Wählen Sie Ihre Nachrichten​

CGDIS: Sekunden, die Leben retten
Politik 3 Min. 28.02.2020

CGDIS: Sekunden, die Leben retten

Beispiel Sturm "Sabine": Die Herausforderungen gingen den CGDIS-Mitgliedern zuletzt nicht aus.

CGDIS: Sekunden, die Leben retten

Beispiel Sturm "Sabine": Die Herausforderungen gingen den CGDIS-Mitgliedern zuletzt nicht aus.
Foto: Laurent Blum
Politik 3 Min. 28.02.2020

CGDIS: Sekunden, die Leben retten

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Um 51 Sekunden ist die Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen am Einsatzort seit 2018 verkürzt worden. Das ist eine der positiven Folgen, die dem CGDIS zugeschrieben werden. Eine Zwischenbilanz.

Großfeuer bei Euro-Composites und Kronospan, mehrere Vegetations- und Waldbrände, Tornado in Käerjeng und Petingen und zuletzt Sturm „Sabine“: Über mangelnde Herausforderungen brauchten sich die Rettungskräfte in den zurückliegenden Monaten nicht zu beklagen. Herausforderungen, darin sind sich die Verantwortlichen einig, dank den mit dem CGDIS (Corps grand-ducal d'incendie et de secours) geschaffenen Strukturen – insbesondere die Zusammenlegung von Freiwilligen Feuerwehren und Protection civile – in effizienter Art und Weise bewältigt wurden.

 „Ziemlich viel ist gut geworden“ 

Dass sich das CGDIS bis dato bewährt hat, zu dieser Schlussfolgerung kommen auch Jean-Mathias Goerens, Franz-Josef Molitor und François Maurer. Das Expertentrio hatte die Aufgabe, eine Zwischenbilanz zu erstellen, so wie es bei der Annahme des CGDIS-Gesetzentwurfes im März 2018 von den Abgeordneten festgehalten worden war. Da Goerens, Maurer und Molitor vor über zehn Jahren vom damaligen Innenminister Jean-Marie Halsdorf (CSV) mit einer Bestandsaufnahme des luxemburgischen Rettungswesens betraut worden waren, kennen sie dessen Stärken und Schwächen. 


Ein Feldbrand in Hamm war im Juli der erste von mehreren Großeinsätzen.
Großeinsätze des CGDIS: Feuer und Flamme
2019 war für die Feuerwehren ein ereignisreiches Jahr. Denn gleich mehrmals mussten die Rettungskräfte zu beeindruckenden Großeinsätzen ausrücken.

Beispiel Einsatzzeiten. Wies die Bestandsaufnahme 2010 auf Defizite bei der Frist hin, die zwischen Eingang eines Notrufes und Eintreffen der Rettungskräfte am Einsatzort vergeht, werden die Einsätze nunmehr innerhalb der zeitlichen Vorgabe von 15 Minuten absolviert. Zwischen 2018 und 2019 habe man sich um 51 Sekunden verbessert, auf durchschnittlich 14 Minuten und fünf Sekunden, hebt Paul Schroeder hervor. Mit dieser Zeit gebe man sich nicht zufrieden, so der CGDIS-Generaldirektor: „Es besteht noch Verbesserungspotenzial“.

Innenministerin Taina Boffering (LSAP): Voraussetzungen sind gegeben, um eine der wichtigsten Dienstleistungen zu gewährleisten.
Innenministerin Taina Boffering (LSAP): Voraussetzungen sind gegeben, um eine der wichtigsten Dienstleistungen zu gewährleisten.
Foto: Guy Wolff

 Gleichsam unterstreicht er die Zeiteinsparungen, die mit der Einführung eines Einsatzleitsystems, im Ambulanzbereich (teils durch die Kasernierung der Einsatzkräfte), mit der Institutionalisierung des First-Responder-Modells und durch einen vierten Samu-Standortes in Hesperingen erfolgt seien; der Notarzt benötige etwa anderthalb Minuten, um auszurücken. 

