Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Britischer Botschafter auf Facebook: "Die Angst vor dem Brexit wegnehmen"
Politik 04.04.2017 Aus unserem online-Archiv

Britischer Botschafter auf Facebook: "Die Angst vor dem Brexit wegnehmen"

Der britische Botschafter in Luxemburg, John Marshall, zeigt auf eine eindrucksvolle Art, dass er der luxemburgischen Sprache mächtig ist.

Britischer Botschafter auf Facebook: "Die Angst vor dem Brexit wegnehmen"

Der britische Botschafter in Luxemburg, John Marshall, zeigt auf eine eindrucksvolle Art, dass er der luxemburgischen Sprache mächtig ist.
Foto: Guy Jallay
Politik 04.04.2017 Aus unserem online-Archiv

Britischer Botschafter auf Facebook: "Die Angst vor dem Brexit wegnehmen"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Der britische Botschafter in Luxemburg, John Marshall, will mit seinem jüngsten Facebook-Auftritt den Luxemburgern die Angst vor dem Brexit nehmen. Der Clou: Der Diplomat argumentiert dabei in luxemburgischer Sprache.

(ml) - Vergangene Woche reichte die britische Premierministerin Theresa May die Scheidung von der Europäischen Union ein. Nach 42 Jahren Mitgliedschaft verlässt Großbritannien die EU. Der Brexit wird den ökonomischen und sozialen Abstieg der Briten beschleunigen, so die Befürchtung zahlreicher Experten.

Nun meldet sich John Marshall, der britische Botschafter in Luxemburg, zu Wort. Der Diplomat, der mit den sozialen Medien bestens vertraut ist, versichert in einer zweiminütigen Videoaufnahme auf Facebook, dass sein Land den Dialog mit der EU nicht abreißen lasse. Der Clou: John Marshall führt seine Argumente in luxemburgischer Sprache auf.

In den vergangenen Tagen hätten ihm viele Luxemburger ihre Enttäuschung über den Brexit kundgetan, so der Botschafter. Anhand von vier Punkten versichert der Diplomat, sein Land werde sich darum bemühen, die ausgezeichneten bilateralen Beziehungen zwischen Großbritannien und Luxemburg fortzusetzen.

"Wir verlassen die EU, doch wir kehren Europa nicht den Rücken", unterstreicht John Marshall. Großbritannien peile eine "neue tiefe spezielle Partnerschaft" mit Europa an. Auch in Zukunft bleibe das Königreich ein guter Freund, Alliierter und engagierter Partner. Der britische Botschafter drückt zudem den Wunsch aus, dass die EU Erfolg haben wird, da dies auch im Interesse des Königreiches sei. Die liberal-demokratischen Werte müssten auch künftig an vorderster Stelle stehen. Seite an Seite werde man diese Werte verteidigen und vorantreiben.

"Schnell ein Abkommen erzielen "

"Ich würde den Bürgern ihre Unsicherheit gerne wegnehmen", beteuert Marshall. Ziel müsse es sein, so schnell wie möglich ein Abkommen zu erzielen. Die Rechte der  Luxemburger, die in Großbritannien leben, müssten gewährleistet bleiben. Gleiches gelte auch für die Briten mit Wohnsitz im Großherzogtum.

Das Vereinigte Königreich werde mit einem konstruktiven Geist in die bevorstehende Verhandlungen mit der EU gehen, in der Hoffnung, das bestmögliche Abkommen für beide Seiten auszuhandeln. Marhsall ist fest davon überzeugt, dass die enge Partnerschaft zwischen den Finanzzentren in London und Luxemburg keinen Schaden abbekommen wird.

Bereits vor Wochen zog der britische Botschafter die Aufmerksamkeit auf sich, als er auf Twitter nette Geschichten veröffentlichte, in denen gezeigt wird, was sein Heimatland mit seinem Gastland verbindet. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Brexit: Klare Nachricht an die britische Botschaft
Mit großer Mehrheit stimmte am Mittwoch das britische Unterhaus dem Brexit-Gesetz der Regierung zu. Der britische Botschafter in Luxemburg meldete sich bereits im Vorfeld der Abstimmung auf Twitter zu Wort.
Auch in Luxemburg werden Stimmen zum Brexit laut.
Eurobarometer-Studie: Luxemburger lieben Europa
Dass Europa in Luxemburg einen hohen Stellenwert habe, beteuern Politiker aus dem Großherzogtum immer wieder gerne. Nun gibt ihnen eine Studie recht. Keine andere Nation steht so hinter der EU wie die luxemburgische.
"Ich fühle mich als Europäer": Dieser Aussage stimmten 90 Prozent aller Befragten aus Luxemburg zu.