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Briefe an die Redaktion: Aquasud in Differdingen/Oberkorn: Kein Schwimmbad für alle Generationen

Leserbriefe Politik 2 Min. 19.06.2014

Vor wenigen Tagen wurde Aquasud, das neue Hallenbad in Differdingen/Oberkorn, eröffnet. Es scheint mir eine gute Initiative gewesen zu sein, da die Differdinger Gemeinde es sicherlich nicht geschultert hätte, ohne Investor so großzügig zu agieren. So ist das etwas mager geratene, ehemalige Hallenbad einem aufwendigeren Bad gewichen.

Den bei der Einweihung bekundeten Selbstbeweihräucherungen der Gemeindeädilen müssen jedoch einige, zum Teil verbesserbare, Unannehmlichkeiten gegenübergestellt werden. Auf dem vor der Schwimmhalle befindlichen Parkplatz, wäre es nicht angemessen, wenn nur das angestellte Personal dort parken dürfe. Dem Besucher steht nur eine neue Parkhalle zur Verfügung. Gut wäre, wenn der Parkplatz nur von Behinderten (Kartenbesitzer) benutzt werden könnte.

Ich war Zeuge, als die Polizei dort Strafzettel ausstellte, was mich wunderte, denn normalerweise ist bei privaten Geschäftsanlagen eine Polizeiintervention abwegig.

Den Behinderten oder betagten Besuchern wird bereits beim Einstieg ins Schwimmbecken – mit 25 Meter Länge, statt der verpassten olympischen Maße für Kompetitionen – zum unerbittlichen Test der Armmuskulatur. Anders als im Piko in Rodange, wo Ein- und Ausstieg über eine großzügige Treppe mit Geländer geschehen, gibt es hier nur eine Einstiegsleiter, mit sehr schmalen, senkrecht eingebauten Tritten, die beim Einstieg noch überwindlich, dann aber beim Ausstieg nur mit sehr viel Kraftaufwand bezwungen werden können. Eine schräge und bewegliche Behelfsleiter könnte bewirken, dass dieses keinesfalls kundenfreundliche Konzept ausgeglichen werden kann.

Ich will hier ausdrücklich hervorheben, dass ich persönlich nur mit außergewöhnlicher Anstrengung aus diesem Bassin steigen kann und dasselbe behauptet meine 27 Jahre jüngere Tochter!

Dergleichen ist in den kleinen Umkleidekabinen zu bemängeln. Die Sitzbank ist so schmal, dass Senioren und Behinderte kaum sicheren Sitz behalten und abrutschen, wenn Strumpf und Schuh angezogen werden. Zu bemängeln bleibt noch die nicht regulierbare Wassermenge der Duschen (Wasserersparnis?).

Außerdem gibt es keine einzige Dusche mit einem Haltegriff, was für ältere Personen beim Einseifen äußerst vorteilhaft wäre. Wenn keine Änderungen vorgenommen werden, ist dieses moderne Schwimmbad für betagte und behinderte Menschen, ohne erhebliche Anstrengungen, keinesfalls befriedigend nutzbar. Ich hoffe dass bald von Wellness die Rede sein kann.

Meine diesbezüglichen Einwände sollte ich im Beschwerdebuch eintragen, so meinte einer der Schwimmmeister, doch scheint mir ein Leserbrief vielseitigeres Gehör zu finden.

⋌Henri Regenwetter

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