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Bildungsausschuss fordert konkrete Maßnahmen
Politik 2 Min. 21.06.2017 Aus unserem online-Archiv
NEET-Studie

Bildungsausschuss fordert konkrete Maßnahmen

Was nun? In Luxemburg befinden sich rund 3 500 junge Menschen zwischen Schule, Job und Ausbildung.
NEET-Studie

Bildungsausschuss fordert konkrete Maßnahmen

Was nun? In Luxemburg befinden sich rund 3 500 junge Menschen zwischen Schule, Job und Ausbildung.
FOTO: SHUTTERSTOCK
Politik 2 Min. 21.06.2017 Aus unserem online-Archiv
NEET-Studie

Bildungsausschuss fordert konkrete Maßnahmen

Die NEET-Studie war nur der erste Schritt. Nun gilt es, die betroffenen Jugendlichen vor längerer Inaktivität zu bewahren. Das fordert der zuständige Bildungsausschuss der Chamber. Nicht jeder inaktive junge Mensch aber ist gefährdet.

(ham) - Bis zu 3.500 Jugendliche sind in Luxemburg derzeit inaktiv. In anderen Worten: Sie sind weder in der Schule, noch in der Ausbildung oder in Arbeit. Das geht aus der neuesten NEET-Studie hervor, die am Mittwoch im parlamentarischen Bildungsausschuss nochmals vorgestellt wurde. Eine wichtige Analyse, aber nur ein erster Schritt, meinen dazu die Abgeordneten. Nicht jeder inaktive Jugendliche braucht nämlich direkte staatliche Hilfe.

NEET steht für „Not in Education, Employment or Training“ und laut Eurostat gehören in Luxemburg 5,4 Prozent der 16- bis 24-Jährigen in diese Gruppe. Damit liegt das Großherzogtum noch weit unter dem europäischen Schnitt von 11,5 Prozent. Doch ein Problem ist es allemal, vor allem für jene junge Menschen, die sich über einen längeren Zeitraum in keinem Bildungs- oder Arbeitsverhältnis befinden.

Dass nicht jeder betroffene Jugendliche dieser Problemgruppe angehört, davon sind auch die meisten Abgeordneten im Bildungsausschuss überzeugt. „Nicht jeder Schüler oder Student, der mitten im Studium abbricht, braucht sofort Hilfe“, meint z.B. Claude Adam von Déi Gréng. Viele seien freiwillig und kurzfristig in diesem Fall. „Es gilt nun jene jungen Menschen rasch zu finden, denen man unter die Arme greifen muss“, so Adam. Zum Beispiel bei Schulabbrechern, bei denen das Risiko drei Mal höher ausfällt, längerfristig ohne Ausbildung oder Arbeitsplatz zu sein.

Studie studieren

Ein nächster Schritt sei deshalb nun eine Analyse der Studie sozusagen. Das betont auch die frühere Hochschulministerin Martine Hansen (CSV). „Mit dieser Studie allein haben wir noch nichts erreicht“, unterstreicht die frühere Hochschulministerin. „Das Problem ist ganz klar die Detektion: Wer ist gefährdet? Und wie können wir rasch helfen?“, so Hansen. Das sei nun Aufgabe der Politik.

Diese habe bereits Ansätze gefunden, meint der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Lex Delles (DP). Zum Beispiel in Form der „Action locale pour jeunes“ (ALJ), deren Aufgabe es sei, den Kontakt zu Schulabbrechern zu suchen. „Es ist sicherlich eine Thematik, die viele Menschen betrifft. Deshalb müssen wir auch versuchen, parteiübergreifend Lösungen zu finden“, betont Delles.

Pisa 2018 findet noch statt

Ein weiteres Thema war am Mittwoch die OSZE-Studie zum Wohlbefinden bei Schülern und der sogenannte Pisa-Test. Während eine endgültige Entscheidung über weitere Teilnahmen an der Studie noch aussteht, hat Bildungsminister Claude Meisch am Nachmittag betont, dass man 2018 auf jeden Fall noch mitwirke. Die zuständigen Dienste würden sich derzeit darauf vorbereiten, so Meisch gegenüber RTL. An der kritischen Haltung gegenüber der Studie ändere sich aber nichts.


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