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CGFP-Nationalvorstand: "Volles Gehalt für Berufsanfänger"
Politik 2 Min. 10.05.2017

CGFP-Nationalvorstand: "Volles Gehalt für Berufsanfänger"

Berufsanfänger beim Staat würden nicht ausgebildet, sondern als volle Arbeitskraft missbraucht, so der Vorwurf der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP.

CGFP-Nationalvorstand: "Volles Gehalt für Berufsanfänger"

Berufsanfänger beim Staat würden nicht ausgebildet, sondern als volle Arbeitskraft missbraucht, so der Vorwurf der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP.
Foto: Pierre Matge
Politik 2 Min. 10.05.2017

CGFP-Nationalvorstand: "Volles Gehalt für Berufsanfänger"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP fordert das volle Einstiegsgehalt für Berufsanfänger beim Staat. Präsident Romain Wolff erklärt, warum.

(mig/C.) - Die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP fordert für Berufsanfänger beim Staat das volle Einstiegsgehalt während des dreijährigen "Stage". "Wir haben der Beamtendienstrechtsreform unter der Bedingung zugestimmt, dass es zu einer grundlegenden Reform des Stage kommt", sagte am Mittwoch CGFP-Präsident Romain Wolff bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des CGFP-Nationalvorstandes.

Zu dieser Reform sei es nie gekommen. Statt die Stagiaires auszubilden, würden sie als volle Arbeitskraft missbraucht. Aus diesem Grund stehe ihnen auch das volle Einstiegsgehalt zu, so Romain Wolff. Die CGFP fordert, dass die 80/80/90-Regelung umgehend aufgehoben wird. Laut dieser Regelung erhalten Berufsanfänger in den ersten beiden Praktikumsjahren 80 und im dritten Jahr 90 Prozent des Einstiegsgehalts.

Anhebung des sozialen Mindestlohns

Nach Ansicht der CGFP herrscht ein Ungleichgewicht zwischen sozialem Mindestlohn und garantiertem Mindesteinkommen (RMG). Die CGFP fordert deshalb eine Anhebung des sozialen Mindestlohns um acht bis 15 Prozent, je nach Haushaltssituation. "Es kann nicht sein, dass Menschen, die einer Vollzeitarbeit nachgehen, noch auf Sozialleistungen angewiesen sind, um dezent leben zu können", so Romain Wolff. Vergleiche mit dem Ausland seien unzulässig, weil die Lebenskosten in Luxemburg höher seien als im Ausland, so Wolff.

Solidarisch mit Pflege- und Sozialsektor

Die CGFP ist solidarisch mit den Beschäftigten aus dem Pflege- und Sozialsektor, die noch immer auf ihre Karriereaufwertung warten. "Im Abkommen zwischen den Gewerkschaften und der Regierung vom November 2014 wurde explizit festgehalten, dass die Reformbestimmungen des öffentlichen Dienstes auch im Pflege- und Sozialsektor umgesetzt werden müssen. Das muss jetzt kommen", so Romain Wolff.

Streit um Flughafenverwaltung

Die CGFP äußerte sich auch zum Konflikt um die Flughafenverwaltung, die an das Privatunternehmen Luxairport ausgelagert werden soll. Die CGFP kritisierte den Schritt der Regierung, Luxairport mit der Zertifizierung und dem Betrieb des Flughafens zu betrauen, ohne sich mit den Sozialpartnern abzusprechen.

Nachdem die Schlichtung gescheitert ist, beginnt nun die Mediation. Wolff warf der Regierung vor, leichtherzig zu handeln und einen Sozialkonflikt in Kauf zu nehmen. "Sollte es zu einem Sozialkonflikt kommen, trägt die Regierung die alleinige Verantwortung", so der CGFP-Vorsitzende. Wolff sprach gar von einem möglichen Streik und fügte mahnend hinzu: "Man soll uns nicht unterschätzen."

Besteuerung von "Stock options"

Vor dem Hintergrund der Rede zur Lage der Nation und der darin beschriebenen finanziellen und wirtschaftlichen Situation des Landes, sieht die CGFP keinen Grund, am Renten- und Pensionssystem etwas zu ändern. Die Steuerreform wird ausdrücklich begrüßt, wenngleich die CGFP sich noch weitreichendere Vergünstigungen für Privatpersonen gewünscht hätte.

Bezüglich der so genannten "Stock options", Zusatzvergütungen, die vor allem Führungskräften in Großunternehmen gewährt werden, verlangt die CGFP, dass diese künftig zu 100 Prozent besteuert werden. Dadurch könnten jährlich zwischen 150 und 180 Millionen Euro mehr in die Staatskasse fließen.



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