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Fakten statt Bauchgefühl
Politik 18.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Bildungspolitik

Fakten statt Bauchgefühl

Die Bildungsdebatte soll auf Basis von Fakten statt Bauchgefühl geführt werden, fordert Bildungsminister Claude Meisch.
Bildungspolitik

Fakten statt Bauchgefühl

Die Bildungsdebatte soll auf Basis von Fakten statt Bauchgefühl geführt werden, fordert Bildungsminister Claude Meisch.
Foto: Pierre Matgé
Politik 18.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Bildungspolitik

Fakten statt Bauchgefühl

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Noch in diesem Jahr sollen das Observatoire de la qualité scolaire und der Nationale Programmrat ihre Arbeit aufnehmen. Die beiden Organe sollen dazu beitragen, die Bildungsdebatte zu versachlichen.

(mig) - Noch in dieser Legislaturperiode sollen zwei neue Organe das Licht der Welt erblicken: das Observatoire de la qualité scolaire und der Conseil National des Programmes. Das teilte Bildungsminister Claude Meisch am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz mit.

Wissenschaftliches Gremium

Das Observatoire de la Qualité Scolaire hat als Aufgabe, das gesamte Bildungssystem zu analysieren, Bildungsministerium inklusive. Das achtköpfige Gremium wird mit Wissenschaftlern und Experten besetzt und soll einen externen Blick auf das gesamte Bildungssystem werfen und Empfehlungen ausarbeiten, die sich einerseits an das Bildungsministerium richten, andererseits aber auch der gesamten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, so Meisch.

Zivilgesellschaftliches Gremium

Das andere achtköpfige Gremium, der Nationale Programmrat, wird mit Vertretern aus der Zivilgesellschaft besetzt. Ihre Aufgabe ist es, den Graben zwischen der Schule und der Gesellschaft ein Stück weit zu schließen. "Die Schule tendiert dazu, sich auf sich selbst zu konzentrieren statt sich darauf zu besinnen, dass sie der Gesellschaft dient", so der Bildungsminister. Ziel ist es, die Schulentwicklung enger mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu verknüpfen.

Meisch bezeichnete das eine als "Stimme der Wissenschaft" (Observatoire), das andere als "Stimme der Gesellschaft" (Programmrat). Die beiden Gremien sollen dazu beitragen, die Bildungsdebatte zu animieren, vor allem aber sie zu versachlichen. "Wir brauchen mehr Fakten und weniger Bauchgefühl", so Meisch.

Alle an einen Tisch

Eine weiterführende Überlegung ist die eines Bildungstisches mit sämtlichen in Bildungsfragen wichtigen Partnern: die Schuldirektoren, das Script, das Observatoire de la Qualité Scolaire, der Nationale Programmrat, die Nationale Elternvertretung und die Vermittler (médiateurs), die noch in dieser Legislaturperiode geschaffen werden sollen, die Nationale Schülerkonferenz, das Bildungsministerium und die politischen Vertreter.

Und die Lehrer?

In der Aufzählung des Ministers kamen die Lehrer nicht vor. Die Frage stelle sich aber und er könne sich vorstellen, dass zum Beispiel die Schulkomiteepräsidenten Vertreter wählen, die am Bildungstisch vertreten wären, meinte der Bildungsminister. Es sei noch Platz am Bildungstisch und die Überlegungen, wer am Tisch Platz nehmen soll, noch nicht abgeschlossen.


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