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CGDIS: "Gut aufgestellt und voll motiviert"
Politik 5 Min. 24.03.2020

CGDIS: "Gut aufgestellt und voll motiviert"

Die Rettungs- und Einsatzkräfte des CGDIS übernehmen wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise.

CGDIS: "Gut aufgestellt und voll motiviert"

Die Rettungs- und Einsatzkräfte des CGDIS übernehmen wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise.
Foto: Chris Karaba
Politik 5 Min. 24.03.2020

CGDIS: "Gut aufgestellt und voll motiviert"

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Niemand muss um seine Sicherheit fürchten. Das sagten am Dienstag Innenministerin Taina Bofferding und CGDIS-Generaldirektor Paul Schroeder bei einer Pressekonferenz.

Das öffentliche Leben steht weitestgehend still. Aber es gibt Dienstleistungen, die müssen auch in Krisenzeiten funktionieren. Das sind bestimmte kommunale Dienstleistungen, vor allem aber müssen die Rettungskräfte dauerhaft einsatzfähig sein, um Menschen in Notsituationen zu helfen und Leben zu retten. 


Lokales, CGDIS, Hotline Mitarbeiter, Coronavirus, Covid-19, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Das Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS) ist in diesen Tagen eine besonders wichtige Struktur. In den vergangenen Tagen haben die Verantwortlichen sich intensiv auf den Umgang mit der Krise vorbereitet. Wichtig ist, dass die 500 hauptberuflichen und 4.100 freiwilligen Einsatzkräfte geschützt sind, denn nur so können die Rettungskräfte in vollem Umfang ihren regulären und krisenbedingten zusätzlichen Aufgaben gerecht werden.

Zusammen mit Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) gab CGDIS-Generaldirektor Paul Schroeder am Dienstag bei einer Pressekonferenz wichtige Erläuterungen, wie die Rettungskräfte im Krisenmodus funktionieren. Hier ein Überblick:

Fünfter SAMU eher in Betrieb

Ab dem 1. April wird ein fünfter SAMU-Wagen auf dem Flughafen Findel in Zusammenarbeit mit der Air Rescue in Betrieb genommen. Eigentlich sollte die fünfte SAMU-Einheit erst zum 1. Mai in Betrieb gehen. Damit hat das CGDIS nun zwei SAMU-Wagen, die nicht in Krankenhäusern stationiert sind, was laut Paul Schroeder von Vorteil ist, "weil es die Krankenhäuser entlastet und es uns erlaubt, eine minimale Abdeckung der SAMU-Dienste aufrechtzuerhalten".

Das CGDIS hat Einsatzzentren identifiziert, die in jedem Fall funktionsfähig bleiben müssen. Sie befinden sich in der Stadt Luxemburg, in Esch/Alzette, in Ettelbrück und Diekirch. Hinzu kommen Zentren, in denen die Krankenwagen stationiert sind. Auch das Centre de soutien logistique in Lintgen, wo das Material gewartet und die Logistik organisiert wird, bleibt funktionsfähig.

Funktionsfähig bleiben muss auch der Notruf 112. Um die Menschen, die dort arbeiten, zu schützen, ist die 112-Struktur genau wie das Centre de soutien logistique für Außenstehende nicht mehr zugänglich

Mehr als 24.000 Anrufe in drei Wochen

Das CGDIS hat eine ganze Reihe von Aufgaben zur Bewältigung der Krise übernommen. Es koordiniert die Hotline (8002-8080). Seit die Hotline in Betrieb ist, wurden Schroeder zufolge über 24.000 Anrufe entgegengenommen

Das CGDIS sammelt Daten zu den Bettenkapazitäten und dem Personalbestand in den Krankenhäusern sowie zu seinem eigenen Personalbestand und leitet die Informationen täglich an das Gesundheitsministerium weiter, damit die Verantwortlichen immer auf dem neuesten Stand sind. Das CGDIS ist auch für die Koordination der Krankentransporte von Corona-Patienten aus Frankreich verantwortlich.

Zahl der Krankentransporte wird steigen

Sollte die Situation sich verschärfen und die Bettenkapazitäten in manchen Krankenhäusern knapp werden, ist es Aufgabe des CGDIS dafür zu sorgen, dass die Patienten dorthin gebracht werden, wo noch Kapazitäten frei sind. Das bezieht sich auch auf die Krankentransporte von den Krankenhäusern in die neuen Behandlungszentren (Centres de soins avancés) in den Messehallen in Kirchberg, in der Escher Rockhal, in der Deichhalle in Ettelbrück sowie im Kulturzentrum in Grevenmacher, die im Prinzip ab Dienstag alle in Betrieb sein sollen. Sie ersetzen die bisherigen Maisons médicales. Paul Schroeder rechnet mit einem Anstieg der Krankentransporte in diese neuen Strukturen.

Um die Krankentransporte zu bewältigen, arbeitet das CGDIS mit den sogenannten "Organismes de secours agréés" zusammen, darunter das Rote Kreuz und andere Krankentransportdienstleister.


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Das CGDIS ist auch für die Sicherheit auf dem Flughafen zuständig und muss hier permanent mit Flughafenfeuerwehrleuten präsent sein. Zwar wurde der Personenflugverkehr eingestellt, aber der Cargoflugverkehr läuft weiter.  

Maximaler Schutz für CGDIS-Mitarbeiter

Damit die Rettungs- und Einsatzkräfte in möglichst vollem Umfang arbeiten können, müssen sie maximal geschützt werden. Freiwillige und Hauptberufliche müssen sich strikt an die Hygieneregeln halten. In der Hauptstadt wurden Desinfektionsstellen eingerichtet, um die Krankenwagen nach den Einsätzen zu desinfizieren.

Damit die Notfallversorgung nicht durch personelle Engpässe zusammenbricht, wird ein Teil des CGDIS-Personals in Reserve geschickt. Des Weiteren dürfen nur mehr zwei Einsatzkräfte pro Krankenwagen mitfahren (vorher drei) und besonders gefährdete Einsatzkräfte (über 65 Jahre usw.) dürfen keinen Krankentransportdienst mehr machen. Patienten dürfen nicht mehr von Angehörigen im Krankenwagen begleitet werden, mit Ausnahme von Kindern. 

"Haben genug Schutzmaterial"

Das CGDIS verfüge über ausreichend Schutzmaterial, versicherte Paul Schroeder auf Nachfrage der Presse. Das CGDIS zählt 550 Hauptberufliche, 200 Mann administratives und technisches Personal sowie 4.100 Freiwillige. 

Dennoch macht das Corona-Virus auch vor der CGDIS nicht Halt. Von insgesamt 4.850 Mitarbeitern seien derzeit 31 nicht einsetzbar, weil sie sich in Quarantäne befinden oder isoliert sind. Eine Person wird Schroeder zufolge stationär im Krankenhaus behandelt.

"First Responder" eingestellt  

Um seinen neuen Aufgaben gerecht werden zu können, hat das CGDIS weniger wichtige Aufgaben eingestellt wie zum Beispiel die Ausbildung von Rettungskräften. Auch das "First Responder"-System wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt. Kompensiert wird der Ausfall durch einen verstärkten landesweiten Einsatz von Krankenwagen.

Das CGDIS arbeitet eng mit der Regierung zusammen. Es ist sowohl im nationalen Krisenstab der Regierung als auch in der Cellule de crise des Gesundheitsministeriums vertreten. 

Kommunale Dienstleistungen

Auch das kommunale Leben muss weitergehen und die Gemeinden sind verpflichtet, bestimmte Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. Das betrifft zum Beispiel die Abfallentsorgung und die Wasser- und Abwasserversorgung. Auch das Zivilstandsamt (Etat civil) muss weiterhin verfügbar sein und Behördengänge, wenngleich über Telefon oder Internet, ermöglichen, wie Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) am Dienstag erklärte. 

Gemeinde- und Schöffenräte können - im Falle von wichtigen Beschlüssen - par procuration abstimmen lassen. Sie können sich aber auch per Videokonferenz treffen und Abstimmungen vornehmen, was vorher gesetzlich nicht erlaubt war. Des Weiteren können sie sich ohne vorherige ministerielle Genehmigung in einem anderen Raum als dem normalen Sitzungsraum physisch treffen, sollte dies nötig sein, um den erforderlichen Sicherheitsabstand zwischen den Räten einhalten zu können. 

Anstieg von häuslicher Gewalt

Infolge der Ausgangsbeschränkungen erwarten viele Länder einen Anstieg von häuslicher Gewalt oder Stressreaktionen. Das gilt auch für Luxemburg. Taina Bofferding ließ wissen, dass Menschen in Not auch weiterhin die bekannten Beratungs- und Hilfsstellen kontaktieren können, telefonisch oder per E-Mail. Das ist zum Beispiel die Seelsorgenummer 45 45 45 von SOS Détresse, aber auch Hilfsstellen für Opfer von häuslicher Gewalt sind weiterhin verfügbar. Eine ausführliche Liste mit allen Hilfsstellen findet man auf der Internetseite www.violence.lu.

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