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Bis zu 35 Tage Sonderurlaub, wenn das Kind krank ist
Politik 2 Min. 18.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Erleichterung für berufstätige Eltern

Bis zu 35 Tage Sonderurlaub, wenn das Kind krank ist

Berufstätige Eltern haben es zeitlich oft schwer, sich um ihre kranke Kinder zu kümmern.
Erleichterung für berufstätige Eltern

Bis zu 35 Tage Sonderurlaub, wenn das Kind krank ist

Berufstätige Eltern haben es zeitlich oft schwer, sich um ihre kranke Kinder zu kümmern.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 18.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Erleichterung für berufstätige Eltern

Bis zu 35 Tage Sonderurlaub, wenn das Kind krank ist

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Die Regierung will berufstätigen Eltern mehr entgegen kommen, damit sie ihr krankes Kind besser betreuen können. Eltern sollen künftig bis zu 35 Tage Sonderurlaub in Anspruch nehmen können.

(ml) - Für die Eltern ist es oft mühsam, Familie und Berufsleben miteinander zu vereinbaren. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Kind krank wird. Laut Gesetz stehen beiden Elternteilen zwei Tage Sonderurlaub pro Kind und Kalenderjahr zu.

Die bestehenden Regeln werden nun reformiert, dies kündigte Arbeitsminister Nicolas Schmit am Montag im Parlament an.

Die Petition 593 von Silvia Sousa Gomes, die dafür eintritt, den "congé pour raisons familiales" von zwei auf sieben Tage auszuweiten, hatte mit knapp 5.000 Unterschriften das nötige Quorum für eine Debatte im Abgeordnetenhaus erreicht.

Laut Statistiken sei ein Kind im Durchschnitt 19 Tage pro Jahr krank, so die Befürworter der Petition. Deshalb reichen die zwei Tage, die das Gesetz vorsieht, bei weitem nicht aus, zumal zahlreiche Kinderkrippen sich weigern, kranke Kinder in Empfang zu nehmen. Die Vereinigungen, die ihre Dienste anbieten, um berufstätigen Eltern weiterzuhelfen, falls ihre Kinder erkranken, seien oft überhaupt nicht erreichbar, betonte die Bittstellerin.

Gemischte Reaktionen

Der DP-Abgeordnete Alexandre Krieps sprach sich dafür aus, die Situation in den Nachbarstaaten zu analysieren, da manche Anpassungen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit haben könnten. Serge Urbany (Déi Lénk) war der Ansicht, dass man eine Lösung finden müsse, die sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer zufrieden stelle.

Roberto Traversini (Déi Gréng) unterstrich, dass es wenig Sinn mache zu prüfen, wie andere Länder den Urlaub aus Familiengründen handhaben. Wichtig sei es, sich über sämtliche bestehende Möglichkeiten zu informieren. Der grüne Abgeordnete wies u. a. darauf hin, dass die Eltern im Fall einer schlimmen Erkrankung, bis zu einem Jahr zu Hause bleiben dürfen, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern.

Gesetzentwurf in Sicht

Arbeitsminister Nicolas Schmit, für den diese Übung im Parlament eine Premiere war, stellte klar, dass die Regierung das System flexibler gestalten will.

  • Die Einteilung in einzelne Kalenderjahre soll bald der Vergangenheit angehören.
  • Die neue Regelung wird sich nach dem Alter des Kindes richten.

Bis zu 35 Tage Sonderurlaub

Bei Kindern im Alter bis vier Jahren sollen die Eltern künftig ein Anrecht auf zwölf Tage Sonderurlaub bekommen (insgesamt 24 Tage für Vater und Mutter), so Schmit.

Wird der maximale Anspruch nicht aufgebraucht, können die restlichen Tage des Kontingents auf die nächste Periode übertragen werden.

Bei Kindern im Alter zwischen vier und 13 Jahren stehen beiden Elternteilen jeweils 18 Tage Sonderurlaub pro Kind zur Verfügung.

Hinzu kommen noch fünf Tage Sonderurlaub für kranke Kinder im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, die stationär im Krankenhaus behandelt werden.

In Zukunft können Väter und Mütter im Laufe der drei oben genannten Zeiträume auf insgesamt 35 Tage Sonderurlaub zurückgreifen, wenn ihr Kind erkrankt.

Die geplanten Änderungen, die bald in einen Gesetzentwurf fließen werden, stellten eine deutliche Verbesserung dar, da mehr Flexibilität gewährleistet sei, betonte Minister Nicolas Schmit.



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