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Bildungspolitik: Meisch will "Observatoire du maintien scolaire"
Etwas mehr als die Hälfte der Schulabbrecher drückt zu einem späteren Zeitpunkt wieder die Schulbank.

Bildungspolitik: Meisch will "Observatoire du maintien scolaire"

Foto: Charles Caratini
Etwas mehr als die Hälfte der Schulabbrecher drückt zu einem späteren Zeitpunkt wieder die Schulbank.
Politik 15.07.2015

Bildungspolitik: Meisch will "Observatoire du maintien scolaire"

In Luxemburg verlassen jedes Jahr rund 1.700 Lycée-Schüler die Schule ohne Abschluss. Um gegen diese steigende Tendenz besser vorzugehen, sollen künftig mehrere Maßnahmen ergriffen werden.

(ml) - Jedes Jahr brechen in den luxemburgischen Lyzeen rund 1.700 Schüler aus unterschiedlichen Gründen die Schule ohne Abschluss ab. Mehr als die Hälfte davon findet zwar zu einem späteren Zeitpunkt den Weg zurück in die Schule. Doch 800 Schüler kehren für immer der Schule den Rücken.

Waren es in den vergangenen Jahren lediglich neun Prozent der Lycée-Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen hatten, stieg diese Zahl im Schuljahr 2012/2013 auf 11,6 Prozent. Diese Zahlen nannte Bildungsminister Claude Meisch am Mittwoch.

Um dieses Phänomen wirksamer zu bekämpfen, hat die Regierung sechs Lösungswege aufgezeichnet. Während der luxemburgischen EU-Ratspräsidentschaft soll das Thema ebenfalls in den Vordergrund rücken. Bis 2020 soll die Quote der Schulabbrecher europaweit auf zehn Prozent sinken. Keineswegs dürfe man die momentane Situation einfach so hinnehmen. Die Politik und die Schule seien gefordert, so Meisch, der mehr Wert auf die Vorbeugung legen will.

Wir brauchen unterschiedliche Schulen, da wir unterschiedliche Schüler haben.

Angepeilt wird eine kohärente nationale Politik, um Schüler davon abzuhalten, ihre Schulausbildung vorzeitig zu beenden. Im Herbst ist ein Bildungsgipfel geplant. Außerdem soll der Übergang von der Grundschule in den Sekundarunterricht zum Teil überdacht werden. Es sei jedoch nicht die große Revolution geplant, sagte Minister Meisch. Nähere Einzelheiten dazu will der Minister bereits in der kommenden Woche bekannt geben.

Des Weiteren soll ein "Observatoire du maintien scolaire" geschaffen werden. Der Gesetzentwurf soll 2016 auf den Instanzenweg gebracht werden. Alle Beteiligten, die im Kontakt mit den Schülern stehen, sollen regional besser miteinander vernetzt werden. Meisch sprach sich auch dafür aus, das Schulangebot zu erweitern: "Wir brauchen unterschiedliche Schulen, da wir unterschiedliche Schüler haben."

Lehrer sollen in Zukunft besser auf den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern vorbereitet werden und in der Lage sein, die Symptome eines möglichen Schulabbruchs frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig soll die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit den Eltern gestärkt werden.



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