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Boris Johnson als britischer Außenminister zurückgetreten
Politik 09.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Boris Johnson als britischer Außenminister zurückgetreten

Symbolisches Archivbild aus dem September 2016: Boris Johnson (l.), bisher Außenminister von Großbritannien, und David Davis, zurückgetretener Brexit-Minister, verlassen die Downing Street 10.

Boris Johnson als britischer Außenminister zurückgetreten

Symbolisches Archivbild aus dem September 2016: Boris Johnson (l.), bisher Außenminister von Großbritannien, und David Davis, zurückgetretener Brexit-Minister, verlassen die Downing Street 10.
Foto: DPA
Politik 09.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Boris Johnson als britischer Außenminister zurückgetreten

Der britische Außenminister und strikte Brexit-Befürworter Boris Johnson ist zurückgetreten. Das teilte die britische Regierung am Montag mit.

 (dpa) - Die Regierungskrise in London eskaliert. Wenige Stunden nach Brexit-Minister David Davis trat am Montag auch der britische Außenminister Boris Johnson zurück. Das teilte die Regierung der BBC zufolge mit. Nur knapp neun Monate vor dem EU-Austritt am 29. März 2019 steckt die Regierung von Premierministerin Theresa May nun in einer massiven Regierungskrise.



Die britische Premierministerin Theresa May ist stark in Bedrängnis geraten.
Showdown an der Themse
Nach den Rücktritten von wichtigen Ministern droht im Vereinigten Königreich eine Regierungskrise. Dabei fehlt die Zeit für ein Machtpoker.

Die Brexit-Befürworter in der britischen Regierung rebellieren gegen den neuen Kurs Mays, die einen weicheren Ausstieg aus der EU anstrebt. Fraglich ist, ob Johnson nun selbst Regierungschef werden will. Mays politische Zukunft steht mit dem Rücktritt der Minister ebenfalls infrage.


Britain's new Secretary of State for Exiting the European Union (Brexit Minister) Dominic Raab leaves 10 Downing Street in central London on July 9, 2018 following his appointment. 
Raab, formerly a junior house minister, was appointed as Britain's new Brexit minister after the resignation of David Davis. British Prime Minister Theresa May faced a crisis in her cabinet on July 9 after Brexit minister David Davis and one of his deputies resigned over a plan to retain strong economic ties to the EU even after leaving the bloc. / AFP PHOTO / Tolga AKMEN
Nach Rücktritt von David Davis: Dominic Raab soll Brexit-Minister werden
Knapp neun Monate vor dem EU-Austritt stürzt der Rücktritt des Brexit-Ministers die Regierung in eine schwere Krise. Wird Premierministerin May ihren neuen, weicheren Brexit-Kurs durchsetzen können?

May hatte ihr Kabinett am Freitag zu einer zwölfstündigen Marathonsitzung auf den Landsitz Chequers nordwestlich von London beordert. Die Minister mussten während der Klausurtagung sogar ihre Smartphones abgeben. Am Abend verkündete May, die Regierung habe sich auf eine neue Strategie für den EU-Austritt verständigt. Doch die Einigung kam nur unter großem Druck zustande.

Brexit-Hardliner Davis fürchtete, die Pläne könnten Großbritannien zu eng an die EU binden. Außerdem drohten weitere Konzessionen an Brüssel im Lauf der Verhandlungen.

Johnson mit derber Wortwahl

Johnson gilt als wichtigster Brexit-Wortführer im Kabinett und bezeichnete Mays neue Brexit-Pläne Berichten zufolge während der Kabinettsklausur als „Scheißhaufen“. Er stand unter Druck, es Davis gleichzutun.

" Diese Regierung kann Brexit nicht aushandeln"

Die Opposition hat der Regierung Chaos und mangelnde Glaubwürdigkeit vorgeworfen. „Wie kann irgendjemand der Premierministerin zutrauen, einen guten Deal mit 27 EU-Regierungen zu bekommen, wenn sie nicht mal einen Deal innerhalb ihres eigenen Kabinetts aushandeln kann?“, fragte Labour-Chef Jeremy Corbyn am Montag im Unterhaus in London. Regierungschefin Theresa May hatte zuvor ihren Brexit-Kurs verteidigt. „Diese Regierung kann eindeutig keinen guten Deal für Großbritannien erreichen“, sagte Johnson.


Britain's Foreign Secretary Boris Johnson arrives at the Midland Hotel on the first day of the Conservative Party annual conference held at the Manchester Central Convention Centre, in Manchester on October 1, 2017.
British Prime Minister Theresa May's Conservative Party gathers on October 1, 2017, for its annual conference, dominated by questions about her leadership and splits on Brexit. / AFP PHOTO / Oli SCARFF
Boris Johnson - Berufswunsch: "Welt-König"
Boris Johnson ist ein politisches Stehaufmännchen. Eskapaden schienen ihm lange nichts anhaben zu können, doch jetzt wirft der Außenminister hin. Abschreiben sollte man Johnson aber nicht. Ganz im Gegenteil.

Corbyn erinnerte daran, dass seit dem Brexit-Referendum inzwischen zwei Jahre vergangen sind. „Zwei Jahre mit Sprüchen, Zögern und internen Kämpfen im Kabinett“, sagte er. Es blieben nur noch ein paar Monate für Verhandlungen. „Wir haben eine Regierungskrise, zwei Minister sind zurückgetreten und uns ist immer noch nicht klarer, wie die künftige Beziehung zu unseren nächsten Nachbarn und wichtigsten Partnern aussehen wird.“


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