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Brexit und EU-Wahlen: Marc Angel und Manfred Weber im Interview
EVP Spitzenkandidat war auch beim Luxemburger Wort im Interview. Mehr dazu ab 20 Uhr auf Wort.lu oder in der Samstagsausgabe der Zeitung.

Brexit und EU-Wahlen: Marc Angel und Manfred Weber im Interview

Foto: Markku Ulander / Lehtikuva / AFP
EVP Spitzenkandidat war auch beim Luxemburger Wort im Interview. Mehr dazu ab 20 Uhr auf Wort.lu oder in der Samstagsausgabe der Zeitung.
Politik 2 Min. 12.04.2019

Brexit und EU-Wahlen: Marc Angel und Manfred Weber im Interview

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Brexit und EU-Wahlen: Zwei Themen, die aktuell die Presse dominieren. Marc Angel und Manfred Weber befassten sich mit ihnen.

Marc Angel von der LSAP, Präsident der parlamentarischen Außenkommission, war am Freitagmorgen zu Gast bei RTL und sprach über die neuesten Entwicklungen in der Brexit-Saga.


Politik, CSV, Politiker, Manfred WEBER Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Frank Engel: Harter Brexit statt dauernde Verschiebung
CSV-Präsident Frank Engel und EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber sind nicht glücklich über die Brexit-Verschiebung.

Die Lösung einer "Flextension", einer flexiblen Austrittsperiode bis zum 31. Oktober also, hält Angel für absolut richtig. Zwar wären viele vom Brexit genervt, sowohl Politiker als auch Bürger, allerdings müsse man sich im Angesicht eines drohenden harten Brexit, der verheerende wirtschaftliche Folgen sowohl für die EU als auch für Großbritannien hätte, einen kühlen Kopf bewahren. Die Verlängerung sei ein "Akt des verantwortlichen Handelns" gewesen.

Zu der Aussage des CSV-Politikers und EU-Abgeordneten Frank Engel, irgendwann müsse "das Spiel abgepfiffen" werden und auch ein harter Brexit in Kauf genommen werden, meinte Angel, so schnell könnte man nicht aufgeben. Man müsse eben auch noch in einer Verlängerung ein Spiel gewinnen können. Man müsse außerdem bedenken, dass selbst nach einer klaren Entscheidung das Thema Brexit noch einige Jahre nicht vom Tisch sei, da man die zukünftige Beziehung neu aushandeln müsse.  

LSAP-Politiker Marc Angel sprach über die neuesten Entwicklungen in der langwierigen Brexit-Saga.
LSAP-Politiker Marc Angel sprach über die neuesten Entwicklungen in der langwierigen Brexit-Saga.
Foto: Guy Jallay

Marc Angel sieht vor allem vier mögliche Endszenarien auf dem Tisch liegen: Einen harten Brexit, einen Brexit mit Austritts-Abkommen, ein zweites Referendum oder Neuwahlen in Großbritannien.   


LSAP: Europakongress / 2019 / Photo: Blum Laurent
Doppelspitze Nicolas Schmit/Lisa Kersch für die LSAP-Europaliste
Die Kandidatenliste der Sozialisten und die Programminhalte sind abgesegnet: Europa soll sozialer, ökologischer und solidarischer werden. "Eine andere Politik für Europa" - das war der Tenor am Montagabend beim Europakongress.

Neuwahlen könnten das Deck neu mischen, aber Angel stellt die Frage, ob die EU wirklich mit "jemandem wie Boris Johnson verhandeln wollen würde". Boris Johnson ist einer der bekanntesten Brexit-Hardliner und es wird spekuliert, dass er Theresa Mays Platz an der Spitze der Konservativen einnehmen könnte.

Luxemburg und die EU seien jedenfalls für den "worst case" eines harten Brexit vorbereitet. "Alles ist noch möglich", so Marc Angel am Freitagmorgen. Großbritannien sei jetzt klar in der Bringschuld, der Ball läge nicht mehr bei der EU.

EVP Spitzenkandidat Manfred Weber im Interview

Beim Radiosender 100,7 war am Freitag Manfred Weber in der Redaktion zu Gast. Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP), der größten Fraktion in europäischen Parlament, war bereits hörbar in Wahlkampfstimmung.

Er sprach über eine Vielzahl an Themen, darunter die Zukunft der umstrittenen (und aktuell suspendierten) Fidesz Partei von Viktor Orbán innerhalb der EVP, und die mögliche Einführung von Mehrheitsentscheidungen auf dem europäischen Niveau, um in Sachen Außenpolitik und möglicherweise auch Steuerrecht handlungsfähiger zu werden. Vor allem bei den Themen Viktor Orbán und EU-Steuerrecht wollte er sich allerdings nicht klar festlegen.

Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volksparte (EVP), oist Spitzenkandidat für die EVP in den bevorstehenden Europawahlen.
Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volksparte (EVP), oist Spitzenkandidat für die EVP in den bevorstehenden Europawahlen.
Foto: Emmanuel Dunand/AFP/dpa

Weber schloss allerdings klar aus, dass die EVP mit Parteien zusammenarbeiten würde, die sich auf dem politischen Spektrum weiter Rechts von ihnen befänden. "Meine Mehrheit muss in der Mitte liegen, in der pro-demokratischen, pro-europäischen Mitte", so der Spitzenkandidat am Freitag.


Hungary's Prime Minister Victor Orban addresses a press conference at the end of a European People's Party (EPP) meeting at the European Parliament in Brussels on March 20, 2019. - The Fidesz party of firebrand Hungarian Prime Minister Viktor Orban was hit with a temporary suspension from the European People's Party. Fidesz had faced expulsion after running a controversial billboard campaign that accused European Commission head Jean-Claude Juncker and liberal US billionaire George Soros, a bete-noir of Orban, of plotting to flood Europe with migrants. (Photo by EMMANUEL DUNAND / AFP)
EVP suspendiert Orbans Fidesz-Partei
Die konservative Parteienfamilie setzt die Mitgliedschaft der ungarischen Regierungspartei Fidesz in der Europäischen Volkspartei aus. Das entschied der EVP-Vorstand.

Diese Mitte sei heute wichtiger denn je, so Weber: "In den Europawahlen geht es darum, ob das europäische Parlament weiter handlungsfähig bleibt, ob es genügend pro-Europäer im Parlament gibt, oder ob wir wie ein britisches Parlament werden, die immer nur "Nein" sagen und zu keinem Konsens mehr fähig sind."

Manfred Weber sprach auch mit dem Luxemburger Wort. Lesen Sie das Interview ab 20 Uhr in der Online-Ausgabe oder am Samstagmorgen in der Zeitung.


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TOPSHOT - British Prime Minister Theresa May walks after holding a press conference on March 22, 2019, on the first day of an EU summit focused on Brexit, in Brussels. - European Union leaders meet in Brussels on March 21 and 22, for the last EU summit before Britain's scheduled exit of the union. (Photo by Emmanuel DUNAND / AFP)
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