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Camille Gira im Alter von 59 Jahren verstorben
Gira hatte am Rednerpult der Chamber einen Schwächeanfall erlitten.

Camille Gira im Alter von 59 Jahren verstorben

Foto: Guy Jallay
Gira hatte am Rednerpult der Chamber einen Schwächeanfall erlitten.
Politik 8 2 Min. 16.05.2018

Camille Gira im Alter von 59 Jahren verstorben

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Camille Gira ist tot. Der Staatssekretär im Umweltministerium hatte am Mittwoch in der Chamber mitten in seinem Redebeitrag einen Schwächeanfall erlitten und war ins Krankenhaus gebracht worden. Dort starb er an Herzversagen. Die Trauerfeier findet am Samstag in Beckerich statt.

Die Politik ist in Trauer: Camille Gira ist tot. Der Staatssekretär für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur verstarb am Mittwochabend im Krankenhaus an Herzversagen. Zuvor hatte er während seiner Rede zum neuen Naturschutzgesetz, an dessen Ausarbeitung er maßgeblich beteiligt war und das gestern zur Abstimmung kommen sollte, einen Schwächeanfall erlitten. Der grüne Politiker wurde nur 59 Jahre alt. 

Camille Gira wurde am 2. Juni 1958 in der Hauptstadt geboren und besuchte zwischen 1970 und 1977 das Athenäum und das Lycée Robert Schuman. Nach dem Abitur war er als Fluglotse tätig.

Von 1982 bis 1990 war er Schöffe der Gemeinde Beckerich. 1990 wurde er dann zum Bürgermeister gewählt. Er übte dieses Amt bis zu seiner Ernennung als Staatssekretär im Umweltministerium aus. Nachdem seine Partei im Oktober 2013 den Sprung in die Regierung geschafft hatte, wurde er am 4. Dezember zum Staatssekretär für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur ernannt.

Camille Gira war seit 1993 Mitglied der Grünen und wurde 1994 zum ersten Mal im Norden in die Abgeordnetenkammer gewählt. Zuvor hatte er 1989 auf der Liste „Ekologiste fir den Norden“ kandidiert. 1999, 2004, 2009 und 2013 wurde er wiedergewählt. Im Parlament war er u. a. von 1999 bis 2004 und von 2007 bis 2009 Präsident der Rechnungskommission, von 2000 bis 2009 Vizepräsident der Umweltkommission, von 2004 bis 2013 Präsident der Petitionskommission sowie von 2009 bis 2013 Vizepräsident der Kommission für nachhaltige Entwicklung (Bereiche Umwelt und Raumplanung). Von 2010 bis 2013 war Camille Gira Präsident des interkommunalen Verbandes De Réidener Kanton.

 Der Co-Präsident der Grünen, Christian Kmiotek, würdigte seinen Freund und Parteikollegen auf Twitter als „e Mann, e Gréngen, esou grouss a gradlinneg bannen dra wéi baussen. Ëmgefall wéi eng Eech am Stuerm“.  

Auch die Regierung zeigte sich gestern Abend bestürzt über Giras Tod. In einem Schreiben würdigt sie seinen großen Einsatz in all seinen politischen Ämtern, ob auf kommunaler oder auf nationaler Ebene. Gira sei dank seiner ökologischen Überzeugungen während seiner gesamten politischen Karriere ein engagierter Fürsprecher des Natur- und Umweltschutzes gewesen. Premierminister Xavier Bettel äußerte  sich am Abend auf Twitter. Er sei "tief getroffen und immens traurig über den unerwarteten Tod" seines Kollegen und Freundes, so Bettel. 

Das Parlament bedauerte am Mittwoch den Tod des grünen Politikers ebenfalls. Aus Respekt vor seiner Familie und seinen Parteifreunden wurde die für Donnerstag anberaumte öffentliche Sitzung abgesagt, so Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo in einem Kommunikee nach Absprache mit den Vorsitzenden einzelner Fraktionen.