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Blick nach vorne gerichtet
Politik 31.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Blick nach vorne gerichtet

„Die LSAP erntet zurzeit nicht die Anerkennung, die sie verdient“, findet der alte und neue Präsident der JSL, Jimmy Skenderovic.

Blick nach vorne gerichtet

„Die LSAP erntet zurzeit nicht die Anerkennung, die sie verdient“, findet der alte und neue Präsident der JSL, Jimmy Skenderovic.
Archivfoto: Guy Jallay
Politik 31.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Blick nach vorne gerichtet

Es ist wohl kein Zufall, dass die „Jonk Sozialiste“ als Veranstaltungsort für ihren Nationalkongress am Samstag Düdelingen ausgewählt haben – nach den letzten Gemeindewahlen eine der letzten verbliebenen roten Hochburgen im Süden des Landes, nach dem Verlust von Esch an der Alzette an die Christsozialen.

Von Steve Bissen

Knapp 40 JSL-Delegierte hatten sich eingefunden, um die Exekutive neu zu bestimmen und um die Leitlinien der LSAP-Jugendsektion für die diesjährigen Nationalwahlen festzulegen. Unter anderem Parteipräsident Claude Haagen und Spitzenkandidat Etienne Schneider ließen es sich nicht nehmen, etwas Stallgeruch an der Parteibasis zu schnuppern.

Alter und auch neuer Präsident der „Jusos“ bleibt Jimmy Skenderovic, der mit knapp 90 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde. Unterdessen kandidierte Fabio Spirinielli nicht erneut für den Posten des JSL-Generalsekretärs. An seine Stelle rückt George Sold, der 84 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.

„Nach vorne schauen“

„Die LSAP erntet zurzeit nicht die Anerkennung, die sie verdient“, so Skenderovic mit Blick auf die vergangenen Kommunalwahlen und die rezenten Umfrageergebnisse der Mutterpartei. Obwohl viele Reformen des vergangenen Jahres wie beispielsweise die Reform der Gemeindefinanzen und die Trennung von Kirche und Staat „die LSAP-Handschrift“ tragen würden.

Der LSAP würde es nach Ansicht des JSL-Vorsitzenden heute aber auch besser gehen, „wenn sie öfter auf uns gehört hätte“. So hätten die Sparmaßnahmen der Regierung zu Beginn der Legislaturperiode „die LSAP unbeliebt gemacht“. Jetzt sei es „aber an der Zeit nach vorne zu schauen“.

„Sozial, nachhaltig und progressiv“

Unter dem Titel „sozial, nachhaltig und progressiv“ verabschiedeten die Delegierten die Leitlinien der JSL für die kommenden Chamberwahlen. U.a. fordert die JSL die Schaffung eines Zukunftsministeriums, in dem die Kompetenzen für die künftigen Herausforderungen wie zum Beispiel Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung gebündelt und die diesbezüglichen Regierungsprojekte koordiniert werden.

Zu den Wünschen gehören aber auch klassische linke Forderungen wie die Erhöhung des Mindestlohns, die Reduzierung des Armutsrisikos, eine höhere Besteuerung von Kapitaleinnahmen und eine Verringerung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden.

Die von der LSAP-Jugendsektion ausgearbeiteten Leitlinien sollen ins LSAP-Wahlprogramm einfließen, das Ende Juni/Anfang Juli veröffentlicht wird. „Streit ja, aber im Dialog“, so skizziert Haagen das Verhältnis zwischen LSAP und JSL. „Und genau so wie die JSL steht LSAP-Spitzenkandidat Etienne Schneider für Dynamik und Progressivität.“


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