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Bio-Landwirtschaft: ein schwieriges Geschäft
Politik 08.05.2018

Bio-Landwirtschaft: ein schwieriges Geschäft

In Luxemburg werden nur etwa vier Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet.

Bio-Landwirtschaft: ein schwieriges Geschäft

In Luxemburg werden nur etwa vier Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet.
Foto: Lex Kleren
Politik 08.05.2018

Bio-Landwirtschaft: ein schwieriges Geschäft

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Der Biolandbau in Luxemburg macht Fortschritte. Allerdings bleiben viele Bauern weiter skeptisch. Bislang haben nur 132 Landwirte ihre Produktion auf Bio umgestellt.

Der Biolandbau kommt in Luxemburg nicht so recht vom Fleck. Zwar gibt es seit 2009 einen nationalen Aktionsplan für Bio-Landwirtschaft, doch die Zahl der Betriebe, die ihre Produktion auf Bio umgestellt haben, bleibt überschaubar: Ersten Schätzungen zufolge gab es 2017 gerade einmal 132 Bio-Betriebe in Luxemburg. Zusammen bewirtschaften sie eine Fläche von 5.446,32 Hektar, was einem Anteil von 4,14 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche entspricht.


Glückliche Schweine auf dem Biohof Kass-Haff.
Besuch beim Biobauern
Die Biolandwirtschaft in Luxemburg hat trotz Förderprämien einen schweren Stand. Viele konventionelle Landwirte zögern vor einer Umstellung.

Allerdings ist die Zahl der Bio-Betriebe in den letzten Jahren leicht angestiegen. 2016 gab es 126 Bio-Betriebe, 2015 117. Zum Vergleich: 2009, als der erste Aktionsplan  für Biolandbau in Kraft trat, waren gerade einmal 88 Bio-Betriebe beim Landwirtschaftsministerium registriert. Diese Zahlen nannte Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) am Dienstag.

Der Absatz ist nicht hinreichend abgesichert. 

Die Gründe, warum die Bauern in Luxemburg nach wie vor zögern, ihren Betrieb umzustellen, sind vielfältig. Trotz der staatlichen Unterstützung, macht Agrarminister Etgen bei den Landwirten eine gewisse Unsicherheit aus. Als Hauptursache für die zögerliche Haltung der Bauern der Minister die Absatzkanäle aus: "Der Absatz ist nicht hinreichend abgesichert", erklärte Fernand Etgen.

So ist der Markt für Bio-Milch beispielsweise gesättigt. Ein der Teil der Milch, die nach biologischen Kriterien produziert wird, muss über die konventionelle Schiene verkauft werden. Es gibt nur noch wenige Nischen, wo die Bio-Produktion reelle Chancen hat, etwa die Hähnchen-Produktion.


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Ursächlich sind aber auch die hohen Produktionskosten in Luxemburg.  Die Lohnkosten, aber auch die Pacht- und Landpreise sind höher als in den Nachbarländern. Die luxemburgischen Bio-Bauern stehen allerdings in direktem Konkurrenzkampf mit ihren Kollegen aus dem Ausland.  Die Begeisterung der Landwirte für den Bio-Landbau halte sich auch wegen der Volatilität der Agrarmärkte in Grenzen, so der Minister.

Um den Absatz von luxemburgischen Bio-Produkten dauerhaft abzusichern, müsste die Verarbeitungsschiene und der Absatz stärker auf Bio ausgerichtet werden. Etgen ist sich  sicher, dass es letzten Endes der Konsument ist, der darüber entscheidet, ob und wie viel Bio hierzulande produziert werden kann. Denn nur wenn die Nachfrage nach einheimischer Bio-Ware stimmt, kann der Absatz und somit das Einkommen der Bio-Bauern nachhaltig abgesichert werden.


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