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Bio-Landwirtschaft in Luxemburg: „Wir treten auf der Stelle“
Die Bio-Produktion soll durch finanzielle Hilfen angekurbelt werden.

Bio-Landwirtschaft in Luxemburg: „Wir treten auf der Stelle“

Marc Ludwig
Die Bio-Produktion soll durch finanzielle Hilfen angekurbelt werden.
Politik 2 Min. 10.03.2015

Bio-Landwirtschaft in Luxemburg: „Wir treten auf der Stelle“

Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt kontinuierlich. Die Zahl der Produzenten hat sich auf niedrigem Niveau eingependelt. Landwirtschaftsminister Etgen erwartet sich neue Impulse durch die neue Gesetzgebung.

(DS) – Bio-Produkte erfreuen sich auch in Luxemburg steigender Beliebtheit. Allerdings hinkt das Angebot der Nachfrage deutlich  hinterher. Seit Jahren schon. Daran konnte  auch der Aktionsplan für Biolandwirtschaft nichts ändern, die es seit 2009 gibt.

2014 gab es in Luxemburg 119 Produzenten von Bio-Produkten, darunter 60 Bauern, 18 Imker, 14 Gemüsebauern, zwölf Winzer und neun Obstproduzenten. Zusammen bewirtschaften sie eine Fläche von 4.200,9 Hektar. Darüber hinaus gibt es 95  biologische Verarbeitungsbetriebe und drei Import-Unternehmen von Bio-Produkten. Nur 5,54 Prozent der luxemburgischen Betriebe haben sich der Bio-Landwirtschaft verschrieben. Im Vergleich zur landwirtschaftlichen Nutzfläche insgesamt macht die Bio-Fläche nur 3,21 Prozent aus.

Leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen ganz leicht rückläufig. 2013 gab es 120 Bio-Produzenten mit einer Gesamtfläche von 4.248 Hektar. Damals wirtschafteten 5,63 Prozent der Betreibe nach biologischen Kriterien, auf 3,24 Prozent der Nutzfläche wurden Bio-Produkte angebaut.

„Wir treten auf der Stelle“, so der Kommentar von Landwirtschaftsminister Fernand Etgen im Dienstag bei der Vorstellung des neuen Aktionsplans für Bio-Landbau. Der Minister hofft, dass die Bio-Produktion nach der Einführung der neuen gesetzlichen Bestimmungen attraktiver wird.

Höhere Prämien für Bio-Bauern

Ist das neue Agrargesetz erst einmal in Kraft, fallen die Beihilfen für die Bio-Bauern nämlich um einiges höher aus. Das Programme de développement rural (PDR), das als Basis für das nationale Agrargesetz dient, sieht diverse Maßnahmen vor, die die Attraktivität des Bio-Landbaus fördern sollen.

So werden die spezifischen Bio-Prämien im Grünlandbereich von heute 150 Euro auf 220 Euro pro Hektar angehoben. Im Ackerbau steigen die Beihilfen von 150 auf 250 Euro pro Hektar. Gemüseproduzenten können demnächst mit einer Beihilfe von 600 Euro pro Hektar rechnen, statt bisher mit 450 Euro. Die Bio-Winzer dürfen sich über eine Anhebung von 600 auf 800 Euro pro Hektar freuen.

Im Landwirtschaftsministerium setzt man aber nicht nur auf die finanzielle Unterstützung. Man werde auch weiterhin Aufklärungsarbeit leisten, um konventionell wirtschaftenden Bauern von den Vorteilen des Bio-Landbaus zu überzeugen, betonte Landwirtschaftsminister Etgen im Rahmen der Pressekonferenz. Auch soll weiter  in den Beratungsdienst investiert werden und die Prozeduren sollen einfacher werden.

Die Gräben überwinden

Als besonders wichtig erachtet es der Minister, dass Bio-Bauern und konventionell wirtschaftende Landwirte zueinanderfinden: „Wir müssen versuchen, den Graben zwischen den beiden Lagern zu überwinden. Es gibt keine guten oder schlechten Bauern. Jede Art der Bewirtschaftung hat ihren Platz im luxemburgischen Agrarsektor.“