„Es ist ziemlich viel gut geworden“, bestätigt denn auch Franz-Josef Molitor, dass das CGDIS dabei sei, sich gut zu entwickeln. Eine gute Note verteilt der deutsche Feuerwehrfachmann beispielsweise für die Umstrukturierung des 112; habe die Notrufzentrale in der Vor-CGDIS-Zeit lediglich Anrufe entgegen genommen und an die betroffenen Einsatzzentren weitergeleitet, funktioniere die Stelle im Zusammenspiel mit den Einsatzkräften vor Ort mittlerweile unterstützend und vorausschauend. „Dies kann einer angemessenen Hilfeleistung nur zuträglich sein.“ 

Andere positive Punkte, die der Zwischenbericht, der am Donnerstag im zuständigen parlamentarischen Ausschuss präsentiert wurde und in der Chamber diskutiert werden soll, enthält, betreffen die Ausbildung, mit dem Übergang von der Wissens- zur Kompetenzvermittlung, die Risikoanalyse samt Notfallplanung, den vorbeugenden Brandschutz, von dessen optimierter Qualität die Gemeinden profitieren, sowie die Kommandostrukturen, die geschaffen wurden und die Bewältigung der Einsätze erleichtern. 

„Marginale Beanstandungen“ 

Als marginal beschreibt Jean-Mathias Goerens die Beanstandungen, mit denen das Trio bei seinen Unterredungen konfrontiert worden sei. In den Gemeinden mache man sich da und dort Gedanken um die Frage der Verantwortung, freiwillige Helfer täten sich bisweilen schwer mit dem administrativen und zeitlichen Aufwand der Ausbildung, nennt er zwei Beispiele. 


Nach dem Tornado waren an vier Tagen bis zu 750 Rettungshelfer im Einsatz.
Gewappnet für den Großeinsatz
Mehrfach mussten in den vergangenen Wochen Hunderte Rettungshelfer in den Einsatz. Ohne Koordination geht nichts.

Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) zeigt sich folglich zufrieden mit der Zwischenbilanz der „Jahrhundertreform“, die ihr Vorgänger Dan Kersch (LSAP) initiierte. „Wir haben nunmehr alles unter einem Dach, jeder kennt seine Rolle, freiwillige und hauptamtliche Helfer werden gleichberechtigt behandelt und das freiwillige Engagement wird anerkannt.“ Damit seien die Voraussetzungen gegeben für eine der wichtigsten Dienstleistungen, die der Staat zu gewährleisten habe.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

CGDIS: Reform unter der Lupe
Vor sieben Monaten trat die Reform für Protection civile und freiwillige Feuerwehren offiziell in Kraft. Wir haben in vier Rettungszentren nachgefragt, wie die Situation sich seither entwickelt hat.
Lokales, CGDIS, RTW Rettungstransportwagen im Einsatz, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Fordern, nicht überfordern
Die Reform der Rettungsdienste tritt in Kraft. Bedeutendste Baustelle ist das Personalmanagement, gilt es doch zu gewährleisten, dass die Freiwilligen das Tempo der Umsetzung der Reform mithalten.
Premiere bei der Parade zu Nationalfeiertag: ein Einsatzfahrzeug mit dem CGDIS-Logo.
Reform der Rettungsdienste: Ziel vor Augen
Der Instanzenweg ist fast geschafft. Am Dienstag soll die Reorganisation der Rettungsdienste in der Chamber verabschiedet werden. Die Reform soll zum 1. Juli 2018 in Kraft treten.
Stichtag 20. März: Am Dienstag soll die Reform der Rettungsdienste die Abstimmungshürde überwinden.
Reform der Rettungsdienste: Transferpoker
Die Reform der Rettungsdienste gerät weiter in Verzug. Bei den Transfermodalitäten von Material und Kasernen durch das künftige Etablissement public legt sich der Staatsrat quer.
Der Staatsrat kritisiert die Übernahmebedingungen von Kasernen und Fuhrpark.