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Briefing der Regierung: Mini-crèche, Praktika und seltene Krankheiten
Politik 02.03.2018

Briefing der Regierung: Mini-crèche, Praktika und seltene Krankheiten

Pressebriefing nach Ministerrat: Premier Xavier Bettel.

Briefing der Regierung: Mini-crèche, Praktika und seltene Krankheiten

Pressebriefing nach Ministerrat: Premier Xavier Bettel.
Foto: Guy Jallay
Politik 02.03.2018

Briefing der Regierung: Mini-crèche, Praktika und seltene Krankheiten

Die Regierung will seltene Krankheiten in Luxemburg ins Visier nehmen, Mini-Crèche für ländliche Regionen schaffen und die Arbeitsbedingungen von Praktika besser regeln.

(ps) - Die Regierung hat dem Praktikum einen gesetzlichen Rahmen gegeben. Bis jetzt sei das Praktikum  vollkommen ungeregelt gewesen, so Premierminister Xavier Bettel am Freitag im Anschluss an den Regierungsrat. Arbeitgeber können in Zukunft Studenten und Schülern Praktika von maximal sechs Monaten anbieten. Für die ersten drei Monate sieht das Gesetz keine Entlohnung für die Arbeitnehmer vor, in den letzten drei Monaten erhält der Praktikant die Hälfte des Mindestlohns (rund 900 Euro pro Monat).

Das Praktikum soll die bisherigen Formen des befristeten Arbeitsvertrags (CDD) sowie des unbefristeten Arbeitsvertrags (CDI) ergänzen. Keinesfalls soll es eine Konkurrenz zum befristeten Arbeitsvertrag sein, so Bettel. Der Staat werde Missbrauch ahnden. Die Maßnahme sei zusammen mit der ACEL, der Luxemburger Studentenvertretung,  ausgearbeitet worden.

Bettel teilte zudem mit, dass in Zukunft die Möglichkeit besteht, eine “Mini-crèche" zu gründen. Es handelt sich dabei um Kindertagesstätte von zwei bis elf Kindern, die von Erziehern geleitet werden. Die Mini-crèche sollen vor allem eine Struktur für weniger dicht besiedelte Gegenden sein. In ländlichen Regionen sei die Nachfrage nach solchen Einrichtungen groß. Die Mini-crèche funktionieren auch mit den Chèque Service und den gratis 20 Stunden.

Seltene Krankheiten: Bis zu 30.000 Fälle in Luxemburg

Eine weitere Neuerung bezieht sich auf die Ecole de la Deuxième Chance. Sie wird umgetauft in École nationale pour adulte. Der Staatsminister erinnerte an die wichtige Funktion dieser Bildungseinrichtung im Kampf gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung.

Der Premierminister teilte überdies mit, dass eine Agence luxembourgeoise des médicaments et des produits de santé geschaffen wird. Bis 2022 will das Gesundheitsministerium zudem gezielt gegen seltene Krankheiten in Luxemburg vorgehen. Ein entsprechender  Plan sei heute gestimmt worden. Als seltene Krankheit bezeichnet man eine Krankheit, die so selten auftritt, dass sie in einer Praxis eines Allgemeinmediziners in der Regel höchstens einmal pro Jahr vorkommt. Bis jetzt gäbe es kein Register dazu in Luxemburg. Experten gehen laut Schätzungen jedoch von bis zu 30.000 Fällen in Luxemburg aus.