Paul Galles (CSV) debattierten die Abgeordneten in der Chamber am Donnerstag über die Integrationspolitik sowie das neue Integrationsgesetz. „Wir dürfen uns nicht mit dem schönen Schein zufriedengeben“, meinte Galles angesichts des oftmals positiven Bilds des multikulturellen Luxemburgs in der Welt. Es bestehe nämlich die Gefahr, dass sich Parallelgesellschaften bildeten. Deswegen bedürfe es „einer Mitte, die nicht ausschließt, sondern verbindet“. 

Zur besseren politischen Teilhabe regte Galles unter anderem an, dass ausländische Mitbürger künftig automatisch in die kommunalen Wählerlisten eingetragen werden sollten, wenn sie zweimal an den Gemeindewahlen teilgenommen haben. Man könne sich auch ein Beispiel an den Bürgerräten nehmen, wie sie bereits in Ostbelgien existieren. Er plädierte zudem für einen Ausbau des Congé linguistique, auch und gerade für das Luxemburgische. Mit Blick auf Flüchtlinge und Personen ohne Papiere meinte Galles, dass diese nicht vom Einreichen eines Asylantrags entmutigt werden dürften. 

Sprache soll kein Hindernis sein 

Max Hahn (DP) hob die Rolle des Contrat d'acceuil et d'intégration (CAI) sowie des Parcours d'intégration accompagnée (PIA) als wichtige Integrationsinstrumente positiv hervor. Er lobte auch die multilinguale Frühförderung, die den Stellenwert des Luxemburgischen stärke. 

„Ein Land und eine Gesellschaft sind nur so gut, wie sie ihre Geschichte kennen“, meinte Simone Asselborn-Bintz (LSAP) mit Verweis auf die Tatsache, dass Luxemburg früher ein Auswanderungsland war. Von heute 445.000 Arbeitnehmern besitze nur ein Drittel die luxemburgische Staatsbürgerschaft, was zeige, dass das Großherzogtum von seiner Diversität profitiere. Die Sprache dürfe kein Hindernis für den schulischen Erfolg sein, hier könne eine teilweise Alphabetisierung auf Französisch helfen. 

„Mir wëlle bleiwen, wat mir ginn“  

„Mir wëlle bleiwen, wat mir ginn“, zitierte Charles Margue (Déi Gréng) seinen Namensvetter und Historiker Michel Margue. Ein Mensch, der nach Luxemburg komme, könne wegen der Komplexität des Landes nicht wissen, was ihn hier erwarte. Jeder müsse seinen Teil zu einer gelungenen Integration beitragen. Er kritisierte, dass sich das Integrationsangebot von Gemeinde zu Gemeinde unterscheide und plädierte für eine weitere Professionalisierung der Kommunen in diesem Bereich. 

Für Fred Keup (ADR) sind die öffentliche Schule, die persönliche Motivation der Zugezogenen und die Offenheit der Einheimischen die Hauptvoraussetzungen für gelungene Integration. Bei allem sprachlichen Entgegenkommen der Luxemburger dürfe dennoch erwartet werden, dass Immigranten Luxemburgisch lernen. „Ja, die Schule ist schwer für Ausländer, aber auch für Luxemburger, denn viele haben Probleme, Französisch zu sprechen.“ Dass vor allem in der Hauptstadt immer mehr Kinder Privatschulen besuchen, behindere deren Integration.  


Integration von Migranten hat sich verbessert
Laut einer internationalen Studie hat Luxemburg die Integration von Zugezogenen in den vergangenen fünf Jahren verbessert. Es besteht aber trotzdem noch Luft nach oben.

Für Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen (DP) reicht es nicht aus, von den Zugezogenen zu verlangen sich anzupassen. Sie stellte die Frage, ob der Begriff „Integration“ noch zeitgemäß sei, oder es nicht vielmehr darum gehe „sich gegenseitig kennenzulernen und zusammen ein Luxemburg zu schaffen“. 

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