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Juncker-Kommission vollzählig
Politik 2 Min. 04.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Brüssel

Juncker-Kommission vollzählig

Dem Online-Portal Euroactiv.com zufolge sind die Zusammensetzung und die Ressortverteilung der künftigen EU-Kommission bekannt.
Brüssel

Juncker-Kommission vollzählig

Dem Online-Portal Euroactiv.com zufolge sind die Zusammensetzung und die Ressortverteilung der künftigen EU-Kommission bekannt.
FREDERICK FLORIN
Politik 2 Min. 04.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Brüssel

Juncker-Kommission vollzählig

Die Ressortverteilung der künftigen EU-Kommission steht fest. Dies berichtet ein Newsportal und beruft sich dabei auf ein Arbeitsdokument.

(ml) - Das Juncker-Team ist vollzählig. Belgien hat in der Person von Marianne Thyssen als letzter EU-Mitgliedsstaat eine Kandidatin für die künftige EU-Kommission nominiert. Dabei handelt es sich um die 58-jährige flämische christdemokratische Europaabgeordnete Marianne Thyssen, die eine Ausbildung als Juristin genoss. Die Entscheidung ist in einer nächtlichen Marathonsitzung anlässlich der Koalitionsverhandlungen gefallen.

Dass Belgien eine Frau nach Brüssel schickt, dürfte den designierten Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker arrangieren. Der künftige Chef der Brüsseler Behörde kämpft seit längerem gegen einen Mangel an Kandidatinnen. Mit der Nominierung von Thyssen dürfte das Juncker-Team über die nötige Anzahl von Frauen verfügen, um vom EU-Parlament grünes Licht zu bekommen.

Auch die Ressortverteilung soll bekannt sein, heißt es auf der Internetseite von euractiv.com. Das Newsportal beruft sich dabei auf ein Arbeitsdokument. Demzufolge soll sich die neue EU-Kommission in Zukunft aus sechs Vize-Präsidenten zusammensetzen, die jeweils verschiedene europäische Kernprojekte vorantreiben sollen:

- Elbieta Bienkowska (Polen): Budget und Finanzkontrolle- Endrus Ansip (Estland): Wirtschaftswachstum, Europäische Währungsunion, Europäisches Semester und Sozialdialog- Valdis Dombrovskis (Lettland): Energieunion- Alenka Bratusek (Slowenien): Digitales und Innovation- Frans Timmermans (Niederlande): bessere Verwaltung- Federica Mogherini (Italien): EU-Außenbeauftragte

Schlechte Nachrichten für Frankreich und Großbritannien

Die restlichen Kommissare sollen eigenständige Ressorts erhalten. Der Deutsche Günther Öttinger soll für den Handel zuständig sein. Schlechte Narrichten erreichen hingegen Frankreich. Entgegen den bisherigen Annahmen soll Pierre Moscovici für den Wettbewerb, nicht aber für die Wirtschaft verantwortlich sein. Dem Vernehmen nach soll der Finne Jyrki Katainen für Wirtschafts- und Finanzfragen zuständig sein. Lange Gesichter auch bei den Briten. Jonathan Hill bekäme das Ressort Energie und Klimawandel. Der britische Premierminister hatte dagegen einen Superkommissar gefordert. Auch Belgien dürfte enttäuscht sein. Marianne Thyssen müsste sich mit dem Ressort Kompetenzen, Jugend und Mehrsprachigkeit abfinden.

Das veröffentliche Arbeitsdokument enthält einige Überraschungen. Euroactiv.com zufolge wird es das Ressort Binnenmarkt, das bisher vom Franzosen Michel Barnier geleitet wurde, nicht mehr geben. Einen Kommissar für die EU-Erweiterung soll es ebenfalls nicht mehr geben. Neu auf der Liste stehen die Digitalagenda und die Energieunion. Euroactiv.com stellt klar, dass es sich bei dem Arbeitsdokument um keine enddgültige Fassung handelt. Änderungen seien demnach möglich.

Juncker will in der kommenden Woche sein Team offiziell vorstellen. Erst danach beginnt der Anhörungsprozess im EU-Parlament. Die Hearings der designierten Kommissare dürften eine Woche später als geplant beginnen und demnach vom 29. September bis 9. Oktober dauern. Die Europaabgeordneten sollen in der Woche vom 20. bis 23. Oktober über die gesamte Kommission abstimmen. Planmäßiger Arbeitsbeginn ist der 1. November.


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