Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Breiter Konsens nicht möglich
Politik 07.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Abschaffung des Religionsunterrichtes

Breiter Konsens nicht möglich

Bildungsminister Claude Meisch: Einen breiten Konsens wird es wohl nicht geben.
Abschaffung des Religionsunterrichtes

Breiter Konsens nicht möglich

Bildungsminister Claude Meisch: Einen breiten Konsens wird es wohl nicht geben.
Foto: Chris Karaba
Politik 07.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Abschaffung des Religionsunterrichtes

Breiter Konsens nicht möglich

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Wenn ab Herbst das Fach "Leben und Gesellschaft" den Religionsunterricht ablöst, werden sämtliche 180 Religionslehrer eine neue Beschäftigung haben. Bildungsminister Claude Meisch hat Details genannt.

(jag) - Ein allgemeiner Konsens über das Nachfolgefach des Religionsunterrichtes wird wohl nicht möglich sein. Dafür seien die ideologischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppierungen einfach zu groß, so Bildungsminister Claude Meisch in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage. Gleich drei CSV-Abgeordnete, Françoise Hetto, Martine Hansen und Sylvie Andrich-Duval, wollten Näheres über den Stand der Verhandlungen erfahren.

Immerhin habe man sich in den großen Linien mit den Hauptbetroffenen, nämlich den Religionslehrern, geeinigt, so noch Meisch.

Zukunft der Lehrer

Was die berufliche Zukunft dieser Lehrer betrifft, so wird das Ministerium den 180 Betroffenen wie bereits beschlossen eine Beschäftigung anbieten. Lehrer mit einem Sekundarschulabschluss können eine Weiterbildung von 120 Stunden am IFEN antreten und sich anschließend per Bachelor-Studien an der Uni Luxemburg für den Lehrerberuf qualifizieren.

Wer eine 3e oder 11e als Abschluss hat, wird zu einer noch zu schaffenden Reserve von pädagogischen Assistenten hinzugefügt. Diese sollen später die sogenannten multi-professionellen Einheiten unterstützen. Alternativ können sie in den Regionalbüros des Inspektorates arbeiten oder in staatlichen Erziehungsstrukturen. Auf Wunsch können die Betroffenen auch weiterhin für das Erzbistum arbeiten. Der Staat finanziert hier 40 Arbeitsplätze, dies außerhalb der öffentlichen Schulen.

Religion ist auch ein Thema

Was die Inhalte des neuen Schulfachs "Leben und Gesellschaft" betrifft, so sollen Glaubensrichtungen dort ebenso ihren Platz haben wie nicht-religiöse Riten und Traditionen. Erst wenn das didaktische Material in einer weiteren Phase bestimmt wird, werden auch die Themen und Lehrmethoden im Detail erarbeitet, so Meisch.

Das betreffende Schulprogramm wurde in internen Arbeitsgruppen im Ministerium erarbeitet. Man habe sich bewusst für eine eigenen Weg entschieden und nicht auf ausländische Modelle zurückgegriffen, so Meisch. Dabei sei entgegen anders lautender Informationen auch die nationale Programmkommission für Religionsunterricht mit eingebunden gewesen.           

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Übernahme der Religionslehrer
Der Staat übernimmt 147 Religionslehrer, die im Zuge der Einführung des neuen Fachs "Leben und Gesellschaft" im Fondamental ihren Job verlieren. Der Gesetzentwurf wurde jetzt auf den Instanzenweg gebracht. Bildungsminister Claude Meisch ist sichtlich erleichtert, Lösungen gefunden zu haben.
Auf dem Weg zum einheitlichen Werteunterricht im Fondamental hat das Bildungsministerium jetzt eine weitere Hürde genommen.
Alerf-Vorwürfe: Bildungsministerium reagiert
Die Religionslehrer werfen dem Bildungsministerium vor, die Parität in den Arbeitsgruppen zum Werteunterricht zwischen Religions- und Ethikvertretern aufgehoben zu haben. Das Ministerium weist die Vorwürfe von sich.
Das Bildungsministerium weist Vorwürfe der Religionslehrer im Zusammenhang mit dem Werteunterricht von sich.
Empörte Religionslehrer
Die Arbeitsgruppe, die das Unterrichtsmaterial für den Werteunterricht in der Grundschule erstellt, wurde personell aufgestockt. Die Religionslehrer seien dabei nicht berücksichtigt worden, lautet der Vorwurf.
In der Grundschule soll der Werteunterricht 2017/2018 eingeführt werden.
CSV zum geplanten Werteunterricht
Die CSV reichte am Dienstag eine Motion im Parlament ein, in der sie sich für den Erhalt der Wahlfreiheit zwischen Religions- und Moralunterricht stark macht. Sie ist der Meinung, dass die Regierung fundamentale Elternrechte mit Füßen tritt.
Die CSV argumentierte am Dienstag im Parlament für den Erhalt der Wahlfreiheit zwischen Religions- und Moralunterricht.
Im Dossier Werteunterricht meldete sich nun der zuständige Minister zu Wort. Bei einer Pressekonferenz war Claude Meisch bemüht, die Arbeiten an dem neuen Fach in ein positives Licht zu rücken.
Im Secondaire wird das neue Fach "Leben und Gesellschaft" im Herbst 2016 eingeführt.
In den Sekundarschulen soll das neue Fach "Leben und Gesellschaft" ab Herbst unterrichtet werden. Der deutsche Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers erklärt im Interview, wie die Arbeiten am Werteunterricht verlaufen sind.
Der deutsche Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers begleitet die Arbeiten am neuen Fach "Leben und Gesellschaft".