CGFP-Vorständekonferenz: Wie ein Rufer in der Wüste
(mig) - Zwei Wochen hatten die Parteien Zeit, die CGFP wissen zu lassen, was sie von deren Forderungen zur Verbesserung des Staatsdienstes halten. Doch die Parteien ließen sich nicht so ohne Weiteres in die Pflicht nehmen.
KPL und déi Lénk als Unterstützer
Mit Ausnahme der KPL, die die Forderungen der CGFP bereits bei der großen Protestveranstaltung am 27. November unterstützte, haben nur déi Lénk schriftlich auf die Forderungen der Staatsbeamtengewerkschaft geantwortet. Die beiden Parteien wurden dann auch bei der Vorständekonferenz der CGFP am Montagabend in Dommeldingen namentlich erwähnt und gelobt.
Mit déi Lénk sei man sich in fast allen Fragen einig, sagte CGFP-Generalsekretär Steve Heiliger vor mehreren hundert Delegierten aus über 60 Mitgliedsorganisationen. Das betrifft die 80/80/90-Regelung und das Bewertungssystem, beides Maßnahmen, denen die CGFP im Reformabkommen zugestimmt hatte.
"Wir mussten damals die bittere Pille schlucken, um Schlimmeres zu verhindern. Die Alternative wäre ein großer Sozialkonflikt im öffentlichen Dienst gewesen", erklärte Heiliger. Dass man damals zugestimmt habe, bedeute aber nicht, "dass man bis in alle Ewigkeit daran festhalten muss, vor allem, wenn die Zeiten sich geändert haben und die Gegenleistung (Stage-Reform) nicht in dem Maße erfolgt ist, wie es ausgemacht war", so der Generalsekretär weiter.
Informationen aus Presseberichten
Von den anderen Parteien ist keine einzige dem Aufruf der CGFP, sich zu ihren Forderungen zu positionieren, gefolgt. Und so musste die Gewerkschaft sich ihre Informationen aus den Medien holen. "Wir haben die Aussagen mit Interesse und Erstaunen verfolgt", sagte Heiliger.
Die Aussage einer Partei, die Leistungsbewertung gehöre zum modernen Arbeitsverhältnis und sei im Sinne der Beamten, stieß bei der CGFP auf Unverständnis. Sie bleibt dabei: "Die Bewertung hat im öffentlichen Dienst nichts zu suchen." Man sei ein Dienstleistungssektor und kein auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes Privatunternehmen, so der Generalsekretär.
Ausländer im Staatsdienst
Wenig diskutiert worden sei der Vorschlag von Minister Dan Kersch, verstärkt Ausländer für den Staatsdienst zu rekrutieren. Ein Vorschlag, dem die CGFP nach wie vor kritisch gegenüber steht. "Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun", sagte der Generalsekretär. Nur sollte man vorerst andere Wege einschlagen, um den Personalmangel im Staatsdienst zu beheben, zum Beispiel durch eine Reform des Staatsexamens oder noch des Praktikums.
