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Bildungskommission: Der Unterricht kann beginnen
Politik 3 Min. 08.09.2020

Bildungskommission: Der Unterricht kann beginnen

Die Sekundarschulen können selbst über eine etwaige Maskenpflicht im Klassenraum entscheiden. Im Fondamental gilt: keine Masken im Klassenraum.

Bildungskommission: Der Unterricht kann beginnen

Die Sekundarschulen können selbst über eine etwaige Maskenpflicht im Klassenraum entscheiden. Im Fondamental gilt: keine Masken im Klassenraum.
Foto: Lex Kleren
Politik 3 Min. 08.09.2020

Bildungskommission: Der Unterricht kann beginnen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Bildungsminister Claude Meisch (DP) hat die Mitglieder der parlamentarischen Bildungskommission über seine Rentrée-Pläne informiert. Die Kritik hält sich in Grenzen.

Am Freitag stellte Bildungsminister Claude Meisch (DP) der Presse sein Konzept für die Schulrentrée 2020/21 vor. Am Montag informierte er die Mitglieder der zuständigen parlamentarischen Kommission. Sie stehen dem Konzept größtenteils positiv gegenüber. Selbst die Opposition hat wenig zu meckern.

Gast Gibéryen (ADR), der für seinen Parteikollegen Fernand Kartheiser an der Sitzung teilgenommen hat, findet, „dass große Anstrengungen gemacht worden sind und das Konzept im Großen und Ganzen alle Eventualitäten erfasst“. 


Die Schüler sollen unter so normalen Bedingungen wie nur möglich zur Schule gehen. Infektionsbedingte Quarantänen sollen so weit es geht, vermieden werden, damit nicht zu viel Unterrichtszeit verloren geht.
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David Wagner (Déi Lénk) nennt das Konzept einen interessanten Schritt, „der an die Situation angepasst zu sein scheint“. In der Theorie jedenfalls. „Wie das Ganze nachher in der Praxis abläuft, werden wir sehen“, so Wagner. Sorge bereitet ihm die Frage, ob genug Personal verfügbar ist, um Krankschreibungen und Quarantänefälle zu ersetzen. Des Weiteren hofft er, dass das Ministerium sich auf einen Austausch mit den Lehrkräften einlässt und sie in Entscheidungen einbindet. Er plädiert für eine erste, in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften erstellte Bilanz um Allerheiligen.

15.000 Tablets

„Das Konzept ist nicht schlecht“, räumt auch Sven Clement von den Piraten ein. Ihm gefällt ganz besonders, dass das Ministerium mehr als 15.000 Tablets und Laptops bestellt hat, die den Schülern, die von zu Hause aus lernen, zur Verfügung gestellt werden. Allerdings würden Detailfragen zu sehr den Schuldirektionen und den Gemeinden überlassen, findet Clement. „Es ist schwer den Menschen klarzumachen, dass die eine Gemeinde die Dinge anders handhabt als andere Gemeinden“, meint der Piraten-Abgeordnete dazu.

CSV-Fraktionschefin Martine Hansen zeigte sich nach der Sitzung enttäuscht. „Wir hatten erwartet, dass der Minister uns zumindest über die pädagogischen Neuerungen für dieses Schuljahr ins Bild setzt, aber das hat er nicht getan“, so Hansen. Auch mit dem Corona-Schulkonzept ist die Oppositionspartei nicht zufrieden.

Konzept für vulnerable Schüler

Für vulnerable Schüler gibt es kein klares Konzept, beanstandet Hansen. Für sie gilt im Prinzip der Fernunterricht. Möglich ist aber auch der direkte Unterricht – unter strengen Sicherheitsmaßnahmen – in der Schule. „Das wird von Fall zu Fall anders gehandhabt. Uns wäre lieber gewesen, wenn das Ministerium ein Konzept ausgearbeitet und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt hätte, damit alle vulnerablen Schüler in der Schule unterrichtet werden können“, so Hansen.

Im Secondaire können die Schulen über eine Maskenpflicht im Klassenraum selbst entscheiden. Damit wälze der Minister die Verantwortung auf die Schulen ab, moniert Hansen. „Besser wäre gewesen, die Klassenräume dort, wo es möglich ist, so einzurichten, dass die Schüler in ausreichender Distanz zueinander sitzen können. Dann wäre die Maskenpflicht von vornherein hinfällig“, findet die CSV-Fraktionschefin. 

Wegen der höheren Infektiosität von älteren Schülern und weil die Schülerzahl in den oberen Klassen oft höher ist als in anderen Klassen, wird den Schulen die Möglichkeit eingeräumt, einen Teil der Klasse via Livestream von zu Hause am Unterricht teilhaben zu lassen. Auch das sieht die CSV kritisch. Zum einen hätte der Minister den Schulen dies früher mitteilen müssen – so kurz vor der Rentrée sei das schwer zu organisieren. Zum anderen laufe man Gefahr, dass ohnehin schwache Schüler auf diese Weise weiter abgehängt werden, so Martine Hansen. Sie befürchtet auch, dass der gesetzliche Sonderurlaub aus familiären Gründen schnell aufgebraucht sein könnte, wenn Schüler in Quarantäne geschickt werden.


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Personalmangel

Fraktionschefin Josée Lorsché (Déi Gréng) begrüßt die Rückkehr zur Normalität. Sie ist auch Schulschöffin und als solche direkt mit der Schulorganisation befasst und befürchtet, dass nicht genügend Personal zur Verfügung steht. Personal, das gebraucht wird, damit die schulische Inklusion von Kindern mit spezifischen Bedürfnissen unter den besonderen Bedingungen gewährleistet werden kann. Personal aber auch, das die Krankheits- und Quarantänefälle abdeckt. „Claude Meisch sagt, dass er Ressourcen freigibt. Die Frage ist, wo diese Ressourcen herkommen sollen, wenn man weiß, dass die vielen Studenten, die rekrutiert worden sind, bald wieder ihr Studium aufnehmen werden“, so Lorsché.

Auch die LSAP ist zufrieden mit dem Konzept. Es beinhalte Lösungen für vulnerable Schüler und Möglichkeiten, verpassten Lernstoff nachzuholen. Die Rückkehr zur Normalität sei wichtig für die Schüler, so die Abgeordnete Simone Asselborn-Bintz

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