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CGFP: Kritik an Handwerkerföderation
Politik 2 Min. 21.10.2020

CGFP: Kritik an Handwerkerföderation

Während der Corona-Krise arbeitete ein Großteil der Staatsbeamten von zu Hause aus. Inklusive des Bildungsbereichs waren es laut CGFP teilweise bis zu 24.000 Personen.

CGFP: Kritik an Handwerkerföderation

Während der Corona-Krise arbeitete ein Großteil der Staatsbeamten von zu Hause aus. Inklusive des Bildungsbereichs waren es laut CGFP teilweise bis zu 24.000 Personen.
Foto: dpa
Politik 2 Min. 21.10.2020

CGFP: Kritik an Handwerkerföderation

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die Staatsbeamtengewerkschaft verurteilt die rezenten Aussagen der Fédération des artisans zum Télétravail im öffentlichen Dienst. Die Regierung erhält ein gemischtes Zeugnis.

„Ich muss leider darauf eingehen, auch wenn ich es lieber nicht tun würde“, so Romain Wolff, Präsident der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP mit Blick auf die rezenten Behauptung seitens der Fédération des Artisans, der Großteil der Staatsbeamten habe während der sanitären Krise nicht gearbeitet und trotzdem den vollen Lohn erhalten. Dies stimme nicht, die meisten Beamten hätten nämlich von zu Hause aus weiter gearbeitet. Die Krise habe gezeigt, dass die Arbeit der Staatsbediensteten systemrelevant sei. 

Besonders übel stieß Wolff die Forderung der Handwerkerföderation auf, dass Beamte im Krankenschein 80 statt 100 Prozent ihres Gehalts bekommen sollten. „Dass die Vertreter der Fédération des Artisans Verschlechterungen bei ihren Kunden fordern, ist schon erstaunlich“, meinte Wolff. Statt Menschen gegeneinander auszuspielen, müsse man gerade jetzt solidarisch sein und an einem Strang ziehen. 

Kritik und Lob für Regierung 

Einen kleinen Seitenhieb gab es gegen Marc Hansen (DP), Minister für den öffentlichen Dienst. Man hätte sich gewünscht, dass dieser die Vorwürfe der Handwerkerföderation zurückweist. Das habe dann stattdessen Hansens Amtsvorgänger Dan Kersch (LSAP) getan, wohl im Namen der gesamten Regierung. 

Neben dem Streit mit der Handwerkerföderation ging es auf der Pressekonferenz am Mittwoch außerdem um die Einschätzungen des Etat de la nation und des Budgets 2021 durch den CGFP-Nationalvorstand. So bedauerte Generalsekretär Steve Heiliger, dass die Situation auf dem Wohnungsmarkt in der Rede von Premier Xavier Bettel (DP) keinen größeren Raum eingenommen hat. Dieses Thema müsse nun intensiv angegangen werden, und zwar zusammen mit den Sozialpartnern. Die Akzisenerhöhung auf Sprit, Gas und Heizöl bezeichnete er als „versteckte Steuer“, die in erster Linie auf Kosten der Privathaushalte gehe.

Klarer Rahmen für Heimarbeit gefordert

In Bezug auf die Téléarbeit fordert die CGFP einen generellen gesetzlichen Rahmen für alle Verwaltungen. Es müsse sowohl ein Recht auf Heimarbeit aber ebenso ein Recht auf Abschalten geben. Lob gab es unterdessen dafür, dass der Staat die Investitionen auf einem hohen Niveau halten will. „Den Fehler zu sparen, haben wir bereits in den Krisenjahren 2008 und 2009 begangen“, so Heiliger. 


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Von der Tripartite, die Anfang nächstes Jahres stattfinden soll, erwartet sich die CGFP in erster Linie, dass die Regierung einen Kassensturz präsentiert. Darüber hinaus stellten Beschäftigung und Steuern weitere wichtige Themen dar, die diskutiert werden müssten. Mit Blick auf das Ende dieses Jahres auslaufende Gehälterabkommen im öffentlichen Dienst erklärte Wolff, dass es noch keine Diskussionen mit Hansen gegeben habe.

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