Caritas Sozialalmanach: Ein Barometer der Krise
Caritas Sozialalmanach: Ein Barometer der Krise
(jm) - 2017 soll die von der Koalition geplante Steuerreform in Kraft treten, zu der Caritas am Freitag ihre Vorstellungen darlegte. Inwiefern sollen Geringverdiener steuerlich verschont werden? Wieso werden Arbeit und Kapital unterschiedlich besteuert? Wie ist es um das Verhältnis zwischen direkten und indirekten Steuern bestellt? Wieso wird der Umweltverbrauch steuerlich nur gering belastet? Das sind einige der Fragen, die in der neunten Ausgabe des Sozialalmanachs beleuchtet werden.
Elf Autoren (darunter der ehemalige Staatsrat Roger Molitor oder auch der Steueranwalt Alain Steichen) beleuchten das Thema aus ihrem Blickwinkel; im Vorwort erläutert Caritas-Präsidentin Marie-Josée Jacobs den Standpunkt des Wohlfahrtsverbands: Geringverdiener müssten sowohl bei der direkten wie bei der indirekten Besteuerung entlastet werden; sollte es zu einer weiteren Erhöhung der indirekten Besteuerung kommen, müsse ein Ausgleich über die Teuerungszulage geschaffen werden.
Caritas spricht sich für die Erhöhung des Spitzensteuersatzes und die Schaffung zusätzlicher Steuerstufen aus; Kapital und Arbeit sollen gleich besteuert werden; die Vererbung von bedeutendem Vermögen soll stärker belastet werden, jedoch müssen Ausnahmen bei Betriebsübergaben an die Nachfahren geschaffen werden.
Die Steuerpolitik ist nach Ansicht von Caritas-Sprecher Robert Urbé eine "eminent soziale Frage", und diese soziale Frage kümmert den Wohlverband mehr denn je. Im Sozialalmanach wirft die Organisation einen kritischen Blick auf das vergangene soziale Jahr, in dem das Armutsrisiko weiter gestiegen ist, worunter insbesondere Familien und Alleinerziehende zu leiden hätten. Dass die Nachfrage in den Kleiderstuben und Sozialläden steigt, wertet Marie-Josée Jacobs als "Barometer dafür, dass die Krise in Luxemburg angekommen ist und dass es für immer mehr Menschen schwierig wird, über die Runden zu kommen."
