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Bildungspolitik: Teil zwei der Sekundarschulreform
Die Abschlussexamen im Enseignement secondaire général werden 2019/20 an die im Classique angepasst.

Bildungspolitik: Teil zwei der Sekundarschulreform

Foto: Chris Karaba
Die Abschlussexamen im Enseignement secondaire général werden 2019/20 an die im Classique angepasst.
Politik 2 Min. 06.02.2018

Bildungspolitik: Teil zwei der Sekundarschulreform

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
In der Oberstufe des Enseignement secondaire général wird der Sprachunterricht an den der Unterstufe angepasst. Außerdem werden drei neue Sektionen eingeführt. Am Dienstag erfuhr die Öffentlichkeit mehr über die Neuerungen.

(mig) - Nach der großen Lycée-Reform, die vergangenes Jahr vom Parlament verabschiedet worden war, kommt jetzt Teil 2 der Reform. Sie betrifft die oberen Klassen des Enseignement secondaire général (früher Technique).

Wie Bildungsminister Claude Meisch am Dienstag bei einer Pressekonferenz erklärte, knüpft der Sprachunterricht auf 4e und 3e an die Änderungen auf den unteren Klassen an. In den unteren Klassen werden die Sprachen auf zwei Niveaus angeboten: Grundkurs (cours de base) und Leistungskurs (cours avancé).

Die Differenzierung beim Sprachunterricht wird nun auf 4e und 3e fortgeführt. In Klassen mit Deutsch als Unterrichtssprache können die Schüler ab 2018/19 Französisch als Grund- oder Leistungskurs belegen. Lediglich auf den Commerce-Klassen wird Französisch ausschließlich als Leistungskurs angeboten, "weil gute Französischkenntnisse in diesem Bereich sehr wichtig sind", so Claude Meisch.

Umgekehrt wird in Klassen mit Französisch als Unterrichtssprache beim Deutschunterricht differenziert. Zudem wird das Angebot an französischsprachigen Sektionen ausgebaut. In diesen Sektionen wird Deutsch als Grundkurs angeboten.

Mit diesen Neuerungen möchte man der sprachlichen Realität der Schülerschaft besser Rechnung tragen. 

2019/20 kommt es zu Änderungen beim Abschlussexamen. Die Prüfungen werden an die im Classique angepasst. Die Schüler können die Abschlussfächer zum Teil wählen. Geplant sind sechs schriftliche Examen und zwei mündliche, davon eine Sprache und ein Spezialisierungsfach.

Drei neue Sektionen ab 2018/19

Im Lycée technique d'Ettelbruck (www.ltett.lu) können Schüler ab der nächsten Rentrée die Sektion Umweltwissenschaften ab 2e belegen. Die Ausbildung ist breit gefächert und bereitet sowohl auf den Arbeitsmarkt als auch auf weiterführende Studien vor, so Direktor Lucien Klein.

In der Diekircher Hotelfachschule (www.lthah.lu) - sie heißt künftig Ecole d'hôtellerie et de tourisme du Luxembourg - wird ab 2018/19 auf 2e  - und ab 2019/20 auf 4e - die Sektion Gestion de l'hospitalité angeboten. Von den Schülern werden gute Englisch- und Französischkenntnisse verlangt, "weil diese beiden Sprachen im Horeca-Bereich eine große Rolle spielen", so Michel Lanners, Direktor der Hotelschule. Die Ausbildung dränge sich regelrecht auf, "weil es im Hotel- und Gaststättengewerbe einen enormen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften gibt", so Lanners. In einer zweiten Phase möchte die Hotelfachschule auch einen BTS (vier Semester) in dem Bereich anbieten.

Das Lycée Josy Barthel in Mamer bietet ab 2018/19 die Sektion Architektur, Design und Nachhaltigkeit (A3D, www.a3d.lu)  ab 4e an. Sie richtet sich an Schüler mit hohen Kompetenzen in den Bereichen Mathematik und Wissenschaften. Die Ausbildung bereitet auf weiterführende Studien (u.a. Architekt, Innenarchitekt, Städteplaner, Landschaftsarchitekt) vor.

Die drei Schulen planen zunächst eine Klasse in den jeweiligen neuen Sektionen. 

Sozial- und Gesundheitswissenschaften

Ab kommender Rentrée wird die Sektion Sozialwissenschaften in den jeweiligen Schulen ab 4e angeboten (heute ab 2e), die Sektion Gesundheitswissenschaften im Lycée technique pour professions de santé ab 2e (heute 1re). Diese Ausbildung bereitet auf weiterführende Studien vor, z.B. Ergotherapie, Physiotherapie, Psychomotorik oder Ernährungsberater.


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