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Bildungspolitik: Meisch will Schulautonomie stärken
Bildungsminister Claude Meisch will die Schulen in ihrer Autonomie stärken.

Bildungspolitik: Meisch will Schulautonomie stärken

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Bildungsminister Claude Meisch will die Schulen in ihrer Autonomie stärken.
Politik 08.07.2014

Bildungspolitik: Meisch will Schulautonomie stärken

Bildungsminister Claude Meisch spricht lieber von Schulentwicklung als von Reformen. Der Begriff Reformen erfülle die Menschen oft mit Angst. Am Dienstag erläuterte der Minister, was er unter Schulentwicklung versteht.

(mig) - Bildungsminister Claude Meisch spricht lieber von Schulentwicklung als von Reformen. Der Begriff Reformen erfülle die Menschen oft mit Angst. Am Dienstag erläuterte der Bildungsminister, was er unter Schulentwicklung versteht.

Schulentwicklung muss transparent, sachlich und praxisnah sein. Schulentwicklung muss von unten her gedacht und entwickelt werden und darf nicht von oben aufgestülpt werden. Mit diesen Worten umriss Claude Meisch, was er generell unter Schulentwicklung versteht.

Konkret will der Minister folgende Maßnahmen umsetzen:

Die Neufassung der bilans intermédiaires wird im Herbst an einer ganzen Reihe von Schulen testweise eingesetzt.

In der Grundschule sollen sogenannte Programmkommissionen geschaffen werden, nach dem Vorbild der Sekundarschulen. In einer zweiten Phase soll eine Vernetzung der Programmkommissionen in beiden Bildungssystemen stattfinden.

Die Regierung plant die Gründung eines Institut de formation de l'éducation nationale, das das heutige Weiterbildungszentrum (Script), die Lehrergrundausbildung inklusive Praktikum umfasst. Es soll im Herbst 2015 funktionsfähig sein.

Die Schulautonomie soll gestärkt werden, sowohl in den Grund- als auch in den Sekundarschulen. Um der Heterogenität der Schulbevölkerung gerecht zu werden, sollen Schulen mehr Entscheidungsfreiheit bei denLehrmethoden und beim Schulmaterialbekommen.

Zentraler Punkt der Schulautonomie in den Grundschulen wird der Plan de réussite scolaire (PRS). Für die Ausarbeitung des PRS will das Ministerium mehr Unterrichtsstunden zur Verfügung stellen.

Meisch will für eine zweisprachige (Luxemburgisch und Französisch) Kinderbetreuung (null bis drei Jahre) in öffentlichen und privaten Betreuungsstrukturen sorgen und die Zweisprachigkeit auch im ersten Zyklus im Fondamental fortsetzen.

Einsparungen im Bildungswesen

Um Geld zu sparen, hatte die Regierung angekündigt, die Zahl der Neueinstellungen zu begrenzen und die altersbedingten Freistunden abzuschaffen. Die Abschaffung der "Décharges" bleibt auch weiterhin ein Thema. Eine Untersuchung soll ergeben, welche "Décharges" ihren Zweck erfüllen und welche nicht. Der Minister erwägt eine Umverteilung der Ressourcen, „damit wir sie dort einsetzen können, wo sie auch wirklich gebraucht werden".