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Juncker baut EU-Kommission um
Politik 03.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Brüssel

Juncker baut EU-Kommission um

Der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die Bürokratie in der EU-Kommission abbauen.
Brüssel

Juncker baut EU-Kommission um

Der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die Bürokratie in der EU-Kommission abbauen.
VINCENT KESSLER
Politik 03.09.2014 Aus unserem online-Archiv
Brüssel

Juncker baut EU-Kommission um

Laut einem Zeitungsbericht plant Juncker den größten Umbau der Europäischen Kommission seit ihrer Gründung.

(ml) - Seit Dienstag führt der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hinter verschlossenen Türen Gespräche mit den designierten Kommissaren. Die Interviews dauern in der Regel eine halbe Stunde. Juncker teilt den Anwärtern bei der Gelegenheit mit, welche Ressorts sie bekleiden sollen.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet in ihrer Mittwochsausgabe, dass Juncker einen historischen Umbau der Europäischen Kommission plant. Sie beruft sich dabei auf gut informierte Kreise in Brüssel. Dem künftigem Chef der mächtigen Brüsseler Behörde schwebt vor, die 27 Kommissare in sechs bis sieben Gruppen aufzuteilen. Ziel sei es, Kernprojekte voranzutreiben.

Um die Projektgruppen zu leiten, wird jeweils ein Kommissar zum Vizepräsident ernannt, schreibt die "SZ". Die "Super-Vizepräsidenten", wie sie in Brüssel genannt werden, sollen Juncker "vollumfänglich vertreten und seine Autorität in ihrem jeweiligen Bereich ausüben können". Sie tragen auch für die Umsetzung der Projekte die politische Verantwortung.

Weniger Bürokratie

Mit diesem Vorhaben könne Juncker "die Freiheit gewinnen, auf Krisen und neue Herausforderungen auch mit schnellen personellen Wechseln zu reagieren", heißt es weiter. Auf diese Weise soll die schwerfällige Bürokratie der EU-Kommission abgebaut werden. Damit soll der Weg für die Regierung Europas geebnet werden. Für die restlichen Kommissare ändert sich übrigens nichts. Sie erhalten eigenständige Ressorts, für die sie verantwortlich sind.

Juncker hat sich für seine Amtszeit ehrgeizige Ziele gesteckt. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht  die Umsetzung des 300-Milliarden-Euro-Investitionspaketes. Der Aufbau der Energieunion, des digitalen Binnenmarktes und die Stärkung der Wirtschafts- und Währungsunion genießen ebenfalls einen prioritären Charakter.

Wenn alles glatt läuft, will Juncker in der kommenden Woche sein Team offiziell vorstellen. Erst danach beginnt der Anhörungsprozess im EU-Parlament. Die Europaabgeordneten sollen in der Woche vom 20. bis 23. Oktober über die gesamte Kommission abstimmen. Planmäßiger Arbeitsbeginn ist der erste November.


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