Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Budgetvorlage 2021: Handwerkskammer sorgt sich um die Zukunft
Politik 2 Min. 18.11.2020

Budgetvorlage 2021: Handwerkskammer sorgt sich um die Zukunft

Der Direktor der Handwerkskammer (Chamre des Métiers) Tom Wirion sorgt sich um die strukturellen Probleme des Landes.

Budgetvorlage 2021: Handwerkskammer sorgt sich um die Zukunft

Der Direktor der Handwerkskammer (Chamre des Métiers) Tom Wirion sorgt sich um die strukturellen Probleme des Landes.
Foto: Christophe Olinger
Politik 2 Min. 18.11.2020

Budgetvorlage 2021: Handwerkskammer sorgt sich um die Zukunft

Morgan KUNTZMANN
Morgan KUNTZMANN
Die Handwerkskammer äußert sich positiv zu den kurzfristigen Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise, sieht jedoch langfristige Probleme.

„Die Regierung muss momentan eine Gratwanderung zwischen einer funktionierenden Wirtschaft und der Pandemiebekämpfung machen. Das ist ein schwieriges Unterfangen“, waren die letzten Worte des Direktors Tom Wirion während der Präsentation der Stellungnahme zum Staatshaushalt 2021 am Mittwoch. 


VISITE D ETAT CHILE,CRISTO VIVE, ATELIERS DE SOUDURE,  PHOTO GUY WOLFF 22.11.2007
Krise des Handwerks schlimmer als erwartet
Die Handwerkskammer hat am Dienstag eine Studie zur Situation des Handwerks in der Corona-Krise veröffentlicht.

Doch nicht nur kurzfristig wird die Regierung schwierige Entscheidungen treffen müssen. Die nach Covid Ära müsse jetzt schon vorbereitet werden, so der Direktor der Berufskammer. „Wir unterstützen die im Budgetentwurf vorgesehene antizyklische Ausgabenpolitik, doch mittelfristig besteht die Notwendigkeit, die öffentlichen Ausgaben zu konsolidieren“, so Wirion. 

„Sparmaßnahmen werden im Allgemeinen oft missverstanden. Wenn man von Sparen redet, bedeutet das nicht unbedingt, dass Ausgaben gekürzt werden, sondern dass die Ausgaben in der Zukunft nicht so schnell steigen“, so Wirtschaftsdirektor Norry Dondelinger. 

Die Chambre des Métiers bedauert in diesem Zusammenhang, dass die Regierung in den Jahren starken Wirtschaftswachstums die Staatsschulden nicht stufenweise verringert hat, wie es die Handwerkskammer in ihren vorangehenden Stellungnahmen vorgeschlagen hat. 

Privatwirtschaft mit einbeziehen 

Die Ziele, die sich die Regierung mit dem Haushaltsentwurf gestellt hat, namentlich eine klimafreundlichere Politik und die Lösung des Wohnungsmangels, werden ebenfalls von der Handwerkskammer als wichtige Themen betrachtet


Keine einfachen Zeiten: Auch mitten in der Corona-Krise wirbt Luxemburg weiter um Investoren und Unternehmen. Dieses Jahr wurden schon insgesamt neun Besuche von dem House of Entrepreneurship organisiert.
Wie Luxemburg um ausländische Unternehmen und Investoren wirbt
Im Jahr 2017 wurde die sogenannte „Investor Care Platform“ angekündigt, die ausländische Unternehmen betreuen soll. Eine Bilanz.

Besonders kritisch sieht die Berufskammer den Plan der Regierung, den strukturellen Wohnraummangel rein durch staatlichen Interventionismus zu lösen. „Die Staatshand allein kann die Wohnungskrise nicht lösen“, so der Direktor. In ihrer Stellungnahme bemängelt die Handwerkskammer, dass die Regierung Wien als Beispiel aufgreift, obwohl die österreichische Hauptstadt mehr als 100 Jahre Vorsprung im sozialen Wohnungsbau hat. Dementsprechend bezeichnet die Handwerkskammer diesen Anspruch als Wunschdenken und bietet in ihrem Bericht ein Konzept an, wie man durch die Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft erschwinglichen Wohnraum schaffen könne. 

Die Berufskammer zeigt sich zufrieden mit den Plänen der Regierung, klimafreundlichere Energie und Mobilität zu fördern. Die Handwerkskammer unterstützt ebenfalls die CO2-Steuer, fordert jedoch Ausgleichsmaßnahmen für Betriebe, die keine Alternativen haben werden und stärker von dieser Steuer betroffen sein werden. 

Die langfristige Perspektive der Entwicklung des Landes bereitet der Handwerkskammer Sorgen. Die Abhängigkeit vom Finanzplatz, die überbordende Bürokratie und im Allgemeinen der fehlende gesellschaftliche Konsens zur wirtschaftlichen Ausrichtung Luxemburgs seien drängende Probleme, die man lösen müsse. 

Das Aus des „Fage“-Projektes sei nur eines der Symptome. Luxemburg riskiere in Zukunft für ausländische, so wie für inländische Unternehmen unattraktiv zu werden, so der Direktor der Handwerkskammer. 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